Flusensieb Mini #24 – 3 übersehene DE-Core-Platten

Text: Jazz, Corona
Veröffentlicht am 24.11.2018

Das Flusensieb Mini ist die weiche Landung für Platten, die auf der Stormbringer-Hängebrücke zwischen den Trittbrettern durchgerutscht sind. Diesmal macht es eine Core-Tour durch Deutschland: Es beginnt in Berlin mit einer heftigen Weiterentwicklung und dem Beweis, dass auch 1990er-Style modern sein kann. Weiter geht’s in Hamburg, wo Metalcore-Fans mit Höhen und Tiefen gut bedient werden. Zuletzt noch ein Ausflug nach Leipzig, wo eine härtere Gangart auf uns wartet: Deathcore. Viel Spaß!

 


 

DESASTERKIDS – Superhuman

Wow! Seit ihrer 2015er Debüt-Platte „303“, die noch ungefähr die Größe und Reichweite ebendieser Vorwahl Berlins hatte, sind die DESASTERKIDS gewaltig – geradezu übermenschlich – gewachsen. „Superhuman“ hat die Metalcore-Kinderschuhe an die nächste Generation vererbt und zieht sich eine ganz neue Mischung aus Core-Elementen, Alternative-, Nu- und Groove-Metal-Anteilen, kräftigem Rock und geschickt, jung und zukunftsweisend eingestreutem Elektro-Stuff an – Modern Metal mit 1990er-Touch. Dass sogar ein nahezu durchweg starkes Album noch Spitzen aufweisen kann, beweisen sie mit dem emotional herausragenden „Oxygen“. Aus gut wurde heftig gut! Weiter so! (jazz)

 


 

REVAIRA – In Between

Nach über einem Jahr melden sich REVAIRA mit ihrem Werk „In Between“ zurück. Die Modern-Metaller aus Hamburg behandeln auf ihrem neuen Album Höhen und Tiefen, Erfahrungen und Gefühle aus dem Leben. „Anima“ und „Smother“ sind der Beginn und das Ende der Scheibe, alle anderen Songs sind „In Between“. Die Jungs zeigen, dass sie keine Kompromisse eingehen – Electronic Parts, mystische Passagen und kreative Melodien werden gekonnt umgesetzt. Klarer Gesang wechselt sich mit Screams ab. Je öfter man die Scheibe anhört, desto mehr Details nimmt man wahr. Diese Mischung aus emotional und hart macht neugierig auf die Umsetzung bei Live-Auftritten. REVAIRA ist für Metalcore-Fans genau das Richtige. (CAH)

 


 

WALKING DEAD ON BROADWAY – Dead Era

Tschüss Robert, Hallo Nils, heißt es bei WALKING DEAD ON BROADWAY. Zwischen dem 2016er „Slaves“ und dem neuen „Dead Era“ wurde der Sänger der Leipziger Band gewechselt und es sei gleich gesagt, dass Nils im Studio die Fußspuren von Robert ausfüllen kann – wenigstens in puncto Vielfalt sogar mehr als das. Live bleibt dies abzuwarten, war Robert doch einer der sympathischsten Frontmänner des Genres. Ein Hauch Ent-Deathung findet statt: etwas mehr klassischer Metalcore, etwas mehr Melodie, etwas mehr Komposition. Das wird den Brutalisten unter den Fans wahrscheinlich nicht sehr liegen, aber es macht die Truppe etwas runder. Ein solider Beginn eines freudig erwarteten neuen Kapitels! (jazz)

 


 

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