Der Stormbringer Jahresrückblick 2018

Und jährlich grüßt das Murmeltier, äh, die Chefetage, und stellt uns die Rute ins Fenster, eine möglichst innovative Nachbetrachtung des vergangenen Jahres zu verfassen. Pflichtbewusst hört man nun also wieder das hektische Kratzen antiker Schreibfedern in den düsteren, feuchten Kellern des Redaktionslofts, wo die diversen Auswürfe dieses Magazins den verdrehten Gehirnen ausgemergelter, angeketteter Contentäffchen entspringen. Ja, die Denkfabrik von Stormbringer.at ist kein schickes, helles Hochglanz-Großraumbüro mit kostenlosen Softdrinks und integriertem Wellnessbereich, nein, hier wird hart und ehrlich gearbeitet und knietief im Gedärm der fachgerecht sezierten Veröffentlichungen gewatet!

Manch einer spezialisiert sich dabei mit hündischer Treue auf bestimmte Genres, während wieder andere (dieser Schreiberling eingeschlossen) die stilistische Vielfalt präferieren und von sanften Klängen bis zu übelstem Geprügel die komplette Palette durchackern. Zwecks der Abwechslung warats nämlich und Scheuklappen sind ja sowieso so ziemlich out. Entsprechend wird es in dieser persönlichen Nachschau von 2018 auch wieder von Genre-Sprüngen nur so wimmeln, die jeden Versuch der Klassifikation der Geschmackspräferenzen nachhaltig pulverisieren. In diesem Sinne also viel Spaß mit der kommenden Masse an Text! (Sorry, kurz fassen ist nicht...)


TOPS:

Alben des Jahres (International)
AMORPHIS – Queen Of Time
SHYLMAGOGHNAR – Transience
CYPECORE – The Alliance
HAMMER KING – Poseidon Will Carry Us Home
WARKINGS - Reborn

Alben des Jahres (national)
DOOMINA - Orenda
THIRDMOON - Terrarum Exuviae
CALVERHINE – Join The Lament
ASPHAGOR – The Cleansing
DRAGONY – Masters Of The Multiverse

Band des Jahres:
CYPECORE

Underground-Gütesiegel des Jahres:
CALL THE MOTHERSHIP

DVD des Jahres:
DEVIN TOWNSEND PROJECT – Ocean Machine

Musikvideos des Jahres:
GRAILKNIGHTS – Pumping Iron Power (Das ist offiziell das dämlichste, was ich in diesem Jahr sehen durfte! Herrlich!)


DRAGONY – If It Bleeds We Can Kill It (Wenn Zucker-Powermetaller einen auf hart machen, aber sich dabei nicht ganz ernst nehmen...)


LORDI - Naked In My Cellar (Die Monster sind auf den Geschmack gekommen. Zeit wurds. Nein, ich habe mit diesem Video nichts zu tun, wirklich!)

Ohrwürmer des Jahres:
STICK TO YOUR GUNS – The Reach For Me: „Forgiveness Of Self“
GRAILKNIGHTS – Pumping Iron Power
AMORPHIS – The Golden Elk
HEIDEVOLK – A Wolf In My Heart
CYPECORE – Dissatisfactory
WARKINGS - Sparta

Beste Konzerte des Jahres:
HOMELESS KINGS in Siegsdorf (Once-in-a-Lifetime-Experience)
WE BLAME THE EMPIRE und KILL THE LYCAN am Burn Down The District XXL (Aufguss, bitte!)
BATTLE BEAST in Salzburg (So hart hat in der Rockhouse-Bar schon lange keine Melodic-Band mehr die Bude abgerissen!)
STICK TO YOUR GUNS in Salzburg (Volle Bude, Hammerstimmung!)
1000 MODS in Salzburg (Crowdsurfer in der Bar. IN DER BAR!!!)
CALL THE MOTHERSHIP und WE BLAME THE EMPIRE am Metalnight Outbreak Vol. 6 (zwei der aktuell besten Livebands in Österreich. Punkt.)
THE HIRSCH EFFEKT am Shredfest in Linz (WAS zur Hölle ist das? Und warum hat es diesen unfassbaren Effekt?!)

