Flusensieb Mini #07 – 3 übersehene Platten

Text: Jazz
Veröffentlicht am 25.08.2018

Das Flusensieb Mini kümmert sich um die Platten, die die bösen anderen Redakteure vor ihrem Urlaub an der Autobahnraststätte ausgesetzt haben. Hier erhalten die Armen Dinger wieder die Aufmerksamkeit, die sie verdient haben. Dabei ist geiler cheesy Overthetopness-Kitsch mit Luftgitarren-Attitüde, die Umgehungsstraße des Rocks zwischen den Ohren und die Krabbenflut in der Progressive-Suppe. Viel Spaß!

 


 

BLACKSLASH – Lightning Strikes Again

Bei BLACKSLASH schlägt einem die volle Portion Eingängigkeit ins Gesicht. Sekunden in den Songs und wenigstens in Gedanken fliegen die Haare und die Zeilen werden lautstark mitgesungen – natürlich mit voller „Fuck Yeah! It's Heavy fucking Metal!“-Attitüde und exzentrischer Luftgitarre. Solche Mucke machen viele, aber selten ist das so konsequent geil wie auf der dritten Platte der Baden-Württemberger „Lightning Strikes Again“. Die cheesy Overthetopness kitsch-kulminiert wohl im über-epischen „Skyline Rider“. Heavy-Stuff lässt mich meistens absolut kalt, aber BLACKSLASH erreichen das unerwartete Gegenteil: Ich feier das hart! (jazz)

 


 

MOS GENERATOR – Shadowlands

Nur ein sanfter Nebel von Stoner Rock liegt über dem Alternative bis Classic Rock der Amerikaner von MOS GENERATOR, als bliese ein lässiger alter Mann im Schaukelstuhl auf seiner Veranda den Rauch seiner handgeschnitzten Pfeife über das staubige Feld, auf dem „Shadowlands“ gespielt wird. Die Klänge sind so solide wie sie unbeeindruckend sind. Beim besten Willen will nichts von all dem hochgradig sauber erarbeiteten Rock auch nur ein klitzekleines Bisschen haften bleiben. Zwischen meinen Ohren besteht eine Schnell- und Umgehungsstraße für diese Musik. Leider, denn ich kann durchaus wahrnehmen, dass MOS GENERATOR nicht nur 08/15-Sound generieren. (jazz)

 


 

ANTISOPH – Antisoph

Progressive Metal ist mitunter wie eine Krabbensuppe: Es wird mehr und mehr an den Krabben gespart! Prog heißt Musik heute schon, nur weil sich mal einer verspielt hat. Umso schöner, dass es Bands wie ANTISOPH gibt. Ihr Progressive Metal – nicht selten in Richtung Black ausgelegt – geht einen Schritt weiter und zählt sich somit zum Avantgarde Metal. Das ist wie Mathcore, nur ohne Core, dafür mit richtigem Metal. Das Trio aus Schleswig-Holstein zimmert auf der Debüt-Platte „Antisoph“ einen überaus unaufgeregten Weird-Shit zusammen, als gehe es bei all dem musikalischen Chaos wirklich um starke Musik und nicht darum, möglichst heftig aufzufallen. Beeindruckend! (jazz)

 


 

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