MYRATH - das 'Shehili' Gangbang-Review

Der Ruf des Muezzins schallt durch den Raum, aber nicht lange, dann erfährt der lange, klagende Ruf eine Wendung, die nicht üblich ist, denn er leitet ein Progressiv Symphonic Power Metal Werk ein, dass in der Oberliga des orientalischen Metal spielt. „Shehili“ von MYRATH ist eine wahre Glanzleistung der tunesischen Metal Band geworden, die mit der Umsetzung ihres aktuellen musikalischen Werkes in bildgewaltige Videos neue Maßstäbe setzt.

Doch nun von Anfang an…
MYRATH – ein Bandname, der mir vor ein paar Monaten nichts sagte.
Dann die Begeisterungsexplosion von Kollegin Lisi, als es hieß, MYRATH veröffentlichen ein neues Album.
Das ließ mich natürlich aufhorchen. Wenn Lisi derart begeistert ist, muss ja was an der Band dran sein. Und nicht nur am hübschen Sänger *grins*.
Also auch mal reingehört in das zu diesem Zeitpunkt frisch veröffentlichte Video von „Dance“. Und ich muss sagen „WOW“. Mir blieb die Spucke weg. Das war echt hammermäßig, was ich da hörte und sah. Ich habe mich genauso vom ersten Moment an in die Jungs verliebt. Unter anderem auch, weil der Sänger so hübsch ist (hehe – fällt bei mir zwar unter Toy Boy, aber blind bin ich ja nicht).

Für alle, die jetzt glauben, dass wir die Jungs nur so gut bewerten, weil wir ein Faible für den Sänger haben – falsch. Wir tun das, weil der Junge singen kann wie selten wer und weil alle Mitglieder dieser Band hervorragende Musiker sind. Ich persönlich bin zum Beispiel noch immer überwältigt von dem Keyboard-Dreiecks-Arrangement, das Tastenmann Elyes Bouchoucha beim Video von „Dance“ zum Einsatz bringt. Echt krasses Teil. Grundsätzlich ist das Anhören und Ansehen von „Dance“ für Neueinsteiger genau das richtige Mittel, um auf den Geschmack zu kommen. Die Bildsprache eines orientalischen Märchens mit Assassinen, Ninja-Kriegerinnen, Helden, Festungen und dem restlichen Schnick-Schnack spricht sicher alle an, die auf Computer Games stehen. Und wer das nicht tut, kann einfach so die Gedanken schweifen lassen und sich in die mythische Welt von 1000 und einer Nacht in der Interpretation von MYRATH ziehen lassen. Dazu wird man begleitet von filmreifer Musik, in der sich Westen und Arabien vereinen.

MYRATH sind mehr als nur eine orientalische Progressive Metal Band. Sie mischen sehr gekonnt die Instrumente und Stile ihrer Ursprungswelt mit harten Riffs, spitzfindigen Soli, wummernden Bässen und speedigen Drums. Das Keyboard schwebt, unterstützt, gibt den Ton an, wandelt sich zum Klavier – alles, was hilft, die Geschichte, die die Songs erzählen, zu unterstützen, wird verwendet. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass bei „Darkness Arise“ Orgeltöne wie nach DEEP PURPLE klingen oder bei „No Holding Back“ und „Mersal“ so viele fremde Instrumente eingesetzt werden, dass das Orientalische im Song überwiegt. Wenn dann die Lyrics auch noch französisch oder arabisch werden, weiß man, dass hier keine 08/15 Band am Werk ist.

Ganz toll die Riffs bei „Monster In My Closet“, das ein melodisches Powermetal Stück ist. Die anderen Bereiche, wo viel Power zu finden sind, sind die balladenhaften und doch heavy Songs wie „Iili Twil“ oder „Stardust“. Bei letzterem auch wieder sehr schön der Einsatz des Pianos in Kombination mit Gesang.

Am Ende des Albums dann der absolute Höhepunkt in der Hymne „Shelili“. Eine lange Nummer, bei der der Wechsel zwischen soften, melodischen Takten und harten Metal-Riffs sehr gefällig abläuft. Es werden symphonische Höhen erklungen, basslastige Tiefen ausgelotet, Chöre eingefügt und natürlich wiederum sehr harmonisch die Klänge des Orient mit der Metalwelt verknüpft.

In Summe begeisterte 5 von 5 Punkten. Vom ersten bis zum letzten Song an zieht sich eine Linie durch, wird eine Geschichte erzählt und Lust auf mehr geweckt. Das ist eher schon die Beschreibung eines Buches, denn eines Albums, aber bei „Shelili“ ist es eben so, dass die Musik Fantasy schreibt. Ich kann das Album nur empfehlen, vor allem, wenn man gerne mal ein wenig fremdländisches Feeling in seinen Musikalltag bringen will.

5 / 5 - Lady Cat

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Martin Weckwerth
Seite 3: Lady Cat
Seite 4: Christian Wilsberg
Seite 5: Sonata
Seite 6: Lisi Ruetz
Seite 7: Fazit


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