J.B.O. - Das 'Deutsche Vita' Gangbang-Review

Veröffentlicht am 26.03.2018

JBOs neues Album ist ein Paradebeispiel, wie musikalischer Unsinn klingen kann, ja manche Songs könnte man als Lauschangriff auf die Ohren bezeichnen. Ich will nur einige Beispiele nennen: SPLIFFS „Carbonara“ heißt jetzt „Wer ist der Fahrer“ und ist die perfekte Selbstdemontage einer Band, die ich in ihren Anfangstagen mal lustig fand. All die Coverversionen bekannter Hits von NENA, MARKUS oder EXTRABREIT sind nur belanglos, ausgelutscht, einfach zum ... naja. Aber es geht noch schlimmer, denn wie kann man die Titelmusik von „Wickie und die starken Männer“ so verhunzen? Wenn das meine Jugendhelden Snorre, Faxe oder der Halvar hören könnten, die würden sofort lossegeln, um nicht mit dem schrecklichen Sven, sondern mit JBO zu kämpfen.

„Bombenhagel“ von SODOM heißt hier „Karneval in Sodom“ und ist einer der wenigen Tracks, die man zumindest anhören kann. Spätestens beim ultrapeinlichen „Du hast dein Smartphone vergessen“ liegt man schmerzverzerrt und mit Schaum vor dem Mund am Boden und schwenkt verzweifelt die weiße Fahne. Der Titeltrack macht dann wirklich alles zunichte, denn da war ich kurz davor, meine Stereo-Anlage in die Luft zu sprengen. „Deutschland ist doch gar nicht so schlecht“ singen hier die Herren und jetzt breche ich diese musikalische Folter ab.

Dieses Album ist ein Paradebeispiel dafür, was die Welt nicht braucht. Klar wird „Deutsche Vita“ für manchen Freak die Offenbarung in Sachen Musik sein, aber alle anderen, die ein wenig musikalischen Verstand haben, werden diese Darbietung meiden wie der Teufel das Weihwasser. Es tut mir leid, aber was kommt als nächstes aus Erlangen? Wird die Titelmelodie der Teletubbies gecovert oder gibt es ein Schlageralbum, wo dann DJ Ötzis „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ (Anm. d. Lekt.: Das ist eigentlich auch nur ein Cover *klugscheiß*) gecovert und in „Ein Stein, der dir die Birne einschlägt“ umgetauft wird?

Gottseidank sind Geschmäcker verschieden, jeder kann für sich selbst entscheiden, aber dieses Album ist für alle hart arbeitenden Nachwuchsbands ein gewaltiger Schlag ins Gesicht. Die Fans werden es dennoch wieder wie geschnittenes Brot kaufen und somit schafft man es in die Charts. Mir graut es jetzt schon von der nächsten Veröffentlichung und ich bin mir auch bewusst, das ich mit meinem Review die Fans der Rosa Spaß Fraktion ein wenig provoziere. Aber freiwillig und ohne an der Schläfe angelegter Knarre werde ich mir sowas nicht mehr anhören.

So, jetzt könnt ihr mich mit rosa Plüschbällchen bewerfen oder teeren und federn, nur deshalb wird die CD auch nicht besser. Jungs, besinnt euch wieder auf die alten Stärken! Ihr habt ja schon oft gezeigt, dass es auch anders geht, denn dann kann es wieder funktionieren und mir auch gefallen. Jetzt höre ich wieder die EAV, denn die sind origineller.

0,5/5 – Walter Thanner

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Walter Thanner
Seite 3: Jazz
Seite 4: Anthalerero
Seite 5: Daria Hoffmann
Seite 6: Christian Wilsberg
Seite 7: Fazit


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