Der Stormbringer Jahresrückblick 2018

Ein weiteres Jahr im Stormbringer-Loft geht zu Ende, für diesen kleinen Schreiberling mittlerweilen das Dritte. Unglaublich eigentlich, gerade war man noch ein schüchterner, etwas verplanter Privatschreiber, der ab und an mal seine Meinung über ein Album irgendwohin geschrieben hat, dann sind plötzlich 3 Jahre vergangen und man ist Mitglied einer eingeschworenen Gemeinschaft von gleichgesinnten Musikliebhabern, auch wenn das jetzt nicht unbedingt bei der eigenen Verpeiltheit geholfen hat. 2018 war, sowohl im Zuge der Arbeit beim Stormbringer, als auch im privaten Umfeld ein bewegtes Jahr. Man erklomm die höchsten Höhen, doch musste leider auch durch die tiefsten Abgründe wandern...interessant, wie eng Glück und Unglück manchmal nebeneinander existieren können, oder?

Man sagt, am Ende eines Jahres sollte man sich am Besten seine positiven Erlebnisse noch einmal in Erinnerung rufen und sich von ihnen berauschen lassen, anstatt sich von den sowieso ständig vorhandenen eigenen Problemen und den damit einhergehenden Schattenseiten des Lebens noch weiter runterziehen zu lassen, als man das ohnehin schon wird. Genau das habe ich in diesem Jahresrückblick vor und genau das möchte ich auch mit der werten Leserschaft teilen: Das Beste vom Besten, das Schönste vom Schönen und auch das "Deppadste vom Deppadn", wenn man mal über die eine oder andere Aktion des ausgehenden Jahres genauer nachdenkt. Wie immer mit dabei ist ein ganzer Haufen Musik (was ja absolut ungewöhnlich bei einem Heavyzine ist) und wer mich kennt weiß, in welche Richtung es nun geht: Bereitet euch auf ausgiebiges Plündern und Brandschatzen sowie Blutvergießen und Schlachten schlagen vor, das nicht selten in Begleitung von Instrumenten, deren Namen man oft nicht einmal aussprechen kann. Wenn's das nicht ist, dann...ja keine Ahnung, irgendwas episches, das ich ganz nett fand, werd' ich schon finden! So, los gehts.
 


 

VISIGOTH - Conquerer's Oath

Wenn wir schon beim Wort "episch" sind, dann dürfen die mit nietenbesetzten Lederjacken geschmückten Herren aus Salt Lake City, die im Kollektiv auf den Namen VISIGOTH hören, auf keinen Fall fehlen. Bereits 2015 machte dieser Verbund großartiger Musiker erstmals von sich reden und schon damals war klar, dass sie sich von Anfang an dem Weg der TRVESTEN TRVENESS in ihrer TRVESTEN Form verschrieben haben, genau so, wie es die Götter des Heavy Metal, welche diese Bringer der Zerstörung in den Flammen des Elends aus dem Damaststahl der Ewigkeit schmiedeten und ihnen mit Hymnen des Krieges und des Blutvergießens Leben einhauchten, vorgesehen haben. Nun, im schicksalshaften Jahr 2018 war es Zeit für sie, durch ihr zweites Album mit dem Namen "Conquerer's Oath" den einzig echten Metal über die Welt zu bringen und die Heräsie der Unwahren vom Antlitz des Kosmos zu tilgen. Eigentlich stehe ich True Metal ja immer etwas skeptisch gegenüber, aber wenn man ein bisschen in das Album reinhört, dann könnte man fast meinen, dass ihnen genanntes Vorhaben auch gelingt, denn "Conquerer's Oath" ist einfach nur großartig. Der Sound ist brachial und fetzig, vom ersten Moment an fesselnd und spielerisch auf hohem Niveau, dazu kommt ein meisterhaftes Ausreizen der Genre-Klischees, die den geneigten Hörer mit Sicherheit das ein ums andere Mal schmunzeln lassen. Kurzum: Das Ding macht einfach nur riesigen Spaß und ich kann es jedem an Herz legen, der eine frische Alternative zu Pelzhöschenträgern wie MANOWAR sucht.

