Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 30

Veröffentlicht am 14.09.2018


 

HENRIK HUBER (Instrumental, Wien)
 

Effigy

  • 1. Hei
  • 2. A Moment Or Two
  • 3. Plethora
  • 4. At Ease With Being At Ease
  • 5. Grains
  • 6. Their Shadows Are Longer At Night
  • 7. Where I've Been, Where I Am
  • 8. If You Walked With Me
  • 9. The Attender
  • 10. A Place Of No Solace
     

Zum Schluss dieses Jubiläumsspecials gehen wir in den Bereich instrumentaler Soloprojekte, mit HENRIK HUBERs „Effigy“. Kennt man Hens' ansonsten nur von der Progressive Core Formation I WATCH MOUNTAINS GROW, beschreitet er mit seinem Soloprojekt stilistisch andere Wege. Zwar noch immer im proggigen Bereich angesiedelt, spielt Hens mit Unterstützung von Bassist Niklaas Kammerzelt auf „Effigy“ sowohl mit post-rockigen Anleihen als auch so manch djentiger Attitüde. Blitzsauber produziert und technisch auf den Punkt, kann man alleine bei den Eckdaten schon einmal nicht meckern.

Wunderbare Melodien wie in „A Moment Or Two“ erwärmen die Herzen, während ein Titel wie „Their Shadows Are Longer At Night“, düster und bedrohlich grollend, postwendend das perfekte Gegenstück zur leichtherzigen Träumerei liefert. Extrem starkes, aber dabei zu keiner Zeit langweiliges technisches Gegniedel wie in „Grains“ lässt ein wenig an Djent denken, ähnlich wie das knackige „Plethoria“, dessen Aufbau jedoch wirkt, als wäre der Song eigentlich unter der geplanten Einbeziehung von Vocals entstanden. Auch das sanft beginnende „At Ease With Being At Ease“ weckt ähnliche Assoziationen, genau wie „The Attender“, in dem man trotz der schön akzentuierenden Klaviermelodie eine Gesangslinie vermisst.

Groß wird das Album dann vor allem in den Momenten, in denen es in Richtung Post-Rock-Klangwelten geht. „Where I've Been, Where I Am“ setzt beispielsweise auf einen geradezu träumerischen Beginn und einen nachhaltigen Stimmungsaufbau, der den Titel von sanften Klängen hin zu sattem, dennoch melodischem Riffing trägt. Der längste Titel und gleichzeitig das Abschlussstück des Albums, „A Place Of No Solace“, vermag es ebenfalls durch gut gesetzte Tempowechsel und einen schön gewobenen Spannungsbogen den Hörer zu fesseln.

Unterm Strich widersteht HENRIK HUBER gekonnt der Versuchung, seinem Soloalbum „Effigy“ allzu viele stilistische Einflüsse umzuhängen, sodass sich ein stimmiges musikalisches Bild ergibt. Zwar vermisst man an einigen wenigen Ecken dann doch die Verwendung von Vocals, doch die gebotene musikalische Klasse entschädigt dies sehr nachhaltig.
3,5/5 - Anthalerero
 

Henrik Huber ist mit seinem Soloprojekt zwar im Internet nicht so stark präsent, dafür könnt ihr euch sein komplettes Album als Youtube-Stream reinziehen – ob sich das lohnt, könnt ihr mit folgendem Video ganz einfach austesten:



Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: ELEPHANTS IN PARADISE
Seite 3: LOST VITAL SPARK
Seite 4: BOOGIE HAMMER
Seite 5: FALLEN UP
Seite 6: HENRIK HUBER


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