Vorgehört: SERIOUS BLACK - Magic

Veröffentlicht am 22.06.2017

Dort wo hochseriöse Schwarze Magie gewirkt wird, durfte Stormbringer Mäuschen spielen und konnte gemeinsam mit Bassist Mario Lochert und Sänger Urban Breed ein erstes Öhrchen voll „Magic“ erhaschen. Wie die Beiden im anschließenden trauten Gespräch zu berichten wussten, wird das dritte Studioalbum der Powermetal-Supergroup erstmals mit einem durchgängigen Konzept aufwarten können. Entworfen von Urban Breed, gliedern sich 14 Titel (inklusive Intro) zu einer übergreifenden Storyline, die die Abenteuer eines Magiers namens Mr. Nightmist erzählen. Musikalisch orientieren sich SERIOUS BLACK auf ihrem am 25. August erscheinenden Album, nach dem doch eher poppig geratenen Zweitling „Mirrorworld“, wieder mehr am Sound ihres Debüts „As Daylight Breaks“, was sich im Verlaufe der Listening Session als die vollauf richtige Entscheidung herausstellte. Doch nun wollen wir nicht weiter vorgreifen, gewinnt mit uns einen ersten Eindruck von „Magic“:

1. With A Tip Of The Hat (Intro)
Sich dramatisch aufbauend, bereitet das Intro den Hörer auf eine Reise durch das Leben des Protagonisten „Mr. Nightmist“ vor, dessen vielfältige magische Abenteuer das Grundkonzept des Albums darstellen.

2. Binary Magic
Die Reise beginnt mit einem lässigen Uptempo-Song, der den Hörer vom Fleck weg abzuholen weiß. Etwas knackigeres Riffing als noch auf dem Vorgänger „Mirrorworld“ weiß zu gefallen und spätestens wenn Urban Breeds unverwechselbares Organ den ersten hochmelodiösen Ohrwurmrefrain aus den Boxen schmettert, stehen die Lauscher der Hörer Habt-Acht. So wie auch der Protagonist der Story die dem Album zugrunde liegt, der durch einen Brief von seiner dunklen Vergangenheit eingeholt wird...

3. Burn! Witches Burn!
Breitwandiger startet dieser Track, zeigt sich episch und abwechslungsreich und kann mit einer perfekt ins Ohr gehenden Hookline, sowie sich in die Gehirnwindungen schleichendem Ohrwurmrefrain aufwarten. Mythisch angelegt  zeigt sich die Bridge, in der erstmals weibliche Vocals in Form eines Sprechparts eingewoben werden, der Kunde tun von finsteren Vorkommnissen bringt. Denn wir sind in der Vergangenheit des Mr. Nightmist, seinem Heimatdorf, in dem die Geschichte begann. Dort, wo er die Liebe seines Lebens fand und wieder verlor, und ein schrecklicher Fluch ausgesprochen wurde...

4. Lone Gunman Rule
Hier wird im Beginn erstmals das Keyboard mehr in den Vordergrund gestellt, wodurch ein schöner Kontrast zu den hier etwas rauer gehaltenen Gesangslinien in den Strophen erzielt wird. Das Keyboardtheme zieht sich präsent, jedoch nicht aufdringlich durch den gesamten Titel, sodass sich im Verein mit dem erneut schmeichelnden Refrain ein schön runder und perfekt ins Konzept passender Song ergibt, der stilistisch ohne weiteres auch auf dem Debüt „As Daylight Breaks“ stehen hätte können. Indes muss der Protagonist erkennen, dass sein bisher bekanntes Leben beginnt auseinander zu bröckeln und ihm nur noch die Möglichkeit der Flucht aus seiner Heimat bleibt.

5. Now You'll Never Know
Eine starke Klavie-Hookline läutet Titel Nummer fünf ein, der erneut alles auf die episch-melodische Karte setzt und damit wieder auf voller Länge punkten kann. Die ausdrucksstarke Stimme von Urban Breed kommt in den abwechslungsreichen Gesangslinien besonders gut zur Geltung und sowohl Freunde von kräftig-klaren, im höheren Bereich angesiedelten Powerstimmen, sowie gepflegter Gitarrenakrobatik kommen hier voll auf ihre Kosten. Heimatlos umher streifend, lässt Mr. Nightmist aber die Vergangenheit einfach nicht los...

6. I Can Do Magic
Auf Position sechs wartet ein Ohrwurm vom Fleck weg, dessen rockigere Schlagseite SERIOUS BLACK äußerst gut zu Gesicht steht. Die Harmonien in diesem Stück sind nur schwerlich wieder aus dem Schädel zu bekommen und der vor Kitsch nur so triefende Refrain nistet sich sehr nachhaltig im Gehörgang ein. Im Heimatdorf des Protagonisten geht das Leben seinen Weg, Vorfälle der Vergangenheit sind vergessen, bis, ja, bis eine unerwartete Wendung die Dinge wieder in düstere Bereiche abgleiten lässt.

7. Serious Black Magic
Gibt es noch irgend einen Zweifel, dass es auf diesem Album um Magie geht? Wenn ja, dann sollte er spätestens mit diesem Titel ausgemerzt sein. Sparsamer, weniger opulent, aber dennoch episch und getragen, erfreut die ernstzunehmende schwarze Magie das Ohr des Hörers. Ja, der Hörer mag erfreut sein, ob des durchaus ungewöhnlich strukturierten, aber wirkungsvollen Refrains, doch um das Städchen, das einst die Heimat des Protagonisten war, steht es schlecht. Ein finsterer Fluch hat die Kinder seiner Bewohner in seinen Bann geschlagen...

