Der Stormbringer Jahresrückblick 2019

Jahresrückblick 2019 von Pascal Staub

 

From now on, we are enemies. You and I.

Kurz vor der Bekanntgabe der baldigen Trennung CHILDREN OF BODOMs sinnierte ich noch darüber, wie erstaunlich es doch sei, dass die Finnen auch 22 Jahre nach ihrer Gründung im Kern immer noch eine unzertrennliche Einheit sind - und siehe da, nur wenige Wochen später lässt man via Social Media eine Bombe platzen, deren Existenz ich nie für möglich gehalten hätte. Ursprünglich wollte ich mein schriftliches Mitwirken an diesem Jahrespoll komplett anders einleiten, aber für jemanden wie mich, der Laiho und Co. seit vielen Jahren treu ergeben ist, war das - vor allem auch in Anbetracht des großartigen "Hexed" (siehe unten) - zunächst ein mittelgroßer Schock, auf den allerdings schon kurz darauf, also nach besonnenerer Betrachtung, ein annerkennendes, akzeptierendes Nicken folgte. Man kann sich nach einer derart langen Zeit, in der man z.B. durch extensive Tourpläne ständig miteinander um den Globus reiste, auch mal auseinanderleben und genug vom verpflichtenden Gruppenzwang einer gemeinsamen Band haben. Obiges Zitat soll dementsprechend natürlich nicht suggerieren, dass ich mich fortan mit COBHC auf Kriegspfaden bewegen würde, nein, es war schlichtweg die erste Zeile, die ich von ihnen hörte, ehe mich der Zauber von Bodom ergriff und in den darauffolgenden Jahren nur selten enttäuschen sollte. Danke für unzählige ikonische Momente!

Kommen wir nun aber zum eigentlichen Teil des Jahrespolls 2019, der selbstredend auch heuer wieder absolute Ehrensache ist. Dachte ich vor ein bis zwei Monaten noch, dass sich das Jahr musikalisch irgendwie mauer als sonst anfühlen würde, wurde ich während der Zusammentragung sämtlicher Einzelheiten einmal mehr eines Besseren belehrt. Im Gegenteil: Wenn man sich nicht künstlich limitiert, ist der Metal auch weiterhin ein weitläufiges Areal voller unterschiedlicher Sehens- bzw. Hörenswürdigkeiten. Aber genug gequasselt, hier liste ich zunächst meine Alben des Jahres; natürlich erneut in unbestimmter Reihenfolge, weil diese absolut nebensächlich ist:

ATLANTEAN KODEX - The Course Of Empire

Eigentlich wurde zu "The Course Of Empire" von ATLANTEAN KODEX schon nahezu jede mögliche Lobeshymne gesungen. Während gewisse Kreise mitsamt dazugehörigem Szenepolizeiapparat inkl. teils treudoofer Anhängerschaft dieses Meisterwerk dazu instrumentalisieren, um mittels kindischer Objektivierungsversuche abermals die absolute Deutungshoheit im Metal anzufechten, kann man es sich als Hörer auch einfacher machen: Anschalten, abtauchen. Noch gefällt mir der Vorgänger "The White Goddess" eine Nuance besser, aber ungeachtet dessen kann "The Course Of Empire" das schwindelerregend hohe Niveau halten und - vor allem - den Vorschusslorbeeren gerecht werden. Hier wird Epic Metal mit einer unermesslichen Trageweite, die kein Orchester dieser Welt jemals erzeugen könnte, zelebriert. Besonders beeindruckend: die gesangliche Entwicklung Markus Beckers, der hier nicht mehr auf dem Level eines sterblichen Sängers, sondern auf dem eines zutiefst authentischen Storytellers und Silbenmalers agiert - und einen wahrscheinlich auch ohne das erhabene Instrumentalfundament in einen packenden Film verwickeln würde. Meisterlich!

