Flusensieb Mini #02 – 3 übersehene Platten

Text: Jazz
Veröffentlicht am 31.07.2018

Das Flusensieb Mini befasst sich in aller Kürze mit drei Alben, die wahrscheinlich bisher zu wenig Aufmerksamkeit erhalten haben. Los geht es mit dem Aufeinandertreffen von Amboss, Düsenjet und Minigun, bevor das Metalcoreschiff den Hafen in Richtung High Quality verlassen wird und ein Gitarrist tut, was ein Gitarrist tun muss – oder doch eher lassen sollte? Viel Spaß!

 


SLAVERY FARM – Reborn

Wer „Reborn“ von SLAVERY FARM für fürchterlichen Krach hält, hat recht. Da hat wohl jemand die Amboss-Wurfmaschine direkt auf die Düse eines Jets gerichtet und den Modus Minigun gewählt. Death Hardcore Crust Punk D-Beat Grind Metal könnte man das nennen und träfe damit ungefähr so ins Schwarze wie mit: niederländische Waschmaschine im Schleudergang, gefüllt mit Backsteinen und Schrauben, gegen die ein tobender Choleriker brüllend seinen Schädel schlägt. Eine gekonnte Beleidigung für die Trommelfelle in 12 Akten bzw. 25 Minuten. Kinder, wenn ihr mal richtig rebellieren wollt, SLAVERY FARM sind eure Freunde! (jazz)


WATCH THEM FADE – Emptiness

Metalcore ist zwar irgendwie nicht so ganz totzukriegen, aber im Sterben liegt er bekanntlich ja schon lange. Viele Ratten aus diesem Genre verlassen das sinkende Schiff. Manche in Richtung Post-Hardcore, andere wenden sich dem Alternative Metal oder härteren Metal-Stilen zu. WATCH THEM FADE gehen mit „Emptiness“ all diese Wege gleichzeitig … und noch weitere … und bleiben dennoch Metalcore. Aber eben mit sehr viel Atmosphäre, Gefühl, Düsterkeit, Stärke und musikalischer Finesse. Dass das Album der Würzburger nicht wie aus einem Guss wirkt, ist zu verschmerzen, weil sie beim leicht diffusen Austoben immer wieder kleine Wunder erschaffen. Berauschend! (jazz)


LUCA PRINCIOTTA BAND – Rough Blue

Luca Princotta ist seit über zehn Jahren Gitarrist bei DORO. Nun gibt es ihn auch alleine. Also eigentlich nicht, denn er hat ja eine Band, die LUCA PRINCIOTTA BAND. Die klingt aber schon auch, als wäre er gern die ganze Band. Das wäre schade, denn Sänger Matteo Bertini hat eine großartige Stimme, die er nicht oft genug nutzt, um den logischerweise gitarrenlastigen, zugegeben echt starken Hard Rock zu begleiten. Die Saitenarien klingen mitunter wie Bewerbungsaufnahmen oder aber schlichte Angeberei. Diese bluesige Debüt-Soloplatte zeigt, dass der Italiener sein Instrument beherrscht, aber die Stärken auf „Rough Blue“ liegen eher weniger in seinen Dauersoli. Aber allemal ein Ohr wert! (jazz)


 

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