SLIPKNOT - Listening Session zu "All Hope Is Gone"

Text: Reini
Veröffentlicht am 25.07.2008

Gematria (The Killing Name“)

Der erste gehörte Track ist grob umschrieben ein kontrolliertes Modern Thrash Teil, bei dem auch Corey Taylor reichlich Aggro in seiner Stimme verpackt. Die Guitarleads wiederum kommen schön melodisch daher und gerade in der Mitte ist der Song schon ein Dampfhammer par excellence. Besonders das geshoutete „We will burn your cities down“ drückt angenehm in der Magengrube!

Sulfur

Zuerst fällt bei diesem Track gleich mal die Mörderproduktion auf, gerade die wuchtigen Drums von Joey Jordison (der etatmäßigen #1 – weil #0 ist ja der derzeit Fersengebrochene DJ SID) sind immens prägnant gemischt worden. „Sulfur“ selber ist zeitweise – gerade im Refrain – hochmelodisch, mit zarten Taylor’schen Gesang gewürzt, sonst ein Midtempo Track, der mit leichten Industrial Einflüssen gewürzt wurde.

Psychosocial

Tja die erste Single, kennt wahrscheinlich eh schon jeder, für die, die nicht – da ist der dazugehörige Videoclip –> selber Meinung bilden hat auch was:



Dead Memories

Sehr verhaltener Beginn, viel Drums, Corey T. sehr nachdenklich, auch der Refrain mit angezogener Handbremse, klingt irgendwie wie ein härterer STONE SOUR Song, ist ok, aber doch ein wenig SLIPKNOT untypisch, oder doch nicht?

Vendetta

Sie bolzen wieder die Maskenmänner! Herrliche Thrashsalven und ein Frontman, der wieder auf Melodie setzt. Klingt beim ersten Mal hinhören fast wie ANTHRAX zu John Bush Zeiten. Der mit deftigen Shouts unterlegte Refrain sticht heraus, wenngleich das Anfangstempo nicht mehr wieder kommt.

Butcher’s Hook

Verschrobenes Midtempo, abgehakte Phrasen, bevor ein wirklich gelungenes Wechselspiel im Refrain für Aufsehen sorgt. „Go Ahead and Disagree“ wird von zig Stimmen gebrüll/shoutet – „I’m giving Up“ Corey Taylor solo und sehr, sehr zartbesaitet. Generell der schwierigste Track bist jetzt!

Gehenna

Unglaublich nachdenklich zu Beginn, cooles Grundriff, eher zähes Tempo, Corey Taylor mit fast Sprechgesang über schon spacigen Sounds, die zwei/dreimal herrlich explodieren. Ohrwurm Refrain, sehr eingängig zu diesem Zeitpunkt, ein langes melodiöses Gitarrensolo übernimmt die Vorherrschaft, bevor es wieder von vorne losgeht.

This Cold Black

Beginnt auch wieder einmal sehr Drum orientiert! Endlich kehrt der Aggro Gesang zurück, wohl mit der schnellste Track auf „All Hope Is Gone“. Ein wunderbar angepisster und auch knüppeldicker Refrain rundet das Ganze ab. Der Song bleibt über die gesamte Dauer konstant hart und brutal. Geile Nummer, wenngleich nach nur einmal hören wenig eingängig.

Wherein Lies Continue

Wieder so ein Midtempobrett. Der Refrain semi-eingängig, jedoch klar gesungen. Auch tauchen im Refrain diverse Samples – unter anderem reichlich schräge Sirenensignale – auf. Sonst vom Riffing her ziemlich zerhackt und gerade in der Strophe schon ein wenig schwierig. Den Track muss man sicher öfter hören, trotz des doch leicht flutschenden Refrains.

Snuff

Beginnt balladesk! Bleibt es auch über längere Zeit. Ein Corey Taylor in Bestform, ungemein gefühlvoll, selbst wenn die E-Gitarren und Drums einsetzen bleibt die traurig projizierte Stimmung aufrecht. Kandidat Nummer 1 für die nächste Singleauskopplung und potentieller Chartbreaker in den USA.

All Hope Is Gone

Ein Mörder Inferno zum Abschluss. Rasende Double Bass Drums, Ansätze von Blastbeats (!!!) und die Vocals werden hier einfach nur rausgekotzt. Was für ein konträres Bild zum unmittelbar vorausgegangen „Snuff“. Selbst der Chorus vom Titeltrack bleibt Grundhart, aber doch schön zum Mitshouten getrimmt, bevor wieder ein Guitarlead die Kontrolle an sich reißt. MODERN THRASH ATTACK, die auch über komplette Songdauer von zahlreichen Samples gestützt wird.

FAZIT:

Teilweise könnte man meinen SLIPKNOT sind erwachsen geworden. Sicher ist das einmalige Hören eines Albums und dann etwaige Schlüsse daraus zu ziehen eindeutig zu wenig. Aber soviel sei verraten: Teilweise merkt man die Handschrift eines Corey Taylor und seiner „Nebenband“ STONE SOUR wirklich deutlich, daneben lassen die neu bemaskten Iowa Metaller aber noch immer genügend Raum um auch ein bisschen herumwüten zu können. Der geneigte Fan kauft das Werk sowieso blind, die Ein oder Andere Nase, welche bislang mit SLIPKNOT noch nicht wirklich viel anfangen konnte, dürfte man mit „All Hope Is Gone“ jedoch unter Umständen mit ins Boot holen können. Auffallend auch die Lyrics, die teilweise negativer und pessimistischer, aber auch provokativer nicht sein könnten. Also ein kalkuliertes Album hört sich definitiv anders an, SLIPKNOT sind sich im Großen und Ganzen zwar treu geblieben, haben aber doch die ein oder andere Überraschung mit eingebaut.


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