OBSEQUIAE - The Palms Of Sorrowed Kings

Wer von sich überzeugt ist, darf sich gerne auch selbst zitieren: „OBSEQUIAE sind ein Unikat, eine Band, die man aktuell definitiv kein zweites Mal findet. Mein Gehör hat in weit über zehn Jahren Metal schon vieles gehört und registriert, manchmal gar mehr, als ihm lieb war, aber etwas im Stile von "The Palms Of Sorrowed Kings", wenn man die beiden ebenfalls großartigen Vorgänger "Aria Of Vernal Tombs" und "Suspended In The Brume Of Eos" abzieht, noch nie. Selbstverständlich braucht es Zeit und Muße, um sich im mittelalterlichen Äther des Trios zurechtfinden zu können, zumal die Produktion manchmal einen eigenwilligen Charakter hat, aber dafür wird man auch in eine authentisch verklanglichte, autarke Parallelwelt entführt, die Lichtjahre von der herkömmlichen Definition des Mittelalter Metal entfernt ist und damit genau denjenigen schmeicheln dürfte, die diese Epoche gerne auch mal aus einer anderen musikalischen Perspektive kennenlernen und erforschen möchten.

CHILDREN OF BODOM - Hexed

Wäre "Hexed" tatsächlich das letzte Album von CHILDREN OF BODOM, so wäre es ein äußerst versöhnlicher Abschluss einer einzigartigen Karriere. Zahlreiche Nostalgie-Momente verschmelzen mit dem moderneren Bodom-Sound zu einem gelungenen Spätwerk, das mit abwechslungsreichen Songstrukturen, den gewohnten Tempowechseln, Gänsehaut-Soloduellen und der typischen CoB-Atmosphäre die behäbigeren Zeiten zwischen "Blooddrunk" und "Relentless Reckless Forever" endgültig vergessen lässt und die positive Entwicklung seit "Halo Of Blood" bestätigt, schlussendlich vielleicht sogar finalisiert. Besonders fantastisch ist natürlich auch das Coverartwork aus der Feder von Denis Forkas, der das Reaper-Maskottchen zum ersten Mal seit "Something Wild", "Hatebreeder" und "Follow The Reaper" wieder mysteriös und bedrohlich zugleich aussehen lässt. Danke für alles, Jungs!

IDLE HANDS - Mana

Zweifelsohne das Debüt des Jahres für mich und auf einem ähnlichen Niveau wie BEASTMILKs "Climax" (2013), zu dem durchaus eine stilistische wie atmosphärische Schnittmenge besteht. Dargereicht mit Heavy Metal, Post-Punk und zeitlosem Gothic/Death Rock, wird "Mana" von IDLE HANDS nicht nur von irrsinnig geilen Melodien und düsteren Vibes getragen, sondern auch vom begnadeten und einzigartigen Gabriel Franco am Mikrofon, der sich mit seinen tiefen, eingängigen Vocals in die Seele des Hörers bohrt und dabei unbeschönigt seine eigens zusammengeflochtene Gedankenwelt zwischen Suizidgedanken, verflossenen Liebesgeschichten und Fantasiefiguren à la Drachen offenlegt, um sich innerhalb einer eigensinnigen Logik selbst zu therapieren. Von einigen namhaften europäischen Festivals wurden IDLE HANDS bereits gebucht und in allerspätestens zwei bis drei Jahren wird das Oregon-Quintett vermutlich durch sämtliche Decken gehen.

THE GREAT OLD ONES - Cosmicism

Auch hierzu ein Selbstzitat zwecks Zeitersparnis: „Produktionstechnisch konnte man erkennbare Fortschritte machen, wovon - vor allem - die Gitarren, die gleichermaßen in den melodischen Abschnitten sowie den rifforientierteren Passagen präsenter sind, enorm profitieren und auch beim Songwriting fällt eine angenehme (Weiter-)Entwicklung auf, die sich bereits in der Netto-Spielzeit ("Cosmicism" ist sechs Minuten länger als der Vorgänger) widerspiegelt, beim Hören aber noch markanter in Erscheinung tritt, weil man den Eindruck gewinnt, dass THE GREAT OLD ONES den sieben neuen Kompositionen mehr Zeit zur Entfaltung zugestanden haben und sich damit sozusagen auf die Stärken eines "Al Azif" bzw. ihres Songwritings im grundsätzlichen Sinne zurückbesinnen konnten. Damit ist "Cosmicism" nicht weniger als ein meisterliches Black Metal-Jahreshighlight und wird mit seinem imposanten, einschüchternden aber auch ästhetischen Ambiente nicht nur Lovecraft-Adepten in seinen Bann ziehen, sondern generell auch aufgeschlossene Schwarzmetall-Liebhaber.

