Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 36

Veröffentlicht am 11.06.2019


 

LEHM (Post Doom, Steiermark)
 

ABYSS:LIGHT

  • 1. Neugold
  • 2. Emeralds Rubies And Saphires
  • 3. III
  • 4. Abyss:Light
  • 5. Crystal Ember {Voyagers}


Zum Abschluss der 36. Underground-Ausgabe steigen wir noch in die düsteren Gefilde des Doom hinab, dessen tiefschwarze Schönheit uns LEHM erschließen wollen. Erschließen ist hierbei beinahe wörtlich zu nehmen, denn bereits das Bandlogo in Form eines alten, verzierten Schlüssels (!) erweckt erstes Interesse an den ausladenden Post-Doom-Welten der Steirer.

Düster und schwer walzt sich der Opener „Neugold“ aus den Boxen, zähflüssig wie schwarze Lava; Wabernd und sphärisch in knarzigen Soundwelten mäandernd, baut sich der Titel langsam auf, ehe donnerndes Riffing und monotone Gesänge den Hörer der Welt entrücken. Deutlich garstiger, partiell in Schwarzmetallische Gefilde schielend, geht „Emerald, Rubies and Saphires“ zu Werke, vermag dabei aber durch recht flachen Mix nicht die Intensität und Tiefe des Openers zu erreichen. Das monumentale „III“ spielt mit vielfältigen Einflüssen und watet mit niederschmetternder Langsamkeit durch einen tiefschwarzen Ozean an in den Keller gestimmten Saiteninstrumenten, die sich zu vernichtenden Wellen auftürmen. Der Titeltrack „Abyss:Light“ bringt erneute Anleihen aus Black Metal-Gefilden, kann jedoch gerade in den vergleichsweise schnellen Passagen nicht genügend Druck entwickeln, was in den schleppenden Passagen des über neun Minuten spielenden Brockens sehr wohl gelingt. „Crystal ember {Voyagers}“ schwingt dann noch einmal in ausufernder Länge die Doom-Keule und beschreibt mit seinem Abwechslungsreichtum, zwischen beinahe fragil wirkenden, spärlich instrumentierten Teilen und garstigem Getrümmer, einen schönen Spannungsbogen.

Unterm Strich bieten LEHM spannendes Material, das auf seinem soliden, doomigem Grundstock mit einigen durchaus kernigen Ausbrüchen zu überraschen weiß, aber aus der Fülle knatternder Untergrund-Aufnahmen noch nicht so recht herausstechen mag. Als Gourmet einer gewissen Rohheit, sollte man die in der Aufmachung wunderbar detailverliebten Steirer aber unbedingt einmal anchecken!
- 2,5 / 5 (Anthalerero)
 

Die Musik von LEHM findet ihr bei Bandcamp und auch bei Facebook könnt ihr die Band besuchen. Einen Audiomitschnitt gibt es natürlich auch zum antesten:

 

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: HEIDNIR
Seite 3: GRÖBÄR
Seite 4: HANGAR-X
Seite 5: THIS LAST WORLD
Seite 6: LEHM


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