Flusensieb Mini #39 – 3 übersehene Black-Debüt-Platten

Text: Jazz Styx
Veröffentlicht am 27.02.2019

Da sich das Flusensieb Mini mit den Platten beschäftigt, die beim Stormbringer zuvor keinen Redakteur anlocken konnten, finden hier oft kleinere und unbekanntere Bands ihren Platz. Diesmal sind es sogar ausschließlich Debüt-Longplayer; alle drei aus dem Bereich des Black Metal. Zuerst kriechender, gewaltiger Doom Black Metal, dann erneut Doomiges aus dem athmosphärischen bis depressiven Post-Black-Metal, zuletzt aber noch ganz klassisches Black-Gewitter im Stil der zweiten Welle. Viel Spaß!

 


 

RITUALS OF THE DEAD HAND – Blood Oath

Frederik und Filip von der Post-Metal-Truppe HEMELBESTORMER gründeten 2016 RITUALS OF THE DEAD HAND. Die beiden Belgier nennen sich dort Isangrim und Lykaios und bringen etwas hervor, das zwischen Doom und Black Metal agiert. „Blood Oath“ ist ein finsteres, meist sehr langsames, manchmal gesanglich deathiges, häufiger mit Drone-Dröhnen oder Noise-Krach versehenes Debüt voller schleppender Monotonie und drückender, kalter Schwere. Nur vier Songs und ein kleines Zwischenspiel füllen die knappen 40 Minuten, die schmerzhaft einsinken und ihre vernichtende Grausamkeit den Hörer auf zermürbende Weise durchdringen lassen. Actionarm, aber gewaltig! (jazz)

 


 

NATURE MORTE – NM1

Das französische Trio NATURE MORTE (dt.: Stillleben bzw. tote Natur) geht nach einem Demo 2016 mit dem schlicht titulierten „NM1“ in die erste Runde in voller Länge. Ihr Sound ist dem Post-Black-Metal der atmosphärischen, aber auch depressiv-suizidalen Art zuzuschreiben und bedient sich zudem etwas am Blackgaze sowie reichlich am (Funeral) Doom. Obwohl der Sound wunderbar hoffnungslos und zerreißend tragisch ist, fehlt den vier Songs mit einer Gesamtlänge von circa 36 Minuten das ehrfurchtsvolle Erstarren, das z.B. SLOW auslösen können. Nichtsdestoweniger geht dieses Debüt unter die Haut und macht Vorfreude auf mehr. Natürlich die Art der Vorfreude, bei der man an kaltem Schmerz erstickt! (jazz)

 


 

DISCIPLES OF THE VOID – Disciples Of The Void

Genug von der mitteleuropäischen Finsternis! Was gibt es Neues an der skandinavischen Schwarzwurzelfront? Nichts Neues, aber etwas Altes, etwas neues Altes. In Finnland machen DISCIPLES OF THE VOID ihre ersten tiefschwarzen Schritte mit der Debüt-LP „Disciples Of The Void“ und wollen dabei gar nichts neu erfinden, sondern so klingen, wie Black Metal klang, als er noch in der vollen (zweiten) Blüte seiner brutalen Hässlichkeit stand – etwa Mitte der 1990er. Die beiden anonym bleibenden Künstler erreichen ihr Ziel absolut übersolide, wodurch ein fieses Stück einwandfreien Gebolzes entsteht. Für ein Erstwerk schwer beeindruckend und nicht einmal aussichtslos in seiner eingefrorenen Entwicklung. (jazz)

 


 

Mehr Flusensieb!


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