BLUT AUS NORD - Hallucinogen

Eigentlich wollten BLUT AUS NORD neue Weltenräume entdecken, was "Hallucinogen" im Vergleich zum etwas durchschnittlicheren "Deus Salutis Meæ" sicherlich auch bestens gelungen ist, doch nüchtern betrachtet hätte man es auch "Memoria Vetusta IV: Hallucinogen" betiteln können und es hätte kaum Beanstandungen dagegen gegeben. Ungeachtet dessen ist "Hallucinogen" ein großartiges, hochmelodisches Werk, das die fade Trägheit des Vorgängers im Nirvana begräbt und mit reichlich vielen Harmonien fast schon als poppigstes bzw. eingängigstes der Diskografie deklariert werden kann. Was mich persönlich daran am meisten überzeugt: die sieben Stücke errichten eine dermaßen dichte Atmosphäre um sich, dass sich "Hallucinogen" gleichermaßen kurzweilig, also ohne auch nur eine einzelne zähe Passage, abspult und langfristig durch die belohnenden Strukturen und Melodien an den Hörer zu binden weiß.

WASTE OF SPACE ORCHESTRA - Syntheosis

Einerseits wäre mir ein brandneues Album von ORANSSI PAZUZU deutlich lieber gewesen, andererseits... was soll schon schiefgehen, wenn ebenjene Band die (ebenfalls finnischen) Kollegen von DARK BUDDHA RISING zu einer gemeinsamen verdrogten Irrfahrt einladen? Richtig, nix, nada, nüscht, nothing, niente. WASTE OF SPACE ORCHESTRA bzw. das Debütalbum "Syntheosis" ist ein düsterer, völlig kaputter und unfassbar geil komponierter wie ausproduzierter Abstecher in einen aberwitzigen rituellen Fiebertraum zwischen Psychedelic Rock, Black Metal und Sludge. Was eigentlich eher als einmalige Live-Aufführung beim niederländischen Roadburn Festival gedacht war, wird hier zu einer auf einem Rohling konserviertern (Sur-)Realität, die ihresgleichen sucht und süchtig macht. Glaubt man dem Volksmund, so sollen viele Köche den Brei tendenziell eher verderben als veredeln, aber WASTE OF SPACE ORCHESTRA lösen das denkbar clever - sie schleudern einfach so viele bewusstseinserweiternde Substanzen wie möglich in den Topf, dass der Geschmack letztlich zur Nebensache wird und die betäubende, außerweltliche Wirkung in den Vordergrund tritt.

SINMARA - Hvísl stjarnanna

Icelandic Black Metal Darkness, Akt I: Was soll ich euch noch zum isländischen Black Metal erzählen, was ihr nicht eh schon wisst? Richtig, nichts, daher überliefere ich euch hiermit ein Waffelrezept: 

250 g Mehl
125 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
125 g Butter
3 Ei(er)
250 ml Milch
1 Pck. Backpulver
1 Schuss Rum

Einfach nur alle Zutaten gut mithilfe eines Handrührgerätes mischen und in einem gefetteten Waffeleisen ausbacken. Anstatt des Rums kann man auch gut einen Schuss Amaretto oder Eierlikör (ODER VIELLEICHT DOCH SKYR?) nehmen. Bei diesem Rezept kommen ca. 10 Waffeln heraus, das Rezept kann natürlich beliebig vervielfacht werden!

