Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 39

Veröffentlicht am 20.09.2019


ESCAPE ARTISTS (Alternative/Pop Punk, Wien)


Never Die Again

  • 1. Never Die Again
  • 2. Addiction Turns To Fiction
  • 3. Even Angels Need To Learn How To Fly
  • 4. Wake Up
  • 5. Made It
  • 6. Hey You
  • 7. Me And Rational Intentions About
  • 8. Goodbye


Das erste mal bei Stormbringer – und dann nach elf Jahren Bandbestehen gleich mit dem letzten Lebenszeichen – ESCAPE ARTISTS aus Wien veröffentlichten im August ihr neues Werk „Never Die Again“, welches auch gleichzeitig als das letzte angekündigt wurde. Gewohnt knalliges Artwortk aus dem Hause SBÄM! Zeigt schon die Marschrichtung an – es wird wieder fröhlich und punkig, mit kurzen und knackigen Songs (das gesamte acht Songs starke Album ist nach 20 Minuten durch) zu denen man ausgelassen das Tanzbein schwingen kann.

Zunächst gibt es aber den Opener „Never Die Again“, der mit eineinhalb Minuten und mehreren Breaks den Einstieg ins Album etwas schwierig macht, zumal man sich mit Pias gewöhnungsbedürftiger Stimme nicht gleich anfreunden will. Obwohl das Ganze Hand und Fuß hat, angemessen produziert um die Ecke kommt und auch kein Element des Genreschublädchens Pop-Punk auslässt, will sich der Mitreiß-Faktor, der das Genre auszeichnet, nicht so recht einstellen. Das liegt zu einem großen Teil daran, dass die durchwegs simplen, ohrwurmigen Songs oftmals von Breaks, die das Tempo herausnehmen, eingebremst werden. Nicht unerheblichen Anteil daran hat auch Sängerin Pia, die vor allem in den harscheren Bereichen zu überzeugen weiß („Wake Up“, „Goodbye“), aber in den cleanen Lagen, die das Album klar dominieren, nicht wirklich Druck hinter die Stimme bekommt. Vor allem der Refrain in „Me And Rational Intentions About“ lässt dies schmerzlich zu Tage treten. Mal bauen ESCAPE ARTISTS auf lässiges Stadionrock-Feeling, wie in „Hey You“, gehen etwas breitwandiger zu Werke wie in „ Even Angels Need To Learn How To Fly“ oder lassen den klassischen Punkrocker heraushängen, was bei „Made It“ (das vielleicht nicht gerade mit Originalität punktet, aber dafür simplen Spaß bietet) dank passendem Verhältnis zwischen fast souligem Cleangesang und rotziger Rockröhre noch am besten funktioniert.

Unterm Strich aber, vermisst man wirklich Zwingendes im ansonsten tadellosen Sound, der lediglich an der Diskrepanz zwischen einigermaßen knackiger Attitüde und allzu glattem, in austauschbar poppige Indie-Gefilde abdriftendem Gesang krankt. Nach Elf Jahren und der doch überraschenden Ankündigung, dass „Never Die Again“ das letzte Werk sein soll, hätte man sich doch irgendwie mehr erwartet.
2,5 / 5 (Anthalerero)


Homepage und Facebook-Präsenz bieten mehr Information über ESCAPE ARTISTS und ein Video haben wir natürlich auch parat:

 
 
 
 

Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: KUCKUCK
Seite 3: ESCAPE ARTISTS
Seite 4: DEAD KNOWLEDGE
Seite 5: LEGION OF BOKOR
Seite 6: NORIKUM


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