8. Skeletons On Parade
Ein schleppender, dramatischer Beginn stimmt auf den nächsten, längsten Titel des Albums ein. Starkes, Unheil verheißendes Riffing baut mitreißende Stimmung auf, während Urban Breed gesanglich einmal mehr alle Register zieht, um den abwechslungsreichen Song  perfekt in Szene zu setzen. Mit erneut perfekt ins Ohr gehendem Refrain und furiosen Soloduellen zwischen Gitarre und Keyboard entwickelt sich gerade dieses Stück zu einem absoluten Brecher auf dem Album und rückt damit die sich aufbauende Spannung der Storyline ins rechte Licht. Denn das Unheil ist über das Städchen Caldwell hereingebrochen, im Bann des Fluches flehen seine Bewohner verzweifelt um Hilfe...

9. Mr. Nightmist
Wunderbar klebrig und ohrwurmig beginnt der Titel, der sich mit dem Protagonisten der dem Album zugrunde liegenden Story beschäftigt. Von vorne bis hinten durchdacht, kann dieser Song gar nicht anders, als seine Marken in der Gehirnrinde des Hörers zu hinterlassen. Machtvoll und mit der Stärke seiner Erfahrungen kehrt Mr. Nightmist als Legende in seine Heimat zurück, wo ihn die unter dem Fluch leidenden Bewohner um Hilfe anflehen...

10. The Witch Of Caldwell Town
Uptempo-Alarm, die nächste Powermetal-Hymne ist bereits im Anmarsch. Catchy und energiegeladen marschiert der Titel nach Vorne und weiß den Hörer blendend zu unterhalten. Die beiden Gitarristen Dominik Sebastian und Bob Katsionis dürfen sich nach Gutdünken austoben und über den erneuten im Gehörgang verweilenden Refrain braucht man kaum noch Worte zu verlieren... Stellt sich nur noch die Frage: Wird Mr. Nightmist mit diesem Uptempo-Brecher den Fluch brechen können...?

11. True Love Is Blind
Harmonischer und sanfter, passend zum Thema, schmeichelt sich hernach Track Nummer Elf in Ohren und Herzen des Konsumenten. Wer Anhand des Titels eine Ballade erwartet hätte, der liegt hier falsch, denn wahre Liebe mag vielleicht blind sein, doch sie kommt noch immer mit ansprechenden Gitarrenklängen um die Ecke. Der Protagonist sieht sich indes gefangen zwischen dem Versuch den Fluch zu brechen und seinem Wunsch die Liebe seines Lebens wiederzuerlangen...

12. Just Kill Me
Episch, breit, ausladend. Drei Attribute, die diesen Titel wohl am besten beschreiben. Noch so ein Song, in dem SERIOUS BLACK so ziemlich alles richtig machen und der sich nahtlos in die Riege an starken Songs auf „Magic“ eingliedert. Stark ist auch die Herausforderung für Mr. Nightmist, der nun droht selbst in der Finsternis zu versinken. Wird es ihm gelingen, den Fängen der Dunkelheit zu entrinnen?

13. Newfound Freedom
Wenn SERIOUS BLACK eines können, dann ist es, eingängige Songs zu schreiben, die vielleicht nicht beim ersten Durchhören zünden, aber sich nach einigen Durchläufen also umso haltbarer erweisen. Genau in diese Kategorie fällt auch das vorletzte Stück des Albums, das wieder einmal mit harmonischen Arrangements, starker Gitarrenarbeit und schmissigem Refrain punkten kann. Die übergreifende Geschichte des Albums nähert sich einem Ende – ob es nun ein gutes ist, oder ein tragisches, das müsst ihr dann allerdings selbst herausfinden...

14. One Final Song
Der letzte Titel, der gleichzeitig als Outro fungiert, beherbergt noch einmal eine Überraschung. Beginnend als sanftes, balladeskes Klavierstück, baut sich der Song mit opulentem, von Streichern akzentuiertem Mittelteil auf, bis hin zu einem wieder von E-Gitarren unterstütztem Schlusspart, dessen Stimmung weniger auf ein Ende hindeutet, als auf einen Neubeginn. So schließt sich der Kreis des Konzeptes, in der der Protagonist, auf seiner noch immer andauernden Reise von Generation zu Generation, die Erkenntnis gewinnt: Die Geschichte wiederholt sich...


SERIOUS BLACK stellen mit „Magic“ ein ambitioniertes Werk auf die Beine, das, wie schon das Debüt, einige Durchläufe braucht um vollends durchzuzünden. Das dritte Album wird ja gerne als „make it or break it“-Album bezeichnet – im Falle der multinationalen Truppe von SERIOUS BLACK braucht man sich anhand der vorliegenden Langrille schon einmal keine Sorgen um die Zukunft zu machen. Dass das Lineup ausnahmslos aus Könnern besteht die ihr Handwerk aus dem Effeff beherrschen, steht außer Zweifel und ist in der geballten Packung an schmissigen Titeln, aus denen die Spielfreude nur so sprüht, auch zu jeder Zeit herauszuhören. „Magic“ ist ein echter Grower, der schnell auf Betriebstemperatur kommt und dann die Nachbrenner zündet, um sich nachhaltig in den Gehirnwindungen festzusetzen.

Für die Unersättlichen wurde überdies noch ein wertiges Bonus-Package geschnürt, denn als Zusatzdisc zu „Magic“ darf sich der Hörer auf eine komplette, in Atlanta aufgenommene Live-Scheiblette freuen und dem Boxset des Albums liegt überdies noch ein weiterer Dreher bei, der SERIOUS BLACK in akustischem Gewand präsentiert. Fans des europäisch orientierten (Melodic-) Powermetals dürfen sich den 25. August also schon einmal vormerken, wenn die „Serious Black Magic“ ihren Weg in die Öffentlichkeit findet...


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