Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 35

Veröffentlicht am 22.04.2019


JOHNNY PAPER (Acoustic Rock, Steiermark)

Perfection

  • 1. Behind The Wall
  • 2. Departure
  • 3. Gently Eviction
  • 4. Gotta Rock
  • 5. Liar
  • 6. Living Means To Love Somebody
  • 7. Perfection
  • 8. Schizophrenia
  • 9. The Call
  • 10. Villain


Nachdem wir in dieser Ausgabe der Underground-Reihe überdurchschnittlich oft in der grünen Mark zu Gast sind, darf es zumindest Genretechnisch etwas mehr Abwechslung sein – nach Blechbläsern wenden wir uns nun dem Acoustic Rock von JOHNNY PAPER zu, der, zumindest wenn man nach dem Albumtitel gehen darf, nach „Perfection“ strebt. Der „One-Man-Performer“, gewöhnlich als Fronter der Metalcore-Fraktion ANCORE auf Bühnen zu sichten, schlägt auf seinem ersten Soloalbum unterstützt von Drummer Martin Burgstaller sanfte Töne an und rückt seine klare, kräftige Stimme in den Vordergrund.

Und das Konzept geht auch auf, wie man bereits in der höchst emotionalen Darbietung von „Departure“ bemerken darf. Dass JOHNNY PAPER mit seinem Soloalbum nicht nur die weiche Seite der harten Rocker, sondern durchaus auch die breitere Masse ansprechen möchte, das zeigt sich spätestens bei „Gently Eviction“, das mit seiner Harmonika-Melodie etwas folkiger einher kommt, aber dank seiner großartig einnehmenden Gesangslinie dafür sorgt, dass man sich doch tatsächlich beim Mitschunkeln ertappt, ähnlich wie bei der Ballade „Living Means To Love Somebody“. Kantiger und Flotter wirkt „Gotta Rock“ zu dem man gerne das Tanzbein schwingen möchte, genauso wie zum beschwingten Titeltrack „Perfection“. „Schizophrenia“ macht seinen Namen alle Ehre, findet man im eigentlich eher glatten Titel doch durchaus kantigere Töne, indem hier auch  kratzigerer, aggressiverer Gesangsstil zum Einsatz kommt. Dafür klingt das Album mit den Balladesken „The Call“ und „Villain“ in gesetzterem Tempo aus, wenngleich auch „Villain“ im hinteren Titel noch ein etwas kratzigeres Highlight einschiebt. Ein schöner, runder Abschluss eines stark gemachten, durchaus am Mainstream anbiedernden Album, das aber auch den weichen Kern der sonst so harten Metalheads anzusprechen weiß.

Everyday-Stuff ist das für die Freunde kerniger Gitarren natürlich keiner, doch wenn sich die zart besaiteten Schwiegereltern ansagen, dann kann man JOHNNY PAPER bedenkenlos in den Player werfen, ohne sich mit schlechtem Gewissen von wegen Verrat des eigenen, bevorzugten Musikstils herumschlagen zu müssen. Auch für den Metaller darf es mal leise sein.
- 3,5 / 5 (Anthalerero)

Mehr zum Papierenen findet ihr auf seiner Homepage und bei Facebook und ein Musikvideo haben wir natürlich auch für euch:

 

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: GNACKWATSCHN
Seite 3: JOHNNY PAPER
Seite 4: MISANTHROPIC MIGHT
Seite 5: FRITZ COBRA
Seite 6: REFLECTOR


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