Flusensieb Mini #36 – 3 übersehene Death-Platten

Text: Jazz Styx
Veröffentlicht am 06.02.2019

Es war ein mal drei Death-Metal-Platten, die gerne vom Stormbringer reviewt werden wollten. Da kam ein böser Wolf und strafte sie mit Nicht-Beachtung. Kurz vor dem Vergessen trat das Flusensieb Mini auf den Plan und fing die drei Death-Platten auf. Die erste bedankte sich mit Black- und Post-Black-Anteilen, die zweite mit einem Thrash-Käsebrot ohne Gartenkresse-Pesto und die dritte mit geschwärzter Kraft, Brutalität und Schönheit. Viel Spaß!

 


 

EMBRYONIC CELLS – Horizon

Angedeatht ist der Black Metal – grober Typus zweite Welle, aber stark vom Post-Black-Metal bestäubt – der Franzosen EMBRYONIC CELLS auf ihrer vierten LP „Horizon“. Dabei sind die düster-ruhigen Post-Anteile interessanter als das allgemeine Black-Death-Geschrammel, das zwar durchaus nicht falsch klingt, aber auch nach dem zehnten Durchlauf der Platte überhaupt nicht im Gedächtnis bleiben möchte. Manchmal wird es stimmlich fast ein bisschen peinlich, was die Synthies dann auch nicht mehr rausreißen können. Irgendwie schmerzt es mich, diese Platte seufzend wegzulegen, weil sie so gelungene Ansätze präsentiert. Aber wer Cthulhu grunzt, muss auch fhtagn brüllen! OK, mehr nicht! (jazz)

 


 

FINAL BREATH – Of Death And Sin

Auch FINAL BREATH legen ihr viertes Album vor und auch bei „Of Death And Sin“ spielt Death Metal eine große Rolle. Ihm zur Seite tritt Bruder Thrash Metal. 14 Jahre sind seit der letzten Platte vergangen und eine unaufgeregte, alte und tiefe Liebe für den Metal spürt man durch die knappe Dreiviertelstunde feinsten Krachs deutlich. Einen besonderen Ehrenplatz verdient sich der letzte Atemzug damit nicht, aber Genrefans können bei den zehn Songs von Tod und Sünde eine solide bis überdurchschnittliche Platte einschieben, die sicher mehr als einen Durchlauf bleibt. Spitzen gibt es wenig, aber manchmal will man sein Käsebrot ja auch einfach mal ohne Gartenkresse-Pesto oder Chia-Dingsbums essen. (jazz)

 


 

SYMPHONY OF SYMBOLS – Historiocriticism

Wie die bereits besprochenen Bands haben auch SYMPHONY OF SYMBOLS bereits mehr als zwei Jahrzehnte auf dem Buckel, allerdings bringen sie mit „Historiocriticism“ erst ihre zweite LP auf den Markt. Auch sie spielen Death Metal, aber auch der trifft nicht die Mitte des Genres, sondern liegt auf der Grenze zum Black Metal. Das ist kräftig, brutal und irgendwie schön. Vielleicht ist es diese Schönheit – geäußert in melodischen Ausflügen, gestalterischer Vielfalt und technischer Präzision sowie Sauberkeit –, die die Ungarn aus der Monotonie des recht häufig anzutreffenden Genremixes heben. Zu einem Must-Hear reicht es allerdings auch nicht ganz, für ein kräftiges Nackenmuskel-Workout schon! (jazz)

 


 

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