Flusensieb Mini #74 – 3 übersehene Rock-Platten

Veröffentlicht am 20.11.2019

Natürlich ist der Stormbringer ein Metalmagazin, aber er hat ja auch ein Herz für Rock. Da aber auch im Rock hier und dort eine Platte nicht erwähnt wird, fängt dieses Flusensieb Mini drei musikalische Produkte auf, die hier bisher übersehen wurden. Alles begann im Mittelalter. Oder zumindest dieses Flusensieb, denn da gibt es eine Band, die ihre perfekte Mittelaltermarktnische gefunden hat. Weiter geht es mit Alternative Rock und Bayerischem Reggae, der einem roten Faden folgt. Abschließend komplettieren düster-depressive Klänge mit eindeutig zu viel Spaß dieses Rock-Triptychon. Viel Spaß!

 


 

RELIQUIAE – Babylon

Rockiger denn je greifen die Spielmänner von RELIQUIAE mit ihrer vierten Platte „Babylon“ nach ihrem Stück vom deutschsprachigen Mittelalter-Musik-Kuchen. Weniger schlagerhaft als SCHANDMAUL, weniger düster als SUBWAY TO SALLY, weniger entrückt als FAUN, weniger altertümlich als IN EXTREMO. Dafür in der Lage, sich auf alte Tugenden des Genrefeldes zu konzentrieren: starkes Geschichtenerzählen und eine mitreißende Mischung aus interessanten Themen und ansteckenden Melodien und Refrains. Geradezu perfekt passen sie in die Lücke, die SALTATIO MORTIS mit dem letzten Stilwechsel offengelassen haben, ohne dass RELIQUIAE uninspiriert oder kopierend wirken. Eine Band auf dem Weg in die erste Reihe! (jazz)

 


 

ACOUSTIC BLACK – In A Different Light

Mal ein komplett anderes Setting kommt mit den Freilassingern ACOUSTIC BLACK dahergewackelt. Schon bei den ersten Takten möchte man mitswingen und die Mischung aus Rock, Pop und ein wenig bayrischem Reggae tänzerisch untermalen. Gesungen wird leider auf Englisch – wäre interessant auf Deutsch gewesen. „In A Different Light“ ist ihr erstes Album und vereint Freude an Musik mit viel guter Laune. Gesanglich getragen wird das Album von Franz Haas. Da möchte man gerne „Do You Wanna Dance“ mit anschließendem „Drinking The Night Away“ vorschlagen. Vielleicht wird ja 'ne „Crazy Love“ draus? Man merkt: Das Album verfolgt einen roten Faden. (SV)

 


 

RAVENFIELD – Faith And Fall

Jede einzelne Hoffnung ist verloren – geben wir dem Album trotzdem eine Chance, gehört zu werden. RAVENFIELD aus Dachau liefern mit „Faith And Fall“ eine fröhliche Einladung zur Selbstzerstörung ab: melancholischer Dark Rock, der seltsamerweise ziemlich happy klingt. Die hatten eindeutig zu viel Spaß beim Einspielen von „Self Destruction“. Thematisch bewegen sie sich tatsächlich in schöner Heulbojenmanier durch das Genre – aber trotz ihrer Entschuldigung für die Umstände („Journey – Gone“) sind sie viel zu glücklich und auch „Alone“ klingt nun wirklich nicht nach Jammertal der Einsamkeit. Ziemlich rockig das Ganze. Das wird noch lange nicht „The End“ gewesen sein. (SV)

 


 

Mehr Flusensieb!


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