Flusensieb #21 – 10 mal Metal

Text: Jazz Styx
Veröffentlicht am 15.03.2018

STORMHOLD – Salvation

Was braucht es, um ein richtig schön powermetalliges Power-Metal-Album zusammenzuschustern? Erstens fröhlich melodiös daherriffende Gitarren. Hat „Salvation“! Zweitens eine starke, schöne Stimme. Mit der kann Filip Peterson dienen! Drittens pompöse Epicness. Die scheint den fünf Schweden statt Blut durch die Adern zu fließen. Warum aber ist die zweite Platte von STORMHOLD nicht das Flaggschiff des gegenwärtigen Power Metals? Weil sie nichts neu erfindet. Sie ist so innovativ wie die Süßung mittels Zucker. Ja, alles ist zuckersüß danach und das kann man durchaus mögen, aber es macht das Essen nicht zu einer geschmackvollen Komposition. STORMHOLD sind eher Zucker als hohe Kochkunst! (jazz)

 

ORANGE ATE KID – Thrive and Prosper

Zwischen Schafen auf einem Deich steht ein junger Mann und schaut stoisch auf die Nordsee. Seine Hände stecken in den Hosentaschen, der Himmel ist blassgrau, der Wind pustet ihm die Haare aus dem Gesicht. Die Szenerie ist unaufgeregt und dennoch tief, emotional, schön. So klingt auch die neue EP „Thrive and Prosper“, die irgendwo zwischen Post-Hardcore und Alternative Rock stattfindet und vereinzelte Metalcore-Anteile besitzt. Wer ORANGE ATE KID bereits live erleben durfte, weiß, dass die schwere Ruhe in der eigentlich rockig-aktiven Musik auf der Bühne eine zusätzliche, sehr wilde Komponente bekommt, die die Hamburger auch für Freunde härterer Klänge reizvoll macht. Weiter so! (jazz)

 

DEINONYCHUS – Ode To Act Of Murder, Dystopia And Suicide

Die Welt hat ihren unaufhaltsamen Kurs auf ihr Ende längst eingeschlagen. Gebäudeskelette heben sich nur knapp mit tieferem Schwarz vom dunklen Himmel ab. Ein vollkommen verschmutzter Mensch versucht noch grob, aber unmotiviert, sein Messer vom Blut zu befreien. Es war sein letzter Mord für einen Schluck trübes Wasser. Er beschließt, zu gehen, anstatt diese Welt weiter zu ertragen. Den Soundtrack zu seinem Beschluss spielen DEINONYCHUS mit ihrem achten Album „Ode To Act Of Murder, Dystopia And Suicide“. Zum 25-jährigen Jubiläum der Band gibt es technisch sehr sauberen Black Metal mit depressiv-suizidalen Tendenzen und massivem Doom-Einschlag. Wunderschön klagend! (jazz)

 

Mehr Flusensieb!


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: DEMOTIONAL, DECAYING, KATLA., SATANIC WIZARD
Seite 3: STORMHOLD, ORANGE ATE KID, DEINONYCHUS


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