Flusensieb Mini #49 – 3 übersehene Platten aus Europa

Veröffentlicht am 08.05.2019

Hat jemand Lust auf einen Metal-Trip durch Europa? Dann ist das Flusensieb Mini der perfekte Ort für dich. Hier werden drei platten doch noch einmal schnell ins Licht gerückt, bevor man sie vergisst. Wir beginnen in Norwegen und finden den ultimativen multiplen Spagat vor. Die zweite Etappe führt uns in die Niederlande, wo es tropfendes Herzblut der progressiven Auslegung gibt. Abschließend geht es zu den Schweizern, die uns wiederum mit Southern- und Stoner-Klängen rocken. Viel Spaß!

 


 

CHONTARAZ – Speed The Bullet

Die zweite Platte von CHONTARAZ gibt Rätsel auf. Wie kann etwas zugleich klassischer Heavy Metal und Extreme Metal sein? Gleichzeitig einfacher Hard Rock und sehr spezieller Dark Metal? Sowohl interessant vielseitig, faszinierend, spannend als auch langweilend? Intelligent neu kombiniert und doch relativ stumpf? Stimmlich beeindruckend und doch anstrengend dahergehaucht? Brutal-rabiat und doch feinfühlig? Ansprechend eingängig und einzigartig, aber dennoch nicht einladend, es wieder abzuspielen? „Speed The Bullet“ schafft einen multiplen Spagat, der zu gleichen Teilen fasziniert und abstößt. Sehr interessant und doch auch irgendwie total egal! (jazz)

 


 

AUTUMN – Stacking Smoke

Mit „Stacking Smoke“ erscheint das neue Album der niederländischen Band, das zwar laut eigenen Angaben im Rock-Metal-Bereich einzuordnen ist, aber doch eher in den Prog Metal übergeht. Man merkt AUTUMN an, dass eine Menge Aufwand mit der aktuellen LP einhergegangen ist. Ob es die Klangqualität oder die Textlines sind, Herzblut in allen Segmenten tropft durch die Boxen („Fury“). Und nein, nicht nur die Vocalistin Marjan Welmann hat da das Händchen drauf, auch vier Gitarrenkönner klampfen mit durchweg gelungenen Riffs, ob bei „Cyanide Sky“ oder „Shift To Silence“. Das Album enthält auch einen kleinen geschlossen Zyklus namens „Forging Tempests“, der einen guten Querschnitt ihrer Spannweite zeigt. (SV)

 


 

KING LEGBA & THE LOAS – Back From The Dead

Auf Sound der Cajun eingestellt, aber von Schweizer Rock überrollt. „Back From The Dead“ ist das zweite Album, mit viel Blues und ein wenig Stoner angerührt, mit viel „Rawk'n'Roll“ und doch auch ein wenig Southern-Feeling. Dreckiger Garagenpunk, creepy und sich selbst nicht so ernstnehmend. So springen wir mit „Moonchild“ vom „Ghost Train“ und besuchen die „Voodoo Witch“. Man findet wirklich einige Stilrichtungen bei KING LEGBA & THE LOAS, aber im Fazit bleibt definitiv dieser rohe und mit viel Rock'n'Roll versetzte Gossenmischung, die von den Sex Pistols bis heute mitreißt – Geschmackssache halt. Im Ganzen hat Album das Soundtrack-Feeling eines Horrorkomödchens mit scratchy Kettensägenjaulen. (SV)

 


 

Mehr Flusensieb!


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