Festivals des Jahres:
Sick Midsummer am Bäckerberg in Scharnstein
Burn Down The District XXL in Vöcklabruck
Metalnight Outbreak Vol. 6 in Vorchdorf

Entdeckungen des Jahres:
STREAMBLEED
DAYUM
INDORSIA
DOOMINA

Persönlichkeit des Jahres:
Meine Katze (alle Jahre wieder)

Zitat des Jahres:
„Seas Oida wos geht!“ (Chris Breetzi, KILL THE LYCAN)

Erlebnis des Jahres:
Von STREAMBLEED am Metalnight Outbreak um halb ein Uhr morgens zur Wall of Death genötigt, im darauffolgenden Moshpit einmal quer durch den Raum geflogen und mein Blut für den Metal vergossen. (Keine Sorge, die Kameras hab ich vorher abgeschnallt und das Massaker geht nicht auf meine Kosten...)

Schnittchen des Jahres:
Das ist dieses Jahr einfacher – man konsultiere die Metal-Models. Mehr Infomaterial zum Projekt findet ihr weiter unten. Die persönlichen Favoriten des Jahres sollen euch aber nicht vorenthalten werden:

    
           Steve (August)     -    Christian (November)

 


 

FLOPS:

Die persönlichen Alben-Enttäuschungen des Jahres:
EAV - Alles ist erlaubt (Die Entscheidung aufzuhören ist wohl wirklich die richtige...)
BRAINSTORM - Midnight Ghost (Große Hoffnungen nach dem ersten Durchlauf, doch es will und will nicht zünden...)
MACHINE HEAD - Catharsis (Was ist mit denen passiert?)
A GHOST NAMED ALICE – Feels Like Suicide (Da war wohl die Erwartungshaltung zu groß...)

Schlechteste Bands:
DUNGEON WOLF (Warum? Warum tust du mir das an Marc, WARUM?!)
TARJA (Alle Jahre wieder: Aua.)

Schlechteste Konzerte:
STEEL PANTHER in München (einfach nur langweilig. Sorry.)
BATUSHKA in Salzburg (man hätte sich einfach mehr erwartet.)
SUFFOCATION in Salzburg (Wegen des Drumherums, das so dermaßen in Chaos und Unfällen versank...)
ANAL FISTER in Piding (Satz mit X, das war wohl nix.)
ELECTRIC MOON am Dome Of Rock (Wenn die Impro gnadenlos in die Hose geht.)

Nervensäge(n) des Jahres:
Rauch in Konzertlocations, dicht gefolgt von Trockenheit+Hitze.
Und da war ja noch etwas, mit einer gewissen DSGVO...

Weichei des Jahres:
CREMATORY-Drummer, der mit seinem Mimimi große Wellen schlug

Peinlichkeit des Jahres:
Mal wieder ein paar Musikernamen verwechselt – immer wieder lustig!

 


 

PERSÖNLICHES:

Highlights/Errungenschaften:
- Fotoprojekt erfolgreich umgesetzt
- Eigenes Fotostudio eingerichtet
- Zwei Festivals gleichzeitig, in zwei verschiedenen Locations? Kein Problem!
- Redaktionsinterne Spitzenreiterposition bei Livereports und Storys erobert

Lieblings-Undergroundbands 2018:
RAZE YOUR GODS
STREAMBLEED
HOMELESS KINGS

Lieblingsartikel 2018:
- Das Metal-Schränkchen und seine Schublädchen
- Seeds Of Doom vs. Metal Thrashing Madness
- WARKINGS Videointerview
- SICK MIDSUMMER: eine Video-Retrospektive von Mike Seidinger
- MIMIMI MIMIMMMETAL von Marc Folivora
- Video-Special NEPAL DEATH FEST von Mike Seidinger

Lieblingsfotos 2018:

    

    

    

    

    

    

    

Metal-Models 2018:
Tja, das Projekt, das lange herumgetragen und schlussendlich doch noch verwirklicht wurde. Zugrunde lag dem Ganzen ein Gegenentwurf zur Objektifizierung der Frauen im Metal, was letztendlich in einer spaßigen, nicht unbedingt bierernst gemeinten Fotoreihe gipfelte, der der bewusst etwas provokante Name „Metal-Models“ umgehängt wurde. Naturgemäß stieß das nicht immer auf Verständnis, beziehungsweise Gegenliebe, sodass das Projekt durchaus ein wenig Staub aufwirbelte und zu Diskussionen anregte – also seinen Zweck ziemlich genau erfüllte.

Die besten Reaktionen reichten dabei von „Mimimi, das ist total schwul und überhaupt nicht Metal! Es zerstört den Ruf der Szene“ (zum Kuscheltier-Juni) bis „FRAUEN sind unterrepräsentiert, die stehen auch ''IHREN MANN'' in der männerdominierten Metalszene!“ (zum sexy August).

