Flusensieb Mini #23 – 3 übersehene Platten

Veröffentlicht am 21.11.2018

Das Flusensieb Mini greift noch mal beherzt zu, wenn sich unbeachtete Platten bereits im freien Fall gen Vergessenheit befinden, und gibt ihnen eine kleine Bühne. Diesmal sind alle drei Platten wirklich stark. Die erste lässt Schweizer Berge entstehen, allein mit der Kraft des Technical Death Metal. Die zweite ist ein Hidden Gem aus Sarajevo, ideal  für jede Gothic-Metal-Sammlung. Zuletzt verursacht Depressive Suicidal Death Metal herzlos-leisen Ohrenkrebs der besten Art. Viel Spaß!

 


 

ANACHRONISM – Orogenie

Bergbildung bei zeitlicher Fehleinordnung: Aber selbst wenn du kein Fan von Technical Death Metal – wie brillant er auch komponiert sein mag – bist, lohnt sich hier immerhin ein Blick auf das wundervoll designte Plattencover. „Orogenie“ heißt die plattentektonische zweite LP des Schweizer Trios ANACHRONISM, die eine so überwältigende Klangkulisse schafft, als wären sie zu hundert. Ihr Krach ist so ultimativ, dass er wieder entspannend wirken kann, wenn man in der Lage ist, sich darauf einzulassen. Man spürt quasi die gewaltige Macht der sich türmenden Landmassen, zumal der Tech-Death mal mehr mit atmosphärischen Tönen, mal mehr mit Brutal Death Anleihen gespickt ist. Unbedingt reinhören! (jazz)

 


 

THE LOUDEST SILENCE – Aesthetic Illusion

Die ersten bereits gut produzierten Demos von THE LOUDEST SILENCE aus Sarajevo haben mehr als sechs Jahre auf dem Buckel. Für Fans massentauglichen Gothic Metals schon damals hörenswert, aber eben schwer zu entdecken. Heute bringt Sinnup Records das Debütalbum „Aesthetic Illusion“ an die Öffentlichkeit. Wer auf pompöse Orchestrierung verzichten kann und seine Gothic-Metal-Sammlung um einen kleinen Hidden Gem bereichern möchte, sollte sich THE LOUDEST SILENCE unter den Nagel reißen. Man ist mit einer Laufzeit von ca. 61 Minuten gut bedient. In ein schönes Digipack gekleidet, macht die CD aber auch als Geschenk eine hervorragende Figur. (DH)

 


 

CANCER – Into The Heartless Silence

Eine Perle aus dem Schwarzmeer, würde ich sagen, wäre bei den Australiern von CANCER nicht eine ganz andere Metaphorik viel naheliegender: Das LP-Debüt „Into The Heartless Silence“ präsentiert einen Depressive Suicidal Black Metal, der sich nicht mit der einfachen Maximierung möglichen Leidens, sondern mit der Tiefe und Vielseitigkeit der Schmerzpalette in deinem Ohr festsetzt und von dort aus metastasierend jeden Funken deiner Freude vernichtet. Die Ruhe, Leere und Verzweiflung lassen dich langsam an dem Geschwür erliegen. Nur rechtzeitige Therapie kann dich retten. Also schnell Schokolade futtern, Freunde treffen, Tanzen gehen! Oder sich eben doch diesem großartigen Sound hingeben! (jazz)

 


 

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