Noch nicht überzeugt? Dann werdet Zeuge des wohl wahrsten Videos des Jahres:


 


 

BROTHERS OF METAL - Prophecy Of Ragnarök

Von Schwerter tragenden, Zähne fletschenden Kriegern, die den Eid des Eroberers geschworen haben, kommen wir nun zu acht Streitäxte tragenden, Zähne fletschenden Kriegern, die allerdings weiter im Norden angesiedelt sind als ihre Musikerkollegen aus den US und A, namentlich den BROTHERS OF METAL. Der Name ist hier Programm: Den Hörer erwartet feuriger Heavy Metal, der hier und da mit folkigen Anleihen aufgepeppt wird und sich offensichtlich nur bedingt ernst nimmt, Textpassagen wie "Loki is my brother, he has no sex appeal" sprechen meiner Meinung nach dahingehend ja Bände. Es gibt wohl keinen Grund es zu verbergen: Diese sieben Herren und diese eine Dame aus Schweden haben mein Herz im Sturm erobert und halten es seit jeher fest in der Hand. Hier passt einfach alles, von der instrumentalen Untermalung über die Klangfarbe hin bis zu der Leistung der drei Vocalisten gibt es kaum einen Grund zur Kritik. Vor Allem letzter Punkt ist das, was die Magie dieser noch so jungen Band ausmacht. Die Harmonie, die zwischen den männlichen und den weiblichen Vocals besteht grenzt bei Liedern wie "Freya" schlichtweg an Perfektion und vermag den Hörer in kürzester Zeit in ihren Bann zu ziehen, der Ohrwurmcharakter beinahe aller Lieder des Albums verstärkt diesen Effekt zusehens. Einzig und allein die Tatsache, dass "Prophecy Of Ragnarök" zum Ende hin ein bisschen die Luft ausgeht ist ein kleiner Wermutstropfen in einem sonst grandiosen Album, dem es, wenn es um die vermittelte Stimmung geht, an nichts mangelt und so manchen alten Hasen im Geschäft zeigt, wie mans's richtig macht. Sollte diese Truppe es schaffen, das hier gezeigte Niveau über die nächsten Jahre zu halten, dann ist der Weg zu den Sternen für sie geebnet.

(Achja, kurze Anmerkung zum Schluss: Ja ich weiß, dass das Album ursprünglich schon 2017 erschien, es wurde allerdings dieses Jahr nochmal released, von dem her...)

Wollt ihr euch selbst vom Gelesenen überzeugen? Dann seht euch dieses schmucke kleine Video an:


 


 

PARKWAY DRIVE - Reverence

Zum Abschluss meiner Top 3 Alben des Jahres kommt jetzt noch einmal etwas komplett anderes: PARKWAY DRIVE mit ihrem Neuling "Reverence", der ja so einige Wogen um sich geschlagen hat. Wie so oft bei derartig großen Releases spaltet das Album die Hörerschaft in zwei Lager: Das eine liebt das Album für seinen weiterentwickelten, markanten Stil, der sich bereits beim Vorgänger langsam abzeichnete, die andere hasst das Album dafür, dass es anders ist als die frühere Arbeit der Australier und sich immer mehr vom Metalcore entfernt und die Band damit "ihre Wurzeln verrät" und "Mainstream wird" oder irgendsoein Stuss. Anhand der Tatsache, dass "Reverence" in meinen Top 3 des Jahres gelandet ist, kann man wohl abschätzen, auf welcher Seite ich bei diesem immer wieder aufkeimenden Krieg der Hörerschaft stehe. Nach persönlicher Meinung stellt dieses Album neben dem 2012 erschienenen "Atlas" die beste Arbeit von PARKWAY DRIVE dar und zeigt die stetige Weiterentwicklung der Musiker hinter dem Projekt sowie das Heranreifen der Musik selbst. "Reverence" ist ein größtenteils sehr düsteres und tiegfreifendes Album geworden, obgleich sich auch massentauglichere Songs wie "Prey" darauf befinden, die ihr Potenzial vor Allem live voll ausschöpfen können. Die Kritikerseite hat also nicht unrecht, wenn sie sagt, dass der ursprüngliche Stil der fünf Musiker immer weiter verblasst, andererseits: Ist das obgleich der Leistung, die hier vollbracht wurde, tatsächlich etwas Negatives? Meine Antwort darauf kennt ihr wohl.