Als interessant erwies sich die Tatsache, dass sich der Löwenanteil der Shootings unter Sängern (8) aufteilte, gefolgt von Schlagzeugern (3), während nur ein Gitarrist in die Riege der 2018er-Models aufstieß. Heißt das jetzt, dass Sänger und Schlagzeuger tendenziell attraktiver sind, als ihre Kollegen an den Saiteninstrumenten? Nein, eher ist es ein Anzeichen, dass die Unterrepräsentation von Gitarristen und Bassisten in dieser Kategorie dringend geändert werden sollte! Und, ja, vielleicht verirrt sich auch einmal ein Keyboarder oder ein exotischerer Instrumentalist in ein Model-Shooting...

Die ersten Shootings für 2019 sind bereits im Kasten, also seid gespannt wie es weitergeht!

Was es sonst zu 2018 noch zu sagen gibt:
Das Jahr begann gut, doch es stellte sich schnell Ernüchterung ein, die vor allem politischen Vorkommnissen geschuldet war. So katapultierte das nach jahrelangen Vorbereitungen von der neuen Regierung kurzfristig wieder komplett gekippte Rauchverbot Österreich zurück in die konzertale Steinzeit. /rant_start: Wo es in anderen europäischen Ländern keinerlei Probleme darstellt, dass für die Dauer eines Auftrittes auf den Glimmstängel verzichtet werden kann, frönt man seit Anfang dieses Jahres hier in der Alpenrepublik wieder unverfroren seinem Laster, bevorzugt in stark besucherfrequentierten Innenräumen. Weil, jetzt erst recht! Nun darf man es ja wieder guten Gewissens und mit rechtlicher Unterstützung, somit blasen wir den Nichtrauchern jetzt mal so richtig den blauen Dunst ins Gesicht, damit sie endlich alle scheißen gehen und wir unsere geliebten Bars und Konzerthallen wieder für uns alleine haben!

Für Asthmatiker und/oder Personen mit allergiebedingter Bronchialer Hyperreagibilität, die auch gerne öfter an gesellschaftlichen Zusammenkünften oder Konzerten teilnehmen würden, ist die Tatsache, dass sich der Großteil der Leute nun nicht einmal mehr an vom Haus erteiltes Rauchverbot halten können, natürlich die Höchststrafe. Kämpft man schon als Fotograf damit, dass das Streulicht durch die unkontrolliert wabernden Schwaden kaum noch schön kontrastierte Fotos ermöglicht, schwebt zudem noch das Damoklesschwert eines Asthmaanfalls oder eines Zusammenkrampfens der Bronchien, das sich in akuter Atemnot und Erstickungsgefühlen äußert, über einem. Natürlich, man hat ja die freie Wahl, hinzugehen oder nicht. In diesem Fall wird dieses kleine Schreiberlein wohl in Hinkunft aus gesundheitlichen Gründen (also aus gänzlich freien Stücken, Ironieschild hängt da absolut keines dran) seine Unterstützung der österreichischen Musikszene, zumindest was Liveaktivitäten angeht, wieder auf deutlich zurückstutzen müssen. /rant_end Das musste jetzt mal raus.

Ausblick auf 2019:
Es wird, bis auf verringertes Konzertvolumen, alles beim Alten bleiben. Das kleine Schreiberlein wird seinen Wahnsinn nicht ablegen, wird sich weiterhin in kein Schema pressen lassen, seiner ungezügelten Schreibwut freien Lauf lassen und generell so einigen Leuten mit Genuss ein virtuelles Häufchen auf das stolze Haupt setzen. Und wenn es nur das negieren stilistischer Grenzen ist, oder eine gewisse Lockerheit im Umgang mit sich allzu bierernst nehmenden Genres, die die Leute auf die Palme bringt: Nein, es wird nicht zurückgesteckt. Der verbale Durchfall wird nicht therapiert – alles muss raus, das keine Miete zahlt! Ja, das war eine gefährliche Drohung...

Besonderen Dank an:
- Katze, Aquarium und Kamera einfach dafür, dass sie existieren
- Marc Folivora für einfach alles
- Cheffe Alex für ein weiteres Jahr Vertrauen in den geregelten Wahnsinn
- alle Musiker, die sich bereitwillig für mein Fotoprojekt Metal-Models zur Verfügung gestellt haben
- jeden, der auch mal Danke sagt.


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Dieser Text wird sich in fünf Minuten selbst zerstören. Das Faultier ist dann ihr Problem.

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