Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 18

Veröffentlicht am 12.06.2017

DYING EDEN (Metal, Tirol)

Omen

  1. Pending
  2. Redemption
  3. In Days Of Fear
  4. Prophets Of War
  5. The Phenom
  6. Omen
  7. Interlude
  8. Rise
  9. Affliction
  10. Wrath Within
  11. Empty Soul
  12. Sacrifice
  13. Farewell

Wir schreiben das Jahr 2017. Das ganze Zillertal ist von Volksmusik überflutet und verseucht, doch ein kleines Häuflein an Unentwegten widersetzt sich standhaft der Herrschaft des Schunkelterrors der Dirndlmadln und Lederhosenbuam: DYING EDEN halten im Mekka des unter dem Banner der Tradition kredenzten Einheitsbreis zum Zwecke der kollektiven Volksverdummung kreierten volkstümlichen Schlagers die Fahne des Schwermetalls hoch. Ein kleines Gallisches Dörfchen aus Musik, inmitten des übermächtig scheinenden römischen Heeres aus bierseliger Zeltfestgaudi. Zugegeben, zunächst denkt man Angesichts des Bandnamens und des Covers eher an Gothic-Geträllere, aber dann setzen einem DYING EDEN ein ordentlich grooviges Brett vor, das die Lauscher nur so nach obenzucken lässt. Vielfältige Einflüsse aus verschiedensten Genres (die Tiroler vermerken sowohl SERENITY als auch METALLICA und MESHUGGAH in einem Atemzug als prägend) verquirlen sich zu einem erquicklichen stilistischen Mix, der vor allem gesanglich einen deutlichen Überhang in modernere Spielarten verorten lässt. Musikalisch grooven und stampfen sich DYING EDEN auf ihrem ersten Album „Omen“ durch zehn Songs (Intro, Outro, Interlude nicht mitgerechnet) die mit ordentlichem Biss aufwarten können, und gar nicht so zahm rüberkommen wie man das anhand der Einflüsse erwarten würde. Streckenweise proggig verspielt, dann wieder voll in die Fresse und sogar mit etwas DEVIL DRIVER-Vibe, dürfte hier jeder fündig werden, der statt Schunkeln lieber die Rübe schüttelt.

Na, auch keinen Bock auf Wiesngaudi im Faschingsdirndl? Dann wird es Zeit auf der Facebook-Seite der Band Nachschau zu halten, oder sich gleich vom vorhandenen Full Album Stream auf YouTube die Kante geben zu lassen:

 


 

Mit Anti-Volksmusik beschließen wir diese Expedition in den österreichischen Musikuntergrund und hoffen, dass ihr hier Neues für euer Platten/CD-Regal finden konntet. Leistet euch doch einmal eine CD einer unbekannten Band, kauft den Jungs und Mädels ein T-Shirt ab, und vor allem: geht gerade auch auf die kleinen Konzerte ums Eck! Denn dort findet sich so Einiges, das ihr hier vielleicht schon einmal vorbeischwirren gesehen habt, oder in einer der noch folgenden Ausgaben noch vorbeischwirren sehen werdet. Zur Vertiefung der Kenntnisse dürfen auch jederzeit die vergangenen Ausgaben der Underground-Expeditionen von Stormbringer herangezogen werden. Bis zum nächsten Mal, wenn wir wieder den Undground von Unten beleuchten!


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: MONSTERS OF THE ORDINARY
Seite 3: FRANZ FUEXE
Seite 4: SUCCOPUSS
Seite 5: BRAZENLINX
Seite 6: DYING EDEN


WERBUNG: Hard
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