Ein Video zu dem Ganzen? Könnt ihr haben:


 


 

BEAST IN BLACK - Sweet True Lies
(Last Minute Bonus)

Eigentlich wollte ich es ja bei drei musikalischen Highlights lassen, allerdings...darüber muss ich dann doch noch ein paar kurze Worte verlieren. Ende November diesen Jahres beschloss die Power Metal Truppe BEAST IN BLACK im Vorfeld ihres zweiten Albums einfach mal alles über den Haufen zu werfen, was sie bisher darstellte. Im Gegenzug dafür bekamen die Fans...naja...ähm...80s Disco Metal?! Wotzefak?! Darf man das? Meiner Meinung nach schon, denn..SCHEIẞ DIE WAND AN IST DAS GEIL! "Sweet True Lies" schlittert zwar schon waghalsig nahe an der Grenze dazu, wirklich peinlich zu sein, macht aber dennoch, oder vielleicht gerade deswegen, unglaublich viel Spaß und ist das bislang einzige Lied aus diesem Bereich, bei dem ich  so etwas wie einen "Drang zum Tanzen" verspürte. Bravo dafür, hat mir die letzten Tage des Jahres wirklich wie aus dem Nichts versüßt, weswegen gibt es hier auch einen Ehrenplatz gibt!

Passend zum ominös-peinlichen Klangkonzept der Single ein ebenso ominös-peinliches Video:


 


 

NOVA ROCK 2018

"Dere, du wie schaut's aus, bist du des Joah Nova dabei?"
"Jo sicher, wer dat'n no olles kumman?"
"Jo eh die meistn, de letztts Joah a woan"
"Bast kaunst ma as Line-Up schickn?
"
"Jo woat gach"

Dieses oder ein ähnliches Gespräch dürfte wohl ein Großteil der jüngeren Leserschaft aus Österreich schon einmal geführt haben. Ganz klar, die Pannonia Fields riefen auch dieses Jahr wieder nach Musikliebhabern sowie auch nach Festival-Urlaubern aus aller Herren Länder, so war selbstredend auch dieser kleine Schreiberling gezwungen, sich zumindest dieses eine Mal im Jahr aus seinem natürlichen Umfeld (dem Schreibtisch) zu wagen, PC und Tastatur durch Bier und Campingsessel zu ersetzen und ein paar Tage alles schleifen zu lassen. Obgleich der Wettergott Besuchern gegenüber dieses Jahr nicht vollends gnädig gestimmt war, so ist das NOVA ROCK 2018 rückblickend dennoch ein Quell schöner Erinnerungen. Wie schön ist es beispielsweise, daran zurückzudenken, nach der ersten Nacht um acht Uhr vormittags aus dem Bett, besser gesagt der nicht gerade ergonomischen Couch gerüttelt zu werden, das mit den Worten "Du, kannst bitte aufsperren, ih sitz do heraußen schon seit ana Stund' und mir is kolt", sich zitternd vor Kälte und Dehydrierung nach dem Sinn seines Leidens zu fragen, dann die Tür des Caravans aufzumachen und um ein Bier gebeten zu werden, worauf man aus Solidarität ebenfalls eine Dose öffnet und zusammen unter dem spartiatisch eingerichteten Pavillonbereich auf besseres Wetter zu hoffen. Dann, als sich die Wolkendecke lichtet, alle anderen aus der Gruppe langsam erwachen, kann der Vormittag und damit auch der Spaß beginnen, der nur durch ein "heast, wennma Band XY seng wolln messatma jetzt aufs Gelände" beendet werden kann. Der Rest ist Geschichte. Viele derartige Erinnerung werden auf ewig mit dem Begriff NOVA ROCK verwoben sein und auch dieses Jahr stellte keine Ausnahme dar.

