Flusensieb Mini #05 – 3 übersehene Platten

Text: Sonata, Jazz
Veröffentlicht am 18.08.2018

Das Flusensieb Mini beschäftigt sich mit Platten, bei denen kein Redakteur zugegriffen hat. Übersehen liegen sie herum, bis sie hier ein kleines Reviewchen bekommen. Diesmal beginnt alles mit progressivem Slomo-Tripp-Gedudel bei unsicher Substanzwahl, bewegt sich durch eine düstere Heavy-Supergroup – Besser als die Griechen! – und endet mit rohem Gekratze im untergrundigen Untergrund Münchens. Viel Spaß!

 


 

UNKH – Innerverse

Progressiver Rock kommt aus den Niederlanden. Er ist geprägt von 1970er-Jahre-Klängen, aber auch von elektronischen Passagen. Mir erscheint dieser meist monotone Minimalismus, den UNKH auf „Innerverse“ offenbaren, wie unvollendete Proberaumsessions, die auf irgendwelchen Substanzen entstanden, von denen ich keine Kenntnisse habe. Somit kann ich nicht einmal abschätzen, welche Stoffe dieses Slomo-trippige Gedudel zu einer befriedigenden Erfahrung machen könnte. Weißwein, Oliven, Lammsalami und geröstetes Knoblauchbrot sind es jedenfalls nicht. Mir scheint es aber sinnvoller die Musik dem hervorragenden Essen anzupassen als umgekehrt. (jazz)

 


 

WE SELL THE DEAD – Heaven Doesn't Want You and Hell Is Full

WE SELL THE DEAD als neue Supergroup? Klar, so setzen sie sich aus Musikern zusammen, die bereits einiges im Musikbusiness zu bewegen wussten. Niclas Englin (IN FLAMES), Jonas Slättung (Ex-HIM) und Apollo Papathanasio (Ex-FIREWIND) fahren mit ihrer düster angehauchten Heavy-Metal-Band schwere Geschütze auf und entführen uns musikalisch in ein Konzept, das sich mit Jack The Ripper befasst. Das atmosphärische Intro leitet den stampfenden Opener „Echoes Of An Ugly Past" ein, der emotional eine große Bandbreite aufweist. Schneller geht’s bei Tracks wie „Turn It Over“ oder „Imagine“ voran, die unweigerlich an FIREWIND erinnern und das sogar besser verkaufen, als es die Griechen zuletzt vermochten. (Son)

 


 

NORGAAHL – A Clear View

Irgendwo in München hat sich eine Erdspalte aufgetan und den fiesesten Death-Rotz auf die Straßen gekotzt. „A Clear View“ hat alles andere als einen klaren Klang, sondern den trvesten Aufnahmesound überhaupt. Das üble Gegrunze dazu ist noch fürchterlicher. NORGAAHL schreiben ein hässliches Pamphlet gegen all den reingewaschenen, eckenlosen Pop-Metal-Zuckerguss – auf einem Stück Klopapier. Dabei ist dem Quintett aber anzumerken, dass es sich bei diesem rohen Gekratze um eine Stilentscheidung und nicht um einen Mangel an Fähigkeiten handelt – glaube ich. Fuck yeah! Undergrund! (jazz)

 


 

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