Okay, Spaß beiseite. "Hvísl stjarnanna" ist wirklich geil. Atmosphärisch und effektiv. Irgendwie auch unfehlbar, wie mir scheint. Nicht ganz so chaotisch und dissonant wie andere Szenevertreter/Landsmänner, aber dennoch mit einer klar erkennbaren Handschrift nordischer Finsternis. Fantastico!

MISÞYRMING - Algleymi

Icelandic Black Metal Darkness, Akt II: "Algleymi" ist auch wirklich geil, lasst euch das gesagt sein. Mir ist zu Ohren und Augen gekommen, dass sich ein Teil des bereits erwähnten "gewissen Kreises" darüber, dass MISÞYRMING hier einen Tick melodischer als auf dem sensationellen Debüt agieren und - Gott bewahre uns vor derartigem Frevel! - Synthies (in bekömmlichen Dosen) einsetzen, enthemmt ausliess, aber ihr kennt den Trott ja: Wenn man nichts ändert oder sich nicht weiterentwickelt, sorgt das bei der Szenepolizei ebenfalls für Heulkrämpfe. Was lernen wir daraus? Lasst den Künstler einfach mal machen und tut im besten Falle einfach mal so, als gäbe es diesen unverbesserlichen Verein aus dem Ruhrpott nicht. Warum ich SINMARA und MISÞYRMING unmittelbar aufeinanderfolgen lasse? Weil beide aus Island kommen, höhö. Nein, jetzt ernsthaft,... weil sie kaum unterschiedlicher veranlagt sein könnten. MISÞYRMING haben ihren dissonanten Charme überaus erfolgreich um Melodien und Synthies (auf diese Weise könnte "Og er haustið líður undir lok" z.B. fast schon eine seltsame Mische aus Black Metal und SÓLSTAFIR sein) erweitert, was vielleicht auch ein Verdienst dessen ist, dass sie das ursprüngliche Material - laut eigener Aussage - komplett verwerfen und sämtliche Songs neu schreiben/komponieren mussten.

NORTHLANE - Alien

Eine mögliche Überschrift zu "Alien" könnte lauten: „NORTHLANE put the Progressive in Progressive Metalcore.“ Ein unfassbares, arschgeil abgemischtes Album, das innerhalb kürzester Zeit nach Release sogar die Tränendrüsen derjenigen auszutrocknen vermochte, die Adrian seit seinem Weggang hinterherheulen mussten und Marcus Bridge als Nachfolger am Mikrofon nicht immer eine faire Chance einräumen konnten. Diese Tage sollten spätestens nach "Alien" vorüber sein, denn das Viertwerk der Australier ist nicht nur ein irrsinnig großartig komponiertes und einzigartiges Album, das den Spirit der Nu Metal-Hochphase um die Jahrtausendwende herum einfängt, Aggrotech und Industrial dazugibt und mit vielschichtigem Metalcore sowie sphärisch-wabernden Synthies zu einem düsteren, süchtig machenden Unterbau erwachsen lässt, nein, "Alien" ist auch ein lyrisches Schauglas in das Seelenleben des Marcus Bridge, der seinen Lebenlauf in einem dreiviertelstündigen Zeitraffer schonungslos und selbstreflektiert offenlegt, ohne auch nur ein einziges Mal in Selbstmitleid zu ertrinken. Mit meilenweitem Abstand das bisher beste NORTHLANE Album und nebst großartigen Veröffentlichungen von AS I LAY DYING ("Shaped By Fire") oder auch RENOUNCED ("Beauty Is A Destructive Angel") ein überragendes, frisches Metalcore-Jahreshighlight, dessen organischer, kristallklarer (Gitarren-)Sound mit allem aufwischt, was in diesem oftmals überproduzierten Genre so kreucht - nicht nur aktuell, sondern auch rückwirkend.