Hier das alljährliche, obligatorische Aftermovie:


 


 

Machine Messiah Tour 2018 Wels - Treffen Lehrer und Schüler

Zum Abschluss noch einmal eine kurze Remineszenz an eine Aktion datiert auf den ausgehenden August, die rückblickend zwar ziemlich dumm und selbstzerstörerisch, allerdings auch genauso lohnend war: Zu jener Zeit trug es sich zu, dass der schreckliche Machine Messiah auf seinem Marsch durch die Welt im alten Schlachthof Wels Halt machte, um dort für Chaos und Zerstörung zu sorgen, unter Anderem auch in der Form von BLACK INHALE, was Grund genug war, einen spontanen Tagestrip über eine Strecke von annähernd 600 Kilometern auf sich zu nehmen (Hotels zum Übernachten braucht ja kein Mensch und wie schlimm kann eine Heimfahrt bei Nacht und Regen schon werden, ne?). Das alles sollte sich aber auszahlen, denn trotz der lähmenden Erschöpfung, die zu späterer Stunde ans Licht trat, war der Abend großartig, nicht zuletzt deswegen, weil an diesem Abend nach fast 3 Jahren erstmals "Lehrer auf Schüler aufeinander trafen". Normal ausgedrückt, die liebe Schreiberlingskollegin Anthalerero Majere, die mich in den Anfangstagen bei Stormbringer.at unter ihre Fittiche nahm, war auch dort, um ihrer Berufung als Hardcore-Fotografin nachzugehen und bei dieser Gelegenheit konnte man doch gleich mal gemeinsam einen Bericht zusammenzimmern. Zwar endete der Abend für mich in Handschellen (sehr zur Belustigung der halb-freiwillig mitgereisten besseren Hälfte), aber Hauptsache lustig war's!

 

Soviel zum Jahr 2018 von meiner Seite...ehm...Ciao und kommt gut ins neue Jahr! (Ja ich bin toll darin, Abschlussätze zu finden, ich weiß).


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Leser-Auswertung
Seite 3: Beitrag von Angelika Oberhofer
Seite 4: Beitrag von Anna Buchbauer
Seite 5: Beitrag von Anthalerero
Seite 6: Beitrag von bender
Seite 7: Beitrag von Christian Wiederwald
Seite 8: Beitrag von Christian Wilsberg
Seite 9: Beitrag von Daniel Csencsics
Seite 10: Beitrag von Daniel Hadrovic
Seite 11: Beitrag von Florian Rosenberger
Seite 12: Beitrag von Fred Gasch
Seite 13: Beitrag von Jazz
Seite 14: Beitrag von Jörn Janssen
Seite 15: Beitrag von Julian Dürnberger
Seite 16: Beitrag von Lisi Ruetz
Seite 17: Beitrag von Lord Seriousface
Seite 18: Beitrag von Luka
Seite 19: Beitrag von manfred
Seite 20: Beitrag von Marc Folivora
Seite 21: Beitrag von Martin Weckwerth
Seite 22: Beitrag von Mike Seidinger
Seite 23: Beitrag von Pascal Staub
Seite 24: Beitrag von Sonata
Seite 25: Beitrag von Thomas Trüter
Seite 26: Beitrag von Werner Nowak
Seite 27: Beitrag von Brigitte Simon


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