Flusensieb Mini #70 – 3 übersehene Ist-das-noch-Metal-Platten

Veröffentlicht am 23.10.2019

Ist das eigentlich noch Metal? Das fragt sich das Flusensieb Mini diese Woche und fängt im Zuge dessen drei Platten auf, die leider bisher sonst keine Beachtung im Stormbringer finden konnten. Zuerst wird es ausgesprochen elektronisch und industriell mit Clubs voller verschwitzter hypnotisch wabernder Schattengestalten. Dann geht es in die verlorene Zone, in der es alternativ, corig und nach Pop klingt. Pop? Nein! Doch! Oh! Zuletzt überwinden wir den Metal, genauer den Black Metal und greifen nach dem Blackgaze – allerdings nur ganz kurz. Vielleicht zu kurz!? Viel Spaß!

 


 

HERRSCHAFT – Le Festin Du Lion

Ist das noch Industrial Metal oder haben die Elektro-Parts so weit Überhand genommen, dass man von EBM sprechen sollte? HERRSCHAFT melden sich nach sechs Jahren mit dem erst dritten Album ihrer 15-jährigen Existenz zurück. Sehr tanzbar und zugleich düster findet sich im typischen Klang schwarz-dreckiger Untergrund-Beats ein Anflug von Metal. Das funktioniert live auch beim Open Air, aber die optimale Atmosphäre wäre sicher der Keller eines dunklen, unverzierten Beton-Clubs voller verschwitzter hypnotisch wabernder Schattengestalten. Manchmal könnten markantere Akzente gesetzt und das Emotionsspektrum weiter ausgereizt werden, aber „Le Festin Du Lion“ verführt gekonnt zum Trance-Dance! (jazz)

 


 

LOST ZONE – Promises

LOST ZONE sind drei junge Rocker aus Südtirol, welche von LIMP BIZKIT, BRING ME THE HORIZON oder 30 SECONDS TO MARS beeinflusst wurden. Ihre erste Platte „Promises“ umfasst die Bereiche Rock, Core und Pop. Die härteste Nummer ist „Scream“, in der klarer Gesang auf die typischen Core-Shouts trifft. Die Musikgruppe überrascht auch mit dem Einsatz von Klavier bzw. Keyboard, sowohl bei „Away From Serenity“ als auch beim Track „No Regrets“. Die Ballade „Color Blind“ deckt den ruhigen Part der EP ab. Zusammengefasst schaffen die Jungs mit jeder Nummer Abwechslung, obwohl das Mini-Album Mainstreamtendenz aufweist. (CAH)

 


 

NUITVILLE – When The Darkness Falls

In der Kürze liegt die Wür... Nein, eine Post-Black-Metal-EP von 18 Minuten, von denen mehr als ein Drittel ein Cover sind, ist nicht pointierte Präzision. Blackgaze, wie ihn der ukrainische Multiinstrumentalist Tristan Nuit alias NUITVILLE in den Äther dröhnt, braucht Entfaltungsspielraum. Also bin ich nicht bereit, „When The Darkness Falls“ viel mehr als einen Teaser zu nennen. Der allerdings kann schon ein wenig Lust auf mehr machen. Atmosphärisch, aber nicht ins Ambientige abdriftend erhält man hier ein Häppchen unterflüsterten Krach, der im Gutturalen eine faszinierende Shoutigkeit besitzt. Ein vielversprechender Start, aber kaum mehr als ein Warm-Up. Wie und wann geht es weiter? (jazz)

 


 

Mehr Flusensieb!


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