Metallisierte Welt - Auf den Spuren einer Subkultur

Veröffentlicht am 28.12.2017

Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie es um den Metal außerhalb Europas bestellt ist? In welche entlegenen Winkel dieser Welt unsere geliebte Subkultur bereits vorgedrungen ist, wie sie sich dort entwickelt und mit welchen Problemen sie zu kämpfen hat? Dann wird es Zeit diese Neugierde zu stillen!

Moritz Grütz, seines Zeichens Chefredakteur von Metal1.info, stellte sich obige Fragen und beschloss, sich unter dem Titel "Metallisierte Welt" an die Fersen der immer weiter vordringenden schwermetallischen Kultur zu heften und ihr in die entlegensten Winkel dieser Welt zu folgen. Ursprünglich als reine Online-Serie auf dem bekannten deutschen Webzine gestartet, zog das Projekt immer weitere Kreise, bis es das Ganze schließlich sogar ins Buchregal schaffte. Dank dem Verlag Hirnkost bekam Moritz die Chance, das umfassende und sehr detaillierte Werk als Buch herausbringen zu können - 180 Seiten geballter Schwermetall, im schicken Hardcover. Ab 2. Januar 2018 ist diese Enzyklopädie der noch weitestgehend unbekannten Seiten und Aktivitätskreise der Metal-Subkultur erhältlich – das ideale nachweihnachtliche Geschenk für alle Metalheads!
 


 

Durch eine übersichtliche, alphabetische Gliederung behält man als Leser leicht den Überblick über die 34 Kapitel, die sich jeweils mit einem einzelnen Land beschäftigen. So ist auch schnelles hin- und herspringen und vergleichen gut möglich, ein Übriges zur leichten Lesbarkeit tut der in zwei Spalten gegliederte Text, der einem die oft wortreichen Ergüsse der Interviewpartner deutlich einfacher aufzufassen macht. Hier liegt auch eine Besonderheit des Buches, denn anstatt sich in langwierigen, trockenen Abhandlungen zu ergehen, lässt der Autor, nach einer kurzen Einleitung zu jedem Land, die Musiker selbst zu Wort kommen. Dadurch erhält man als Leser einen mitunter sehr persönlichen Einblick, wie es ist, ein Metalhead in Ländern außerhalb der europäischen Komfortzone zu sein.

Denn, auch wenn man als vornehmlich schwarz gekleideter, langhaariger Rübenschüttler mit Kutte, kettenbehangen und nietenbestückt hierzulande bisweilen noch immer missbilligende bis abwertende Blicke erntet, Metal ist in Europa längst gesellschaftlich akzeptiert und lockt kaum noch einen Spießbürger hinter dem Ofen hervor [dafür umso mehr davon zu VOLBEAT- und METALLICA-Konzerten; Anm.d.Korr.]. In so einigen Ländern dieser weiten Welt kann das aber noch ganz anders sein, wo die persönliche Freiheit durch Doktrin und Zensur autoritärer Regimes derart eingeschränkt wird, dass jeder der nicht ins Schema passt, wie das bei Metalheads optisch und akustisch ja häufig der Fall ist, um sein Leben fürchten muss. Doch neben wirklich bedrückender Statements verfolgter oder stark in ihrer künstlerischen Freiheit eingeschränkter Musiker findet sich auch so manche äußerst überraschende Geschichte.

So blüht Metal sogar in jenen Ländern, in denen man es aufgrund einseitiger Medienberichte kaum vermuten würde, wohingegen durchaus fortschrittlich wirkende Staaten mit teils sehr radikalen Mitteln gegen jegliche künstlerische Freiheit oder gar Rebellion, deren Geist den Heavy Metal doch noch immer umgibt, vorgehen. Doch auch von ganz profanen Problemen berichten viele Metalheads – sei es nun die fehlende Möglichkeit an hochwertiges Equipment zu kommen (beispielsweise in Botswana oder im Libanon), kaum bis keine Auftrittsmöglichkeiten (ein weitverbreitetes Problem) oder auch die schlicht und ergreifend abgeschiedene Lage, die die Szene etwa In Grönland oder auf den Malediven daran hindert, sich stärker zu entfalten. Nicht zuletzt geben die vielen Wortspenden der engagierten Bandmitglieder rund um den Globus auch Einblicke in die jeweiligen Kulturen, wie man sie ansonsten nie bekommen würde. Es ist faszinierend zu lesen, wie Metal in all seinen Ausprägungen in fast jedem Land seine eigene Nische zu finden vermag, dort oftmals mit der vorherrschenden Kultur koexistiert und von den jeweiligen kulturellen Besonderheiten seinen Stempel aufgedrückt bekommt. Manchmal jedoch hört man auch sehr unterschiedliche Meinungen aus ein und demselben Land, was dazu geführt hat, dass der Iran gleich mit drei verschiedenen Bands in „Metallisierte Welt“ vertreten ist, deren Aussagen unterschiedlicher nicht sein könnten.

All diese verschiedenen Stimmen aus exotischen Ländern von Aserbaidschan bis Tasmanien sorgen dafür, dass man das Buch, einmal damit angefangen, nur schwerlich wieder aus der Hand legen kann. Seite um Seite wühlt man sich tiefer in den Kosmos des Heavy Metal, der weltumspannend in so vielen Ausprägungen erblüht – ob nun öffentlich oder im Verborgenen. „Metallisierte Welt“ ist eine faszinierende Reise quer durch Kontinente und Länder, auf den Spuren einer Subkultur, die dank ihrer treuen Fans und engagierter Musiker wirklich bis in den letzten Winkel dieser Welt vorzudringen mochte, weil sie so viel mehr ist als „nur“ Musik: Vielmehr ein Lebensgefühl, das eine Einigkeit über Grenzen, Kulturen und Glaubensrichtungen hinweg heraufzubeschwören imstande ist. Letztendlich sind wir alle gleich – wir alle sind Metalheads!

Weitere Infos zum Buch erhaltet ihr in unserem Interview mit Autor Moritz Grütz!
 


 


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