Vorgehört: DRAGONY - Masters Of The Multiverse

Veröffentlicht am 17.09.2018

Wir kennen die Wiener von DRAGONY als Stammband unseres ehemaligen Haus- und Hof-Drachentöters Siegfried, so hat Stormbringer natürlich auch ein besonderes Verhältnis zu dieser Gruppe. Unter anderem waren DRAGONY mit ihrem letzten Album „Shadowplay“ Opfer des allerersten verbrieften Redaktionsgangbangs, wo sie sich den geschärften Schreibgriffeln von zehn Redakteuren stellen mussten. Zwischen Liveberichten und Interviews sind sich DRAGONY für keinen Spaß zu schade und so ist es kein Wunder, dass wir dann auch einen ersten Einblick in das neue, am 12. Oktober 2018 erscheinende Album erhalten konnten. Fantasy- und Gamingfreaks dürfen sich gleich einmal auf eine große Portion nerdy Stuff einstellen, wenn DRAGONY als „Masters Of The Multiverse“ auf ihren Einhörnern in den Sonnenuntergang reiten werden. Kommt mit, und werft mit uns einen Blick auf große Geschichten und epische Schlachten...


1. Flame Of Tar Valon
Alles andere als dramatische Fanfaren als Auftakt wäre nicht angemessen. Wie schon auf dem Vorgänger packen DRAGONY einen der wahrscheinlich größten Ohrwürmer des Albums gleich an den Anfang: Der epische Uptempo-Titel glänzt entsprechend mit ultra-eingängigem Refrain und bombastischen Chören.

2. If It Bleeds We Can Kill It
Wer DRAGONY im Sommer live erleben konnte, der wird diesen Titel, der gleichzeitig auch die erste Singleauskopplung des Albums darstellt, bereits einmal gehört haben. Ein wenig 80's-affines Keyboard trägt durch den flotten Titel, dessen Refrain sich ebenfalls schnell im Ohr festsetzen kann, wie man auch schon in der Live-Situation feststellen konnte.
 
3. Grey Wardens
Ruhiger Beginn und dann eine richtige Breitseite an Epik. Dass Sänger Sigi hier auf etwas tiefere Töne setzt überrascht; Einige Tempowechsel und abwechslungsreiche Arrangements lassen ein paar Vergleiche zu KAMELOT zu, machen aber aus „Grey Wardens“ einen Titel, der deutlich komplexer als die cheesy Ohrwürmer rüberkommt und der demzufolge wahrscheinlich nicht auf den ersten Durchlauf zünden wird.

4. Defenders
Hier bedienen sich DRAGONY im Intro weiblicher Gastvocals (sehr wahrscheinlich wieder von Nora Bendzko von AVEM u. NIGHTMARCHER), ehe bombastisches Orchester und eine gewisse Portion Dramatik einen höchst eingängigen Titel erschaffen, der sich ebenfalls schnell ins Ohr zu kitschen vermag.

5. Fallen Star
Und da ist sie, die Ballade! Mit zartem Keyboard und Akustikgitarre beginnend, baut sich der Titel zögerlich, aber stetig auf, ehe epische Arrangements das Ruder übernehmen und den Song nach einem weiteren Akustikteil, der Sigis Stimme schön zur Geltung bringt, zu einem schlüssigen Finale führen.

6. Angels On Neon Wings
Ein instant Highlight des Albums wartet mit diesem Titel, der eine tiefe Verbeugung vor MEAT LOAF darstellt. Die prägnante Keyboardmelodie sowie die gesangliche Intonation und nicht zuletzt die Dramaturgie des Songs stellen eine äußerst treffende Huldigung des Kultsängers dar, selbst wenn Sigi die stimmliche Größe des großen Vorbilds nicht zu erreichen vermag. Der Mitsingfaktor ist hier garantiert, vor allem da es sich DRAGONY nicht nehmen lassen, einen direkten Tribute im hinteren Drittel des Songs einzubauen.

7. Days Of High Adventure
Vom Fleck weg wirkt dieser in eher gemäßigtem Tempo gehaltene Titel sehr rund und dramaturgisch durch seine balladesken Elemente sehr durchdacht. Trotz breitwandigem Ohrwurmrefrain wirkt der Song aber auf den ersten Durchlauf noch ein wenig unspektakulär.

8. Evermore
Ganz anders „Evermore“, das wieder mit Orchesterbombast vom Fleck weg seine Aufmerksamkeit einfordert. Ohrwürmer können sie, die Drachenschlächter aus Wien, wie sie mit diesem ultra-klebrigen Refrain einmal mehr beweisen.

9. The Iron Price
Die vielleicht größte Überraschung des Albums ist mit Abstand dieser Song, der für DRAGONY-Verhältnisse auf vergleichsweise hartes Riffing setzt und  mit stampfender Rhythmik und schleppendem Tempo ziemliche Durchschlagskraft entfaltet. Speziell der geradezu kriegerische Solo-Sound der Gitarre macht Laune und schafft mit dem einen Zacken tiefer getrimmten Gesang eine einnehmende Atmosphäre.

10. Eternia Eternal (The Masters Of The Multiverse)
Der Titeltrack. Fanfaren, Epik, Kitsch und Glorie – was anderes könnte man hier erwarten? Pflichtbewusst feuern DRAGONY mit diesem eingängigen Song eine volle Breitseite an Uptempo-Melodik ab, dass man sich der zelebrierten Dramaturgie großer Melodiebögen mit Soundtrackfeeling und machtvoller Chöre kaum entziehen kann. Ohrwurm in 3 - 2 – 1...

11. The Touch
Auf den ersten Blick nicht sofort erkennbar, doch spätestens als der Refrain einsetzt ist klar: Es handelt sich hier um ein STAN BUSH-Cover. Mag der Song für manch einen schon halb totgenudelt sein, schaffen es DRAGONY, dem alten Heuler durch eine Powermetal-Frischzellenkur neues Leben einzuhauchen. Und seien wir mal ehrlich: Für die generelle Themenauswahl von DRAGONY gibt es kaum eine bessere Wahl als Cover – hier bekommt der „True Survivor“ doch tatsächlich Konkurrenz...

12. Fallen Star (Acoustic)
Als Crowdfunder des neuen Albums darf sich manch einer noch über eine exklusive Akustik-Variante der Ballade freuen, die auch ohne dramatische Arrangements, in zerbrechlicher Version mit Akustikgitarre und Klavier, gute Figur macht.


Die Ohrwurmdichte auf „Masters Of The Multiverse“ ist wieder sehr hoch ausgefallen, wie bereits der erste Hördurchlauf beweist. Nebst den üblichen Verdächtigen galoppierender, melodischer Powermetalsongs verbergen sich auch einige frische Elemente im kommenden Album, wozu man vor allem den Mut zu komplexeren Strukturen und auch düster-bedrohlichen Tönen im ansonsten traditionell fröhlich-fluffigen Soundgewand zählen kann. Dass DRAGONY mit ihrer herrlich überbordenden Epik bisweilen ein wenig übers Ziel hinausschießen ist hingegen Kalkül, sitzt den Wienern doch zu jeder Zeit der Schalk im Nacken und das harte Musikbiz hat ihnen die Fähigkeit, auch über sich selbst lachen zu können, nicht nehmen können. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als sich dem kollektiven Grinskrampf anzuschließen und den mit ansteckendem Enthusiasmus zelebrierten Kitschkleb-Metal mitzufeiern.


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