Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 23

Veröffentlicht am 05.01.2018

VINEGAR HILL (Melodic Death Metal, Steiermark)

Ghost Flowers

  • 1. The Fortress Above the Sun    
  • 2. Last Piece of Me         
  • 3. Sinner to Be Saint         
  • 4. Ghost Flowers         
  • 5. Void         
  • 6. Here with You         
  • 7. Epiphany         
  • 8. The Shift of Reasons         
  • 9. The Pale Conjurer         
  • 10. In Carving Memory


Es gibt sie noch, die Bands die sich Kritik ohne Mimimi und Drama zu Herzen nehmen, hart an sich arbeiten und dann nicht nur mit etwas Vorzeigbaren um die Ecke kommen, sondern gleich den musikalischen Äquivalent eines Vorschlaghammers präsentieren. So geschehen mit VINEGAR HILL, die vor einigen Jährchen noch harsche Kritik einstecken mussten, aber den ewig nörgelnden Rezensenten mit einer bockstarken Scheibe jetzt eine lange Nase drehen. Wer nicht darüber hinwegkommt dass IN FLAMES nicht mehr so klingen wie früher, sich an DARK TRANQUILLITY satt gehört hat und keinen Bock hat irgendwo in der Vergangenheit nach feinst-melodischem Todesblei zu graben, der sollte sich schleunigst dem steirischen Essighügel zuwenden. Knackige Riffs und wunderbare Melodieläufe („The Shift Of Reasons“) wechseln mit brettharten Einschüben („Last Piece Of Me“), verquicken beides zu episch-ausladenden Titeln („In Carving Memory“) und sind auch für die eine oder andere, gar ein wenig progressive Soundspielerei zu haben („Void“). Einheitsbrei klingt eindeutig anders, denn trotz stellenweiser gut gesetzter Synthie-Effekte driften VINEGAR HILL nicht in die allzu seichte moderne Schiene ab, sondern spielen sich ,wie in „Here With You“, lieber mit einer eher deftig dargebotenen Thrash-Anleihe. Abwechslungsreich und dennoch rund, so fräst sich das Rund mit Präzision in die Gehirnrinde und lässt trotz viel Melodie mehr als genug Raum für das Sortieren der Nackenwirbel in Rotation.

Einer noch höheren Wertung stehen lediglich zwei Dinge im Wege: Zum Einen der noch immer etwas schiefe Klargesang („Ghost Flowers“!), der sich nun aber auf sympathische Weise ins musikalische Gefüge eingliedert ohne Nervfaktor zu verbreiten, zum Anderen das an sich begrüßenswerte Experiment einer Gastsängerin im treibenden „Epiphany“, das sich leider dermaßen mit dem Gesamtsound beißt, dass es komplett aus dem Fluss des Albums purzelt. Bis auf diesen kleinen Schönheitsfehler haben die Steirer aber ein verflucht starkes Album zusammengezimmert, das man mit Fug und Recht an die Spitze der heimatlichen Veröffentlichungen aus diesem Teilbereich der harten Musik stellen kann. Reinhören unbedingt empfohlen!
- 4/5 (Anthalerero)

Was an dieser Stelle natürlich nicht fehlen darf, das sind Links zur Homepage und Facebook-Präsenz der Band, sowie ein Video, das die Qualitäten der Steirer untermauern sollte:
 

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: CHAOS INSIDE
Seite 3: GATE TO INFINITY
Seite 4: CALL IT EVEN
Seite 5: VINEGAR HILL
Seite 6: COPERNIQUO


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