KAMPFAR - Ofidians manifest

KAMPFAR haben sich schon vor längerer Zeit vom Folklore-Einfluss ihrer Frühtage gelöst, aber dass ihre kleinere Kurskorrektur einmal derartige Früchte tragen würde, hätte ich bis "Profan", das für mich die bisherige Hochphase dieses Wandels definiert, nicht zu glauben vermocht. Anschließend herrschte Funkstille im Lager der Norweger, was, wie man unserem Interview mit Dolk entnehmen kann, v.a. an persönlichen Problemen lag. Mit "Ofidians manifest" kehren sie nach vier Jahren Auszeit wieder und... naja, sie haben DIE Riffs im Gepäck. Ihr wisst schon was ich meine, oder? Die Riffs, die sich umgehend festsetzen und ein ganzes Album zum Siegeszug tragen können. Gebündelt mit norwegischer Finsternis und einer modernen, aber organischen Produktion, konnte ich mich im weiteren Verlaufe des Jahres nur noch schwer von diesem Album trennen. "Ofidians manifest" mag nicht sonderlich flashy sein, wie man im englischen Sprachbrauchtum gerne zu sagen pflegt, aber es ist einfach unglaublich catchy und verlässlich unterhaltend.

MAYHEM - Daemon

First things first: I was also on my way to kill Euronymous. Klar, Necrobutcher wird so kurz vor dem "Daemon"-Release gaaaaanz siiiiiiiiicher kein Kalkül im Sinn gehabt haben, aber eigentlich sind MAYHEM im Jahre 2019 auch überhaupt nicht auf diese Art von Publicity angewiesen, weswegen man das wohl unter "kleines, provokantes Späßchen" einsortieren und schlussendlich auch abhaken kann. Warum? Weil "Daemon" ein geiles Album ist, das für sich sprechen kann und auch spricht. War ich anfangs noch angenehm unterwältigt, rotierte das Album seitdem so oft, dass ich mir zeitweise gar überlegen musste, welches klassisch veranlagte Black Metal-Werk mir denn heuer besser gefallen haben könnte. Die Antwort lautete ganz klar: keines. MAYHEM releasen offenbar dann, wenn sie der Meinung sind, dass das gesammelte Material hochwertig genug ist. Eindeutiger kann ein Ergebnis dann auch nicht mehr ausfallen, zumal man noch hinzufügen sollte, dass die norwegische Legende aller Legenden nicht nur das von Ghul, Teloch und Necrobutcher gehörig aufpolierte DMDS-Gedächtnis-Saitenspiel parat hat, sondern auch einen der besten weil einzigartigsten Sänger im Black Metal, sowie einen der besten weil einzigartigsten Drummer im Black Metal.

SAOR - Forgotten Paths

*räusper * „Innerhalb kürzester Zeit hat sich Andy Marshall aus dem Underground erhoben und ist in gewissen Kreisen zu einem Künstler avanciert, dessen neues Werk stets von vielen Hörern sehnlichst herbeigefiebert wird, sobald er auch nur die leisesten Andeutungen dazu gemacht hat. Für mich ist SAOR bzw. die gesamte Entwicklung seit ASKIVAL eines der wert- und wundervollsten Projekte, die der Black Metal im weitesten Sinne in der letzten Dekade hervorgebracht hat und auch "Forgotten Paths" ist ein authentisches Kunstwerk, das man in zehn Jahren noch in höchsten Tönen loben wird und ich gönne ihm jeden Erfolg, den er bis jetzt einfahren konnte und jeden erdenklichen Meilenstein, den er auf seinem weiteren Weg noch wird hinzufügen können.

RAMMSTEIN - Rammstein

Als bestes RAMMSTEIN Werk wird "Rammstein" sicherlich nicht in die Annalen der bandeigenen Diskografie eingehen - zumindest meiner Einschätzung nach nicht. Wenn man aber die unerfüllbaren Erwartungen, die nach einer solch langen Wartezeit automatisch entstehen, beiseiteschiebt, bleibt ein facettenreiches, z.T. ungewöhnlich ruhiges Album (vor allem in der zweiten Albumhälfte), das selbst unter der gewaltigen Last der tosenden Wellen, die die "Deutschland"-Single audiovisuell wie öffentlichkeitswirksam schlug, nicht zusammenbricht. Wo dies für viele zunächst noch wie ein zu kalkuliert inszenierter Promotionkniff anmutete, der im Endeffekt aber nur die unstillbare mediale Gier nach Skandalen entlarvte, sollte sich später u.A. mit weiteren, für RAMMSTEIN ungewöhnlich "politisch motivierten" Songs à la "Radio" und "Ausländer", sowie dem Kuss zwischen Paul Landers und Richard Kruspe auf russischem Bühnenterrain, der einige Politiker mächtig anpisste, herausstellen, dass RAMMSTEIN wohl den idealen Zeitpunkt abgepasst haben, um ihre Reichweite dafür zu nutzen, mittels ihrer unnachahmlichen Weise ungewohnt eindeutige Statements zu platzieren. Damit gehen sie nicht nur in der vielbesprochenen "Deutschland"-Auskopplung zwischen brachialen Klängen und bitterbösen Bildern harsch mit überbordendem Nationalstolz in's Gericht, sondern arbeiten auch ihre eigene DDR-Vergangenheit auf, kritisieren den Kolonialismus, üben zynische Religionskritik und beschäftigen sich desweiteren auch mit Themen à la Stalking, Pedophilie, sowie dem Hass und der Ablehnung gegenüber Homosexualität, der/die sich leider immer noch hartnäckig in weiten Teilen vieler Gesellschaften festklammert. Man kann RAMMSTEIN also vieles vorwerfen und sie musikalisch natürlich immer noch scheiße finden, gleichzeitig sollten wir uns aber speziell im deutschsprachigen Raum auch glücklich darüber schätzen, dass man mit RAMMSTEIN ein künstlerisches Kollektiv in seinen Reihen hat, das sich nicht mit Kalendersprüchen und Allgemeinplatz-Lyrik in der eigenen Komfortzone suhlt, um möglichst wenig anzuecken, sondern seinen unkaputtbaren, immensen Aktionsradius, der sich über die ganze Welt erstreckt, und die eigene Glaubwürdigkeit nutzt, um im Rahmen der Kunstfreiheit unmissverständliche, positiv inspirierte Botschaften und Signale auszusenden.

OPETH - In Cauda Venenum

Als jemand, der hin und wieder auch bei anderen Portalen mit liest, fand' ich folgenden Kommentar (zu finden auf Laut.de) zu "In Cauda Venenum" besonders schön: „Kann kaum fassen, daß die mal bescheuerten Death Metal gemacht haben." Warum? Weil er die Diskussionen um OPETH und das kleingeistige Genöle um Mikes fehlende Growls so wunderbar konterkariert und schnippisch kommentiert. Natürlich haben die Schweden auch während der langwährenden Ära vor "Heritage" zeitloses Klassiker-Material geschrieben und veröffentlicht, aber "In Cauda Venenum" ist ein künstlerischer Meilenstein, der mit etwas Zeit, also in nicht allzu ferner Zukunft im selben Atemzug mit "Blackwater Park", "Ghost Reveries" oder auch "Still Life" genannt werden wird, wenn man danach gefragt wird, welche OPETH-Alben absolutes Pflichtprogramm für Musikliebhaber in general sind. Es mag profan erscheinen, aber ich würde meine Wertung mittlerweile auf die volle Punktzahl korrigieren, weil es daran schlichtweg nichts auszusetzen gibt und darauf eine Virtuosität vorherrscht, wegen der man eigentlich - Vorsicht: Überspitzung! - für jeden Hördurchgang eine Tributzahlung an jeden Protagonisten der Band entrichten müsste, weil man als Normalsterblicher ungehindert teilhaben darf. Übrigens liefert Åkerfeldt selbst auch noch das sympathischste Zitat des Jahres (ebenfalls auf Laut.de zu finden): „Manche Menschen interessieren sich überhaupt nicht für Musik. Ich bemitleide sie.

ALCEST - Spiritual Instinct

Mittlerweile hasse ich es schon wieder, mich selbst zu zitieren, aber... nunja, ehm, ach was soll's: „ALCEST sind dem reinen Kunstbegriff abermals ein deutliches Stück näher gekommen. Man verspürt bei "Spiritual Instinct" das mystische Gefühl, dass man nicht mehr einer Band zuhört, die gerade ihre neueste Schöpfung vorspielt, sondern zwei Ausnahmekünstlern, die mit all ihren Ideen und Noten verschmolzen sind, diese regelrecht organisch leben. Als Hörer taucht man von der ersten Sekunden an in eine verträumte, sagenumwobene Parallelwelt ein, die quasi permanent eine Gänsehaut zaubert, den staunenden Hörer für eine knappe Dreiviertelstunde den grauen Alltag vergessen lässt und den kaum therapierbaren Suchtgrad mit jedem weiteren Durchgang steigert - diese Art von Eskapismus ist in seiner Prägung zudem deshalb einzigartig, weil man sogar dann freiwillig in ALCESTs Sphären entschwinden wollen würde, wenn das Leben ein rundum sorgenfreies wäre. Ich verneige mich vor dieser Brillanz und bin unendlich dankbar dafür, diesem Zauber beiwohnen zu dürfen.

TOMB MOLD - Planetary Clairvoyance

*räusper Part II* „"Planetary Clairvoyance" ist facemelting, 38 Minuten rumpelnder Death Metal-Genuss. Schade ist lediglich, dass die lyrischen Referenzen zum Miyazaki-Spielekult dieses Mal offenbar outgesourced wurden, aber abgesehen davon gibt es dieser Tage wenig am Gesamtpaket TOMB MOLD zu meckern. Das fängt beim geschmackvollen Jesse Jacobi-Artwork an und hört bei der tadellosen Arthur Rizk-Soundabschmischung auf. [...], grundsätzlich haben Songs à la (...) aber einen unverfälscht ungestümen Charakter in Riffing, Rhythmik und Vocals, der kaum planbar oder kopierbar scheint und nach wenigen Tönen schon zur Urgewalt heranwächst. Dies ist wohl auch einer der Hauptgründe, warum die Acts von 20 Buck Spin, Profound Lore und Co. überhaupt erst einen solchen Rummel erzeugen konnten, denn damit laufen sie mittlerweile auch diversen in die Jahre gekommenen Legenden erfolgreich den Rang ab. Überzeugte Death Metal-Fans stehen hier einer unausweichbaren, argumentativ nicht widerlegbaren Kaufpflicht gegenüber.

BORKNAGAR - True North

Ich war wirklich sehr skeptisch, als BORKNAGAR verkünden liessen, dass Vintersorg ihre Kompositionen fortan nicht mehr gesanglich veredeln würde, wo doch "Winter Thrice" für mich das beste Album seit "Empiricism" darstellte. Würde ICS Vortex jemals die Lücke, die sich v.a. in den harschen Tonlagen auftat, schließen können? Schon der Opener "Thunderous" bestätigte eindrücklich: Er kann. Und wie er kann. Nach den ersten Durchläufen stand mir das an der zweiten Stelle platzierte, höchst melodische "Up North" (hätte wahrscheinlich auch auf einem der letzten IHSAHN Werke oder Vortex' Soloalbum vertreten sein können) noch zum endgültigen Glück mit "True North" im Wege, doch auch das legte sich rasch. Ob es besser als "Winter Thrice" ist? Schwer zu sagen, weil es irgendwie komplett anders ist, obschon es einen ähnlichen Spirit symbolisiert. Ungeachtet der Vergleiche kann man sich aber darauf festlegen, dass es sich auf einem ähnlichen Niveau einpendelt und vielzählige Momente zaubert, die sich langfristig im Gedächtnis einquartieren.

NILE - Vile Nilotic Rites

"Vile Nilotic Rites" ist so ein Album, bei dem einfach alle Sterne am grollenden Himmelszelt günstig stehen. Es wird natürlich immer diejenigen geben, für die nach den drei ersten Alben grundsätzlich Schluss ist, aber für die etwas weniger engstirnigen Zeitgenossen dürfte NILEs neuestes Werk nebst "Those Whom The Gods Detest" wohl das essenziellste aus der jüngeren Musikgeschichte des Quartetts