Flusensieb Mini #59 – 3 übersehene Metal-Platten

Veröffentlicht am 24.07.2019

Die Aufgabe des Flusensieb Mini ist es, Platten aufzufangen, die beim Stormbringer unter dem Radar durchgerutscht sind. Diese Woche gibt es dabei spacigen Progressive Metalcore, dessen Beiwerk mehr fasziniert als sein Kern – natürlich aus Frankreich. Außerdem ist etwas zu abwechslungsreicher Alternative Metal aus Deutschland dabei. Zum Abschluss wird der amerikanische Rock 'n' Roll elektronisch und rauchig. Viel Spaß!

 


 

BUY JUPITER – Eclipse

Wir schreiben das galaktische Jahr drei Piep, kurzes Stocken, Fahrradsattel. Das interplanetare Frankenreich hat gigantische Schneckenschulden und muss daher einen Planeten zum Verkauf anbieten: BUY JUPITER! Oh, sorry, mein Fehler. Verkauft werden soll die EP „Eclipse“. Sie vereint progressiven Space-Rock und modernen Metalcore-Sound, ohne dass diese Elemente einander widersprechen. Angenehm wechseln sie sich ab und fügen sich auch trefflich ineinander. Doch letztendlich überwiegt der recht harte, mitunter djentige Modern Metal, wodurch der Prog eher zum Beiwerk wird – aber zu einem faszinierenden. Zu einem faszinierenderen Beiwerk als die Hauptausrichtung der Musik. Fast super-ok-stark! (jazz)

 


 

MELOCO – Roots

Zum zehnjährigen Bestehen und nach ihrem Debütalbum „Port Noir“ im Jahr 2016 erschien von der Band MELOCO nun „Roots“. Es ist ein Mix aus den Bereichen Rock, Nu Metal, Pop, Rap, Punk und Alternative Metal. Einige Melodien sind radiotauglich und gehen gut ins Ohr, jedoch wird das Maximum in jeden Song hineingesteckt. Dadurch wirkt alles überladen. Gesanglich bewegt sich Vocalist Tom bei einigen Tracks im Rap-Bereich. Auf weiblichen Gesang stößt man beim ruhigeren „Believe“ und bei „Insomniac“ (feat. BB THOMAZ). Der einzige deutsche Song „Meilenweit“ erinnert an DIE TOTEN HOSEN. MELOCO bieten mit jedem Song totale Abwechslung. Klingt gut, aber das ist selbst mir zu viel. Definitiv too much! (CAH)

 


 

9 ELECTRIC – Megalith

Das Album „Megalith“ der Band 9 ELECTRIC ist elektronischer Rock 'n' Roll. Nach eigener Aussage sei dieses Werk die ehrlichste Aufnahme ihrer Karriere. In mehreren Tracks zeigt sich das Thema „Gut und Böse“. Das Albumhighlight ist eindeutig „The Light“: Carla Harvey von BUTCHER BABIES pusht mit ihrem Gesang die Nummer und Piano-Töne runden sie ab. Es lässt sich auch eine „Destroy The Original“-Version von GAVIN DEGRAWs „I Don`t Want To Be“ finden. „Nothing 2 Lose“ klingt nach LINKIN PARK und fällt ins Hip-Hop-Genre. Reggae-Aspekte zeigen sich bei „Disposable Love“. In Summe eine interessante Band, die viele verschiedene Ansätze ausprobiert und mit rauchigem, „unsauberem“ Gesang punkten kann. (CAH)

 


 

Mehr Flusensieb!


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