MELY - "Portrait Of A Porcelain Doll" Pre-Listening

Text: caroline
Veröffentlicht am 13.03.2009

Auch wenn es anfangs ein paar technische Probleme gibt, so sind die nötigen Utensilien für den richtigen Sound schnell beisamen, dazu ein paar Bier und eine urige Couchecke in einem traditionellen Tiroler Gasthof mitsamt Kitsch-Krippen-Deko im Hintergrund.

1 - Of Doubts An Fears

MELY starten ihr neues Album mit einem sanften Chor, einer langsamen, melodischen Einleitung, welche die musikalische Richtung vorgibt und sich episch steigert bis zu einem rockigen und eingängigen Refrain. Der gelungene Mix aus langsamen und heavy Riffs und der PARADISE LOST-artige Refrain hinterlassen einen mehr als positiven ersten Hör-Eindruck von einer gereiften Band, die weiß was sie will!

2 - Grown For Doom

Der Songtitel ist hier Programm denn 'Grown For Doom' ist der wohl doomigste Song des Albums. Der düstere, leidenschaftliche Refrain lässt Gänsehaut aufkommen und der finstere Song mit tollem Vocal-Einsatz ist eine wahre Freude für jeden Doom-Fan!

3 - Bricks Against Porcelain Dolls

Der fast schon grungige Gitarreneinstieg ist ein neues, angenehm überraschendes Element auf diesem Album. Der düstere Anfang und die tiefen Gitarren lassen den Song etwas dreckiger wirken und in Kombination mit den coolen Gitarrensoli sticht 'Bricks Against Porcelain Dolls' eindeutig hervor.

4 - Dont WakeThe Sleeping Dog

Der Song beginnt mit sanften, akustischen Gitarren und baut erst einmal eine verträume Stimmung auf, die sich schnell auch durch den geflüsterten Gesang in ein unglaublich intensives Hörerlebnis steigert, bei dem die Riffs langsam schneller und härter werden. Der typische MELY-Songaufbau verleiht auch diesem Stück eine unverkenntliche Note und der leichte ALICE IN CHAINS Einfluss gepaart mit den immer wiederkehrenden Stoner-Rock-Elementen machen aus diesem Song den perfekten Anwärter für ein neues Genre, den "Düster-Grunge".

5 - Hell Low

Einmal mehr beweist Andy, dass seine Stimme noch vielseitiger sein kann, als man es von ihm gewohnt ist und die dazu passenden emotionalen Gitarren gipfeln in einem extrem eingängigen Refrain. 'Hell Low' ist DER Ohrwurm des Albums, sozusagen der Hit, die Single, der Song der sofort ins Ohr geht und auch live garantiert sehr viel Spaß machen wird. Und auch hier wird wieder klar, dass MELY die Meister der dramatischen Stimmungs-Steigerungen sind und sich auch vor technischen Feinheiten wie einem knallenden Gitarrensolo nicht fürchten.

6 - It Is Cold Without Shoes

Schon der Songtitel löst bei Kollege Reini und mir ein leichtes Schmunzeln aus und auf unser Fragen hinaus gesteht Andy, dass der Titel schon autobiographisch wäre. So richtig "kalt" ist der Song aber zum Glück nicht denn das schöne Pianointro geht schnell in stampfende Gitarren über, was dem Song einen sehr eingängigen Groove gibt. Dass MELY auch hier sich ein bisschen an PARADISE LOST orientieren und dank origineller Gesangslinien trotzdem nichts von ihrer Eigenständigkeit verlieren, macht den Song umso interessanter.

7 - Maybe Yesterday

Der mehrstimmige Gesang wirkt hier besonders intensiv und der sehr typische MELY-Song entwickelt sich bis zu einem sehr leidenschaftlichen Hörerlebnis.

8 - Sweet Six Feet

Beginnen die meisten MELY-Songs mit einem Akustikintro, so kracht es hier gleich von Anfang an denn die harten Gitarren geben sofort den Ton an. Auch die Keyboardlinien kommen in diesem Song besonders gut zur Geltung und vermischen sich gut mit den verspielten Gitarren. Ab und zu stimmen MELY fast schon freakige Parts an und legen viele Effekte über den Gesang, der dadurch sehr surreal und fast schon beklemmend wirkt. 'Sweet Six Feet' zeigt das ganze Potential von MELY, tolle Ideen, einen grandiosen Stimmungsaufbau und ist in manchen Momenten sogar mal proggig.

9 - My Addiction

Der letzte Song des Albums verbreitet Lagerfeuerromantik dank folkiger Akustiparts. Hier darf auch endlich mal Neuzugang Hannes zeigen, was er an den Drums so drauf hat und tobt sich mit coolen Loops ordentlich aus. Trotzdem ist 'My Addiction' der ruhigste Titel des Albums und zeigt eine weitere Seite von MELY, die sich dieses Mal generell Vielseitiger denn je zeigen.

Der Herr Reini konnte es natürlich auch nicht lassen und musste auch zum neuen MELY Album seinen Senf beisteuern - bitte sehr:

Wenn einer (oder in diesem Falle ja zwei) eine Listening Session abhalten, dann können sie was erzählen. So ging es auch MELY Fronter Andy Mataln, als er zusammen mit Neo-Drummer Hannes Ganeider von Kärnten nach Innsbruck reiste nur um einen erlauchten Kreis das neue MELY Album „Portrait Of A Porcelain Doll” zu präsentieren. Fast Endlosstau auf der Brenner Autobahn, vergessene Firewire Kabel, ein nicht mehr auffindbarer Drei- bzw. Vierfachstromverteiler („I bring meine Bandkollegen um“) und zu Guter letzt das Fehlen eines Stromkabels für die mitgebrachten Lautsprecherboxen. Dank Elektrofachmarkt und dem Erfindergeistes eines Stormbringer Redakteurs konnten aber auch diese Hürden überwunden werden und schon bald donnerte – oder sagen wir besser schleicht mit ungemein viel Gefühl und Ausstrahlung – das neue MELY Werk aus den Speakern.

1 - Of Doubts An Fears

Der Opener beginnt Acapella, geht verträumt von Akustik Gitarre unterlegt weiter mit warmer Stimme von Andy, bevor der Song nach kurzer Zeit explodiert, nur um nach kurzer Zeit wieder zur Verträumtheit zurück zu gelangen. Auf der einen Seite sehr eingängig, auf der anderen aber auch ungemein verspielt!

2 - Grown For Doom

Getragen, aber mit unheimlich viel Gefühl in der Hinterhand, triste Stimmung, bleibt langsam der Track. Das“Doom“ im Titel ist Programm, erinnert ein wenig an MY DYING BRIDE!

3 - Bricks Against Porcelain Dolls

Weird Gitarrensound zu Beginn, proggige Stimme samt instrumentalen Unterton! Der Refrain dann in bester Düster Metal Form, bevor der verspielte Prog Teil wieder dominiert. Faded mit einer Gitarrenwand aus…

4 - Dont WakeThe Sleeping Dog

Beginnt düster, dunkel, akustisch, bleibt trist und hoffnungslos, bevor eine massive Gitarrenlinie samt Solo das Kommando übernimmt. Caro wirft das Wort „Düster-Grunge“ in die Runde – perfekter kann man diesen Song nicht umschreiben! Wunderbarer Pianoausklang übrigens…

5 - Hell Low

Langer Düsterpart zu Beginn, Andys Stimme wieder proggig, PINK FLOYD lassen leise grüßen, bevor der Refrain sich unbarmherzig ins Gehirn fräst. Der eingängigste Song bis jetzt, cooles Riff in der Strophe, welches erneut DEN Refrain des Albums einläutet! Absoluter Hit Kandidat die Nummer!

6 - It Is Cold Without Shoes

Beginnt mit Klavier, welches in ein Monsterriff umschwenkt. In weiterer Folge sagen PARADISE LOST in ihren Anfangstagen artig Guten Tag! Nachdenkliche, spärlich instrumentierte Strophe, bevor der Refrain wieder das PL Thema aufgreift. Dieses Wechselspiel wiederholt sich, wieder sehr eingängig der Track. Ein heftiger Zwischenteil wurde auch noch drüber gestreut!
Über den Songtitel hat Caro ja schon hin reichlich geschmunzelt :-)

7 - Maybe Yesterday

Wieder einmal beginnt ein Stück von „Portrait Of A Porcelain Doll” verträumt, akustisch, nachdenklich, zerbrechlich, ja geradezu verzweifelt! Der Acappella Teil hat heftig was von ALICE IN CHAINS, proggiges Zwischenspiel, bevor die Wucht der Gitarren die Düsternis frotan trägt!

8 - Sweet Six Feet

Eher untypischer MELY Beginn, verspieltes Gitarrenthema, geht in einen flotten Düsterrocker über, welcher aber Geschwindigkeitstechnisch jäh unterbrochen wird! Prog-Dark-Rock; sehr massiv aber eher verschachtelt, sehr langsam bevor das Anfangsthema samt sakralen Unterton wieder auflebt. Der Rest: weinerlich und mit dem wohl proggigsten Touch der ganzen CD versehen.

9 - My Addiction

Lagerfeuer Romantik zu Beginn, ein ungemein gefühlvoller Andy Mataln, leise Töne nur von Akustik Gitarre begleitet, reichlich 70ies Flair in dem Song – PINK FLOYD lassen grüßen, oder besser PINK FLOYD do a Folk Song! Dann fahren aber doch noch die Gitarren samt düsterer Keyboardbegleitung drüber. Der Gesang bleibt über die komplette Distanz zart und zerbrechlich, hat immens viel Gefühl im Unterton! Sehr markantes Drumming, dezent verspielt, wobie der Song eher straight gehalten ist!

Fazit: MELY sind reifer geworden, breiter im Sound und deutlich variabler, ohne dabei ihre Wurzeln zu verleugnen. Das große Plus dieser Band, sie klingen aber sowas von nicht österreichisch!! Geiles Teil, welches wohl auch außerhalb der Landesgrenzen für die ein oder andere Aufmerksamkeit sorgen sollte!


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