Flusensieb #21 – 10 mal Metal

Text: Jazz Styx
Veröffentlicht am 15.03.2018

DEMOTIONAL – Discovery

In einem x-beliebigen Modegeschäft hängt an einem x-beliebigen Bügel DEMOTIONAL. Modern Metal zwischen Metalcore und Alternative Metal mit reichlich Elektro-Drumherum. Die Platte Nummer drei der Schweden nennt sich „Discovery“. Eine Entdeckung ist sie aber weniger. Zwar kann die Kombination aus Shouts und Elektro-Geplänkel schon mächtig steil gehen und der Clean-Gesang ist weit stärker, als man es auf der Core-Spielwiese gewohnt ist, aber zwischen all der Gefälligkeit und den kantenlosen Hooklines schafft es die Platte nicht, mehr zu sein als ein Statement für den Erhalt des Genres – in dieser Funktion bringt es respektable Leistung, aber die Faszination bleibt blass. (jazz)

 

DECAYING – To Cross The Line

DECAYING. Das klingt doch nach freudig blühender Lebendigkeit. Oder eher nach dem Abglanz davon. Oder einer fernen Erinnerung daran. Oder auch einfach gar nicht danach. Denn die Finnen bringen Tod. Keinen übertrieben drüberwalzenden Gewalttod, sondern Vergänglichkeit in einer rauen, harten Welt. Der Death Metal auf dem vierten Album „To Cross The Line“ ist eher tief und schwer als schnell und voranpreschend. Interessant wird die Platte auch durch die Einflüsse von Heavy und Doom Metal. Gestorben wird bei DECAYING mit Gewicht, Ruhe und Stil. Definitiv kein Einheitsbrei! (jazz)

 

KATLA. – Móðurástin

KATLA. bringen ihre erste Platte heraus und sofort regen sich Fragen nach SÓLSTAFIR. Denn deren ehemaliger Drummer Guðmundur Óli Pálmason geht mit „Móðurástin“ (Mutterliebe) eigene Wege durch die schöne, aber unbarmherzige isländische Natur. Ebendiese hört man aus den ruhigen, post-metallischen, dronehaften, doomigen, post-rockigen Klängen heraus sowie den Winter, die Kälte, die Trauer, die Härte, das Ausharren, das Überleben und das Sterben. Unendlich gefühlvoll und doch nie effekthaschend. Dazu Einar Thorberg Guðmundssons kalt-klar-fein-präzise Stimme. Wenn das die Antwort auf SÓLSTAFIRs „Berdreyminn“ ist, reiche man denen einen warmen Mantel und gebe „Móðurástin“ eine Chance! (jazz)

 

SATANIC WIZARD – Darkness Gets Me...

1998 war die Demo „Incanatation...Nefas...Blutregen“ der erste Streich von SATANIC WIZARD. Der zweite folgte in Form der EP „Winterblut“ 2001. Dann wurde es still um den Schwarzmetallzauberer. 16 Jahre später kommt dann ein Ungetüm in voller Länge aus den Tiefen des süddeutschen Satanismus gekrochen. „Darkness Gets Me...“ lautet sein Titel. Die Platte ist eine Kombination der beiden alten Werke, enthält aber auch bisher unveröffentlichtes Material. Neben der geballten Black-Metal-Wucht auf deutsch und englisch streuen sich auch eine Menge Death-, einige Thrash-Metal-Elemente und reichlich Gemischtes, was das gute Stück nicht langweilig werden lässt. Hokus Pokus Fide... Satan! Satan! Satan!!! (jazz)


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: DEMOTIONAL, DECAYING, KATLA., SATANIC WIZARD
Seite 3: STORMHOLD, ORANGE ATE KID, DEINONYCHUS


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