Flusensieb Mini #53 – 3 übersehene Ist-das-noch-Metal-Platten

Veröffentlicht am 05.06.2019

Flusensiebe sieben nicht nur Flusen, sondern fangen auch auf, was sonst so von der Wäsche bleibt. Hier sind es Platten, die bisher kein Stormbringer-Redakteur behandelt hat. Diesmal sind es Alben, die die Frage zulassen, wie metal sie eigentlich (noch) sind. Erst wird uns billige Liebe mit reichlich Pop untergejubelt. Dann geht es mainstreamig dem Alternative Rock zu Leibe, bevor wieder einmal die Franzosen etwas ganz Besonderes zu bieten haben: Hörbuch-Metal ohne E-Gitarren! Viel Spaß!

 


 

TO THE RATS AND WOLVES – Cheap Love

Erinnert ihr euch an „Young.Used.Wasted“? Das waren TO THE RATS AND WOLVES, wie man sie lieben gelernt hat. Natürlich darf und sollte sich jede Band weiterentwickeln – insbesondere, wenn ihr Kern Metalcore ist. Nun waren TTRAW ja schon immer den elektronischen Klängen zugeneigt. Mit „Cheap Love“ machen sie allerdings einen mächtigen Satz Richtung aktueller Chartmusik. Ihr neuer Pop Rock mit nur gelegentlichen Shouts richtet sich eindeutig mehr an den Mainstream. Darüber kann man sich als Metaller ganz fürchterlich echauffieren. Kann man aber auch lassen! Wenn das ist, was sie machen wollen, sollen sie das tun, denn sie können es wirklich gut! Ich wünsche ihnen viel Glück auf ihrem Weg! (jazz)

 


 

BREATHE ATLANTIS – Soulmade

2016 ließ „Futurestories“ der Band BREATHE ATLANTIS den Titel „vielversprechende Alternative Newcomer“ zukommen. Dadurch konnten sich die Rocker in Europa, Amerika, Japan und Russland etablieren. Das Quartett deckt die Bereiche Alternative, Industrial, Rock und Metal ab. Nun haben sie aus über 30 Tracks elf für ihr neues Album auserwählt. Im Fokus stehen Emotionen. Der Stil ist geprägt durch tanzbare Rhythmen, elektronische Elemente und hymnenartige Lieder mit eingängigen Refrains. Vokalist Nico Schiesewitz beherrscht die verschiedensten Gesangsarten und die damit unterschiedlichsten Tonhöhen. Alle Songs auf dem Album sind sich sehr ähnlich und fallen definitiv in den Bereich Mainstream. (CAH)

 


 

DRONTE – Quelque Part Entre La Guerre Et La Lâcheté

DRONTE: Metal ohne elektrische Gitarren? Woher? Natürlich! Aus Frankreich, Heimat einiger der interessantesten Metal-Projekte der Gegenwart (z. B. IGORRR). Akustikgitarre, Saxophon, Kontrabass, Vibrafon, französischer Gesang und auch viel gesprochene Sprache. Ist das denn überhaupt Metal? Ja! Bzw. Post-Metal. Aber mit viel Jazz, etwas Alternative Rock, vielleicht etwas zu viel Hörbuch und noch einigem mehr. Wahrscheinlich erschließt sich der rote Faden mehr, wenn man der französischen Sprache mächtig ist. So ist „Quelque Part Entre La Guerre Et La Lâcheté“ ein skurriles Nischen-Kunstwerk, das mehr Faszination als Stirnrunzeln wecken kann! Ein weiterer Grund, Französisch zu lernen! (jazz)

 


 

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