DIMMU BORGIR - das 'Eonian' Gangbang-Review

Was ist da bloß ein Hype entstanden um die Norweger von DIMMU BORGIR? Acht Jahre kein Longplayer, doch was spielt das für eine Rolle bei einem derart großen Namen… Selbst die kleinsten Andeutungen aus dem Studio wussten Jubelstürme zu erzeugen, obgleich immer wieder negative Kommentare aufkamen aufgrund der Richtung, die die Truppe in der Vergangenheit eingeschlagen hat. Nun steht uns „Eonian“ bevor, das den Erwartungen, die bis zur Decke reichen, natürlich kaum gerecht werden kann.

Kein klassisches Intro leitet das Album ein, sondern das sehr düster angehauchte „The Unveiling“. Stampfender Rhythmus, fetter Chor, verzerrte Gitarren. Episch? Ohja! Und zack, ein ordentlicher Tempowechsel und das Ding nimmt Fahrt auf. Atmosphäre, Epicness und Härte geben sich hier die Klinke in die Hand und erzeugen ein vor allen Dingen spannendes Konstrukt, das sich nicht ohne weiteres entschlüsseln lässt. Was aber festzuhalten bleibt: Der Refrain, welcher durch fetten Choreinsatz veredelt wurde, stellt alle Haare am Körper auf. Die Single „Interdimensional Summit“ arbeitet viel mit Streichern und bietet im Vergleich zum Opener eine leichtere Kost, keine derart vertrackte Struktur. Mir taugt das im Gesamtumfang mehr, weil der Opener fast zwanghaft versucht hat, tausend Elemente unterzubringen. Das absolute Highlight begegnet uns mit „Lightbringer“, das mit den seichten Pianoklängen samt Blastbeats die wohl dichteste Atmosphäre der Scheibe zu erzeugen weiß. Noch dazu ein Track, der mit ordentlich Eiern ausgestattet wurde! Songs wie „I Am Sovereign“ oder „Alpha Aeon Omega“ leiden an derselben Kinderkrankheit wie „The Unveiling“. Sehr ambitioniert, aber am Ende vielleicht doch der kleine Ticken ZU viel. Ich liebe Progressive Metal, doch DIMMU BORGIR verlieren hier teilweise den roten Faden vollends, was dem Gesamtpaket eher schadet, denn einzelne Songs machen auch in ihrer Gänze Spaß. Auch das eben angesprochene „Alpha Aeon Omega“ bietet überragende Parts, aber der Song in sich geschlossen wirkt manchmal verloren.

Schwierig, eine angemessene Berwertung zu geben, denn „Eonian“ zieht definitiv Aufmerksamkeit auf sich und bietet musikalisch ein sehr breites Spektrum. Noch dazu steckt dort weitaus mehr Black Metal drin als gedacht. Ich für meinen Teil muss mich in der Stimmung befinden, die dieses Album erfordert, um es in seiner Gänze aufsaugen und genießen zu können. Einzelne Songs zwischendurch rein zu ballern, funktioniert einwandfrei, doch das Gesamtpaket wirkt wirklich sehr speziell und anders. Das ist am Ende vielleicht auch so gewollt. Fakt ist, dass ich wohl immer wieder zu „Eonian“ zurückkehren werde, so verloren es manchmal wirken mag.

3,5 / 5 - Sonata

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Lucas Prieske
Seite 3: Anthalerero
Seite 4: Pascal Staub
Seite 5: Captain Critical
Seite 6: Sonata
Seite 7: Christian Wilsberg
Seite 8: Fazit


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