Flusensieb Mini #50 – 3 übersehene Doom-Platten

Veröffentlicht am 15.05.2019

Das Flusensieb Mini feiert seine 50. Ausgabe, aber statt einer flippigen Party gibt es eine entspannte Zeit mit Doom Metal. Auch diesmal wurden drei bislang im Stormbringer unbeachtete Platten aufgefangen, bevor sie in der ewigen Ungehörtheit verhallen. Erstmal gibt es den Doom blackened mit finster-dumpf-trauriger Ödnis. Dann gibt es Doom, der eher in die Heavy-Richtung ausschlägt und die Nerven zerfasert. Abschließend gibt es Doom der chaotischen Sorte – bezaubernd hässlich! Viel Spaß!

 


 

MAESTUS – Deliquesce

Doom ist ein Gericht, zu dem man gern geschwärzten Wein reichen darf. So tun es auch MAESTUS auf ihrer zweiten LP „Deliquesce“. Titelgerecht zergehen die Amerikaner in finster-dumpf-trauriger Ödnis. Es ist die schroff-weiße Leere der höheren Bergwelt, die schwer schluckend vereiste Tränen aus den müden Augen der Vergessenen presst. Depressive Suicidal Blackened Funeral Doom? Nicht weit davon entfernt, aber natürlich, unpathetisch, gewaltig, gewichtig, endlos, launisch, unbesiegbar. Wie das machtlose Gefühl, der zivilisationsfernen Naturgewalt ausgeliefert zu sein. Überwältigender Respekt angesichts der eigenen Winzigkeit. Beeindruckend! (jazz)

 


 

CULT OF SCARECROW – Cult Of Scarecrow

Was passiert, wenn Musikern langweilig ist? Richtig, man schließt sich 2018 zu einem CULT OF SCARECROW zusammen und feiert die Dunkelheit sowie den Untergang der Menschheit – hail to the Lord of Light. Möge das Blut in „The Hour Of Bloodrun“ geopfert werden und der Schmerz möglichst jammernd zelebriert werden. Eine Mischung aus Doom und Heavy läßt das Leiden noch wirkungsvoller die Nerven zerfasern und die Zerstörung alles Lebens („Last Words From Black Birds“) großartig zum Finale orchestrieren. Und wer wünscht sich nicht einen eigenen Cult – Vogelscheuchen hin oder her. „We close our eyes, we sharpen the knives.“ Ich brauch jetzt ganz dringen Videos von Katzenbabys und meine Kuscheldecke! (SV)

 


 

NOISE TRAIL IMMERSION – Symbology Of Shelter

Italien, 2013: NOISE TRAIL IMMERSION erblicken das Licht der Welt. Entsetzt wenden sich die Ärzte ab, die Hebamme weint, Gespräche über postnatale Abtreibung liegen in der Luft. Der Entstellte shoutet Hardcore-Style, dann weint er schwarze Tränen. Ist er Progressive? Ist er Black Metal? Ist er Mathcore? OK, die düstere doomig-noisige Schwärze, der man gern noch einen Hauch Post-Irgendwas in die Beschreibung drücken möchte, überwiegt. Sie selbst nennen es „8strings blackened chaos“ – auch treffend! „Symbology Of Shelter“ ist rohe, brutale und dennoch präzise, bezaubernde Hässlichkeit, die eine ganzes Apothekerschränkchen mit Schubladen füllen könnte. Zerstörerisch, wahnsinnig, umwerfend! (jazz)

 


 

Mehr Flusensieb!


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