Flusensieb Mini #13 – 3 übersehene Extreme-Platten

Veröffentlicht am 03.10.2018

Im Flusensieb Mini sollen Platten, die nicht in den Händen der fleißigen Reviewer gelandet sind, noch eine Chance auf Aufmerksamkeit erhalten. Diesmal geht es um LPs und eine EP aus den Genres des Extreme Metal. Begonnen wird mit Death Metal, der sehr oldschoolig ist und erst auf den letzten Metern Hoffnung macht. Dann gibt es kultigen Thrash Metal aus Kolumbien und zum Abschluss hervorragenden Melodic Black Metal aus Norwegen. Viel Spaß!

 


 

SKIN HER ALIVE – Altercation

Inspiriert vom gleichnamigen DISMEMBER-Song ist auch der Sound von SKIN HER ALIVE roher, dreckiger, oldschooliger und schwedisch anmutender Death Metal, also kratzig, tiefgestimmt und gradlinig. Soweit so gut. Leider fehlt es trotz Spielfreude an Reizen: musikalisch nichts Neues und stimmlich nichts Starkes. Man möchte dem Meppener Solomann Stephan Tuechter eine Großpackung Halspastillen zukommen lassen, bis der letzte Titel um die Ecke kommt und der Stil eisregnerisch wird: bedrückend, treffend und tief – kein Metal, aber eine bis dahin ungehörte, ungeahnte und vor allem überraschend starke Nummer auf der EP „Altercation“. Es blitzt aus dem rauen Felsen doch noch ein Edelgestein hervor. (jazz)

 


 

ORGULLO NATIVO – Entre El Campo De Batalla

Bereits 2017 erschienen gibt es heuer die CD-Version der Platte „Entre El Campo De Batalla“ von der kolumbianischen Thrash-Combo ORGULLO NATIVO, die immer wieder leicht angeschwärzt auftritt. Hektisches Riffing trifft auf konfuses, südamerikanisches 80er-Jahre Mid-Tempo, unnötig lange Hörspiele und wohl gewollt wackliges Musizieren. Mag man Kultiges aus Südamerika, böten sich die Kolumbianer mit ihrer zweiten Black/Thrash-Scheibe durchaus an. Ich persönlich werde jetzt aber nicht die lokale Pfarrkirche einem Feueropfer anheimfallen lassen. Dos de cinco puntos – zwei von fünf Punkten. (C.W.)

 


 

COR SCORPII – Ruin

Bisher halten sich die Begeisterungsstürme dieser Flusensieb-Mini-Ausgabe in Grenzen, aber nun kommen COR SCORPII aus den wunderschönen Fjordlandschaften Norwegens – und so klingen sie auch. Melodischer Black Metal mit Folk-Hauch. Man kann die vereisten Landschaften und die kühlen Nordmänner quasi vor sich sehen, wenn man den Klängen der WINDIR-Erben lauscht. Schroffe Härte trifft auf epische Melodien, dazu allerfeinst-fieses Gekeife – aber wahrscheinlich ruft Thomas nur seine Kinder durch einen Schneesturm herein zum Abendessen. „Ruin“ bietet hörenswerte Höchstleistungen auf dem Gebiet des Melodic Black Metals, aber gern darf die nächste Schaffenspause weniger als zehn Jahre dauern. (jazz)

 


 

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