Flusensieb #22 – 10 mal Metal

Veröffentlicht am 29.04.2018

SORROWFUL LAND – Where The Sullen Waters Flow

Eine EP voller Doom kann gern mal doppelt so lang sein wie ein Album im Grindcore. Und auch beim atmosphärischen Death Doom von SORROWFUL LAND bekommt man eine knappe halbe Stunde feinste Trauer-Wut-Verzweiflungs-Melodien für einen wolkenlosen Herbstabend an einem unbewohnten See, an dem man merkt, dass die düsteren Wasser nicht nur vor, sondern auch in einem fließen. „Where The Sullen Waters Flow“ wird allein von den Händen des Ukrainers Max Molodtsov geformt und hat vielleicht deswegen so eine bezaubernd kompromisslose, tiefe Schönheit, die es mich wieder und wieder und wieder hat hören lassen – mancher Durchlauf begeistert, mancher erschüttert. Äußerst hervorragend! (jazz)

 

GRAI – Ashes

Die aus dem russischen Tatarstan stammende Pagan-Folk-Metal-Band GRAI legt mit „Ashes“ ihr viertes Vollalbum vor. Auf diesem präsentieren die fünf (bzw. sechs) Musiker einen durchaus eigenen und abwechslungsreichen Stil, der zwischen fragil-introspektiven und wütend-ekstatischen Passagen variiert. Dabei ist besonders der dominante Frauengesang auffällig, weiterhin auch die charakteristischen Flöten und Sackpfeifen. Als interessanten Kontrast dazu gibt es düstere Growls zu hören. Ein großes Plus auf diesem Album sind die druck- und gefühlvollen Gitarren, die mit starken und recht originellen Riffs aufwarten – im Gegensatz zu so vielen eher (unter-)durchschnittlichen Folk-Kapellen. (THF)

 

HEAVYDEATH – Sarcophagus In The Sky

RUNEMAGICK sind überwiegend nun auch HEAVYDEATH. Auch mit Album Nummer Drei, „Sarcophagus In The Sky“, gibt es schleichenden, finsteren Death-Doom in die Gehörgänge gespült. Die Schweden schaffen dabei aber kein orientierungsloses Mischwesen, sondern ein tiefes, schweres Doom-Ungetüm, das sich lediglich seine gehässige Brutalität aus dem Death Metal leiht. manchmal scheinen die Passagen nicht bis zur Perfektion zuendekomponiert zu sein, schaffen aber eine so grundlegend hoffnungslose Atmosphäre unterschwelligen Zorns, dass man das überwiegend verzeihen kann. Trotzdem kratzen HEAVYDEATH immer knapp an meinen Nerven vorbei und verfehlen damit die von mir ersehnten emotionalen Höhepunkte. (jazz)

 

YPNOS – Beholder

Welche Hintergedanken YPNOS mit dem Video zu „State Of Grace“ verfolgen, mag in deren Köpfen verbleiben und den gediegenen Zuseher zu allerlei Interpretationen verleiten. Jedenfalls erhält man gleichzeitig eindrucksstarken angeproggten Metal als Zusatzinfo in die Gehörgänge. Musikalisch zu unaufgeregt, um bombastisch zu wirken, aber in sich gut verstrickt, um die feinen Melodien glänzen zu lassen, erhebt sich der Gesang über alles hinweg etwas zu leidend, zu theatralisch, was phasenweise etwas Gewöhnung bedarf. Am Ende lässt man sich aber dennoch auf eine gute Scheibe inklusive merkfähigem Charakter ein. (lisi)


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Mehr starker Metal!
Seite 3: Noch mehr starker Metal!


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