Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 42

Veröffentlicht am 20.12.2019


CHANGING FORMS (Progressive/Metalcore, Steiermark)


Terra

  • 1. Shifting
  • 2. The Coriolis Effect
  • 3. Blue Marble
  • 4. Altered State of Mind


Um das Stilkarussel ein weiteres Mal zu drehen, gehen wir nun in die Steiermark, wo wir die progressive Metalcore-Formation CHANGING FORMS vorfinden. 2016 gegründet, wütet der Fünfer nicht nur hingebungsvoll auf den Bühnen der Nation, sondern hebt ihm Jahr 2019 auch seine zweite EP namens „Terra“ aus der Taufe.

Produktionstechnisch wettern CHANGING FORMS ordentlich aus den Boxen, da kann man zu keiner Zeit meckern, musikalisch jedoch, zeigen sich die Steirer ungefähr so zugänglich wie ein tasmanischer Beutelteufel in freier Wildbahn. Das äußert sich schon im Opener „Shifting“, das mit hingebungsvollem Gebell und knackigen Breakdowns im Metalcore-Gewitter ordentlich aufs Gas drückt und mit deutlicher Djent-Würze und sogar ein bißchen sphärischer Note um die Ecke kommt. „The Coriolis Effect“ wirft auf atmosphärischem Bett flotte Riffs und proggige Spielereien zusammen und setzt zwingende Gangshouts und starken Cleangesang amtlichen Eskalations-Passagen gegenüber. „Blue Marble“ rüttelt mit derbem Gebrüll wieder einmal kräftig am Watschenbaum und fordert den Hörer mit vertrackten Rhythmuskonstrukten. Insgesamt einer der stringentesten Songs, der wieder einmal mit Djentiger Aura einher kommt und mit massiven Breakdowns kräftige Muster in die Gehirnrinde stempelt. Dagegen nimmt sich „Altered State Of Mind“, das wieder in komplett anderem Soundgewand einher kommt, ja fast zahm aus. Auch hier werden wieder diverse Tempowechsel und Stilbrüche durchgezogen, sodass man sich als Hörer nur noch schwer im Trommelfeuer aus Versatzstücken diverser Genres zurecht findet.

Zwar können CHANGING FORMS den ganzen Wahnsinn, den sie auf ihrer EP „Terra“ abbrennen, mit augenscheinlich äußerst lockerer Hand aus der Hüfte schießen, doch die geradezu überbordenden Einflüsse zerschießen die Songs ein wenig und machen es bisweilen schwer, den Steirern bei ihren schnellen Stilwechseln zu folgen. „Terra“ ist eher etwas für die hektischere Klientel, bei der möglichst viel möglichst schnell passieren muss – das ist zwar technisch über jeden Zweifel erhaben, aber letztendlich bremst sich die Sache ein wenig selbst aus. Der Rezensent hätte jetzt gerne ein Sackerl Eis für die heißgelaufenen Gehirnwindungen.
3 / 5 - Anthalerero


CHANGING FORMS könnt ihr bei Facebook finden, jetzt gibt’s aber erstmal auf die Zwölf:

 

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: AITVARAS (Melodic Black Metal, Osttirol)
Seite 3: SOLID SKY (Progressive Rock, Wien)
Seite 4: CHANGING FORMS (Progressive/Metalcore, Steiermark)
Seite 5: BURY ME ALIVE (Metalcore/Alternative, Vorarlberg)
Seite 6: KALT || WEISS (Avantgarde Black Metal, Wien)


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