Sick Midsummer - alle Neune am Berg!

Veröffentlicht am 14.06.2018

Das wahrscheinlich schönste Festival Österreichs geht in seine neunte Runde! Auch dieses Jahr lockt der Bäckerberg wieder mit seiner unvergleichlichen Atmosphäre und einem kleinen, aber feinen  Lineup, womit sich das auf 500 Besucher limitierte Festival bereits einen Ruf als Fixpunkt in der österreichischen Festivalszene erarbeitet hat. Auch Stormbringer nimmt gerne wieder jedes Jahr die herausfordernde Anfahrt auf sich, um sich in der malerischen Kulisse des Vierkanthofs mit angeschlossener Wildzucht eine kräftige Dosis Schwermetall abzuholen.

Dabei präsentiert sich das Lineup von 2018 so international wie noch nie, mit acht Bands aus sechs verschiedenen Ländern. Für den heimatlichen Touch haben sich die Veranstalter dieses Jahr die inzwischen zur Speerspitze des heimischen Black Metal gehörenden ASPHAGOR geangelt, die kürzlich mit „The Cleansing“ ein bockstarkes neues Album auf den Markt geworfen haben und als Opener dürfen sich die Linzer Deather BEREAVEMENT (wir stellten sie euch bereits in unserem Underground-Special Nummer Zwei vor) auf der Bühne austoben.

Den Preis für den bislang weitesten Anfahrtsweg und auch des exotischsten Landes geht an NERVECELL aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, die euch ganz gewaltig einheizen werden. An ihrem Merchstand werdet ihr überdies auch einige Exemplare des gelungenen Genre-Schmökers „Metallisierte Welt - auf den Spuren einer Subkultur“  von Moritz Grütz finden können.  Atmosphärisch-folkloristische Kost erwartet euch bei DORDEDUH aus Rumänien, für die Okkult-Jünger sind LVTHN aus Belgien an Bord und der bunte Strauß an Nationen wird von den Schwarzwurzeln HUMANITAS ERROR EST mit deutsch-belgischem Lineup und zwei höllisch keifenden Frontfrauen komplettiert.

Als Headliner gibt es schlussendlich Schädelspaltung pur: Die niederländischen Todesmetaller SINISTER und das deutsche Black Metal Urgestein HELRUNAR werden euch und euren Genicken zu später Stunde den Rest geben.

 


Campen im Obstgarten vor malerischer Kulisse

 


 

Im Hinblick auf das in etwa einem Monat über die Bühne gehende Festival,  haben wir einen der Veranstalter mit ein paar Fragen rund um das Sick Midsummer gelöchert...
 

Das Sick Midsummer findet inzwischen zum neunten Mal statt und war die letzten beiden Male sogar ausverkauft. Hättest du dir, als ihr eure erste Ausgabe veranstaltet habt, gedacht, dass es zu so einem Dauerbrenner werden würde?

Das ist etwas, was wohl keiner von uns erwartet hätte. Bei der allerersten Ausgabe hatten wir ganz einfach die Idee, ein paar Bands einzuladen und diese privat in einer Garage auftreten zu lassen. Nachdem das guten Anklang fand trafen wir die Entscheidung, uns im Folgejahr auf die Suche nach einer ‚richtigen‘ und größeren Location zu begeben und das Konzept auf neun Bands, damals noch  ausschließlich aus dem puren Underground, zu erweitern. Über die Jahre hinweg sind wir, was die Größe der Bands angeht, langsam aber doch beständig gewachsen und so hat sich nach und nach das Sick Midsummer wie wir es heute kennen entwickelt.
 

Zu eurem ersten Festival, 2010, gibt es ja auch so eine schöne Geschichte, dass der Besucherandrang für ein etwas abruptes Ende gesorgt hat. Was war da damals alles los?

Das ist in der Tat eine witzige Story, die ich immer wieder gerne erzähle. Wie oben geschrieben fand die erste Ausgabe ja eigentlich privat in der Garage eines unserer Hauptorganisatoren statt. Davor hatten wir noch ein großes Zelt aufgebaut (das übrigens nach wie vor seinen Dienst als Merchzelt verrichtet), etwa 200 Flyer gedruckt und diese mit einem ‚all you can eat/drink‘ all-inclusive Hinweis zum Preis von damals 15,- Euro versehen. Womit wir nicht rechneten war, dass plötzlich gut 150 Besucher vor der Türe standen, welche zusammen mit den vier Bands und ein paar Helfern etwa 200 Personen ergaben. Grund genug für einen der (direkt angrenzenden) Nachbarn, um 20 Uhr die Polizei zu rufen, die von unserer ‚Privatveranstaltung‘ nur mäßig begeistert war. Und so wurde das erste Sick Midsummer dank einer ausverhandelten Schonfrist bereits um 22 Uhr offiziell beendet, trotzdem blieben noch einige Gäste um mit uns bis in die frühen Morgenstunden zu feiern.
 

Apropos erste Ausgabe – von dieser leitet sich ja auch euer Festival-Name „Sick Midsummer" ab, habe ich Recht?

Das stimmt. Die erste Ausgabe fand im kleinen Ort ‚Sicking‘ in Oberösterreich statt und von diesem ist folglich auch der Name Sick Midsummer inspiriert.
 

Bezüglich Locations habt ihr ja auch ein wenig herumgesucht – wie seid ihr letztendlich auf dem Bäckerberg gelandet?

Da wir für das zweite Sick Midsummer wie bereits geschrieben eine größere und auch zugelassene Location suchten, landeten wir nach einigen Anfragen schließlich in der nahegelegenen Tierzuchthalle in der Gemeinde Regau. Diese bot sich auf den ersten Blick als optimal an, da sie genügend Platz und einen überdachten Bühnen- und Publikumsbereich sowie ein Außengelände für Merch- und Essensstände bot. Die Veranstaltung lief in den beiden Jahren 2011 und 2012 gut und größtenteils reibungslos ab. Dennoch gab es immer wieder kleinere Unstimmigkeiten mit der Gemeinde und der Location und wir bekamen im Folgejahr leider keine Möglichkeit mehr, die Tierzuchthalle weiter für das Sick Midsummer anzumieten. Rückblickend stellte sich genau das als großes Glück dar, denn nach längerer Suche und Anfragen auf einigen entlegenen Höfen und Hallen schlug uns ein Mitglied unseres Vereins vor, es schließlich auf dem am Bäckerberg gelegenen Verkanthof zu versuchen, welcher einem Bekannten von ihm gehörte. Ein paar Verhandlungen später konnten wir damit letzten Endes eine der wohl schönsten Locations Österreichs für uns gewinnen, welche heute das vielleicht charakteristischste Merkmal unseres Festivals ist. Mit der Gemeinde Scharnstein haben wir auch einen langjährigen Partner gefunden, welcher zu hundert Prozent hinter dem Sick Midsummer steht.
 

War der zugegebenermaßen etwas kompliziertere Anfahrtsweg anfangs ein Problem? Hattet ihr jemals Bedenken, ob es am Bäckerberg funktionieren würde?

Der Anfahrtsweg auf den Bäckerberg ist in der Tat nicht der Leichteste, da es bis zum Festivalgelände unzählige Abbiegungen und kleine Straßen gibt, die anderswo hinführen. Zudem funktionieren die Navigationssysteme nicht immer zuverlässig, da viele den Fahrer über einen Privatweg führen würden, der jedoch am Veranstaltungstag gesperrt ist. Trotz unserem Versuch, die Anfahrt so gut wie möglich zu beschildern, gab es gerade Anfangs wohl Viele, welche früher oder später eine falsche Abzweigung genommen hatten und so mit einiger Verspätung auf dem Festivalgelände ankamen. Mittlerweile haben wir das jedoch mit vielen Zusatzschildern gut im Griff, unser Tipp ist für alle neuen Besucher trotzdem, sicherheitshalber ein wenig mehr Zeit für die Anfahrt einzuplanen.
2013 gab es von unserer Seite durchaus Bedenken, ob auch genügend Besucher den weitaus schwierigeren Anfahrtsweg im Vergleich zur Tierzuchthalle auf sich nehmen würden. Unsere Vermutung hatte sich anfangs zumindest teilweise bestätigt, was sich in einem leichten Besucherrückgang äußerte. Die Aussicht und die einzigartige Location am Bäckerberg dürfte sich jedoch schnell herumgesprochen haben und so konnten wir in den letzten beiden Jahren bereits um ca. 18 Uhr mit 500 Besuchern ein ‚Sold Out‘ verzeichnen.
 


Bergidylle pur!


Dass sich ein Festival nicht von selbst organisiert, sollte sich inzwischen ja schon herumgesprochen haben. Wieviel Zeit geht bei euch eigentlich wirklich für Organisaton und Planung drauf?

Das lässt sich so nicht einfach sagen, da natürlich keiner von uns die Stunden, die in die Planung und Organisation laufen, mitzählt – es sind jedenfalls viele, ich denke, einen Teilzeitjob könnte man damit schon gut füllen. Eine wirkliche Pause nach dem Festival gibt es nicht, da wir sofort mit den ersten Planungen und dem Datum für die nächste Ausgabe beginnen. Allerdings erlaube ich mir danach seit den letzten zwei Jahren, eine Art Erholungsphase von ein, zwei Monaten einzulegen, bevor es wieder ans Booking der Bands und Aussortieren der Bewerbungen geht.
 

Was sind die, deiner Meinung nach, schwierigsten Dinge in der Organisation und wo verstecken sich die meisten Stolperfallen?

Auch das kann man nicht wirklich pauschal beantworten. Es gibt viele Dinge, die man als Organisator erst im Laufe der Jahre lernen und verbessern kann. Anfangs ist meiner Meinung nach allerdings ein wichtiger Punkt, das Budget im Auge zu behalten und sich erst nach und nach zu steigern. Selbst wenn man es geschafft hat einen kleinen Puffer anzusammeln, kann dieser durch ein zu gewagtes Booking oder auch einfach ein paar unglückliche Verkettungen mehr als schnell verloren sein und man muss die Differenz anschließend von seinem privaten Geld begleichen. Auf die Dauer macht eine Organisation so selbstverständlich keine Freude. Wichtig ist auch, die verschiedenen Bereiche im Blick zu behalten und Aufgaben an mehrere Personen zu verteilen, anstatt alles bei einer Person zu platzieren, denn diese wird früher oder später überfordert sein. Es gibt viele Stolperfallen, die meisten davon muss man als Veranstalter eben früher oder später selbst herausfinden.


Auf dem Gelände befindet sich ja eine ganzjährige Wildzucht. Hattet ihr schon einmal Probleme mit der Geräuschkulisse oder den Besuchern, oder sind die Tiere da droben inzwischen nach einigen Jahren Festival schon auf Metal geeicht?

In dieser Hinsicht hatten wir bislang nie Probleme. Die Tiere haben in ihrem temporären Gehege genügend Platz, um sich bei Bedarf von der lauten Geräuschkulisse zurückzuziehen. Trotzdem kommen sie immer wieder auf die Besucher zu und sind mittlerweile wohl auch schon zu einer Art Attraktion am Bäckerberg geworden.



Nur am Bäckerberg: Schmusen mit Ziegenbock!
 

Ich bin dieses Jahr ja auch schon zum fünften Mal bei euch auf dem Berg und find es ja immer wieder faszinierend, wie friedlich und zuvorkommend die Freunde so schädelspaltender Klänge sind. Campen im Obstgarten, neugierig zuschauende Hirsche und Besucher die mit einem Ziegenbock schmusen – woran glaubst du, liegt das? Ist es die spezielle Atmosphäre bei euch, die die Metalheads ganz besonders handzahm macht?

Diese Frage haben wir uns selbst schon einige Male gestellt. Tatsächlich ist es eine Art spezielle, sehr entspannte Atmosphäre bei uns am Bäckerberg. Das liegt wohl zum einen an der Location selbst, es fühlt sich für viele denke ich wie ein kleiner Urlaub abseits der alltäglichen Zivilisation und inmitten der großartigen Natur, die Österreich zu bieten hat, an. Zum anderen versuchen wir seit jeher durch viele kleine Details, eine sehr familiäre Atmosphäre zu erhalten, deshalb auch das Limit von 500 Besuchern. Bei uns sollte man sich nicht wie auf einem klassischen Festival fühlen, sondern eher wie auf einem großen Treffen mit Freunden, auf dem es günstige Getränke, gutes, hausgemachtes Essen und – natürlich – Jahr um Jahr aus unserer Sicht großartige Bands zu sehen gibt.


Und nun die wichtigste Frage von allen: Wird es auch dieses Jahr wieder den legendären Schoko-Blechkuchen mit Festivallogo geben? Und natürlich auch die restliche liebgewonnene Verpflegung...

An dieser Stelle können wir die Leser gleich beruhigen, es wird definitiv wieder unser selbstgemachtes Chili Con Carne und das Indische Dal über offenem Feuer sowie kleinere Imbisse geben. Und wir setzen natürlich unser Bestes daran, dass auch der Kuchen mit dem Sick Midsummer Festivallogo wieder erhältlich sein wird.
 

Ich bedanke mich für deine Zeit und wünsche euch weiterhin viel Erfolg mit eurem, wahrscheinlich schönsten Festival Österreichs. Wir sehen uns am Berg!

Vielen Dank auch an euch für die spannenden Fragen – wir sehen uns bereits in etwa einem Monat auf dem Bäckerberg!

 


 

Vorverkaufs-Tickets für das Sick Midsummer erhaltet ihr noch bis 30.06. per Mail an tickets@sick-midsummer.at, sowie bei allen Sparkassen österreichweit. Nach diesem Zeitpunkt sind Tickets, so noch welche vorhanden, nur noch an der Abendkassa zum erhöhten Preis erhältlich. Also, kommet zahlreich und feiert mit uns am schönsten Festival Österreichs!



Trotz viel Krawall ist am Bäckerberg auch Platz für abendliche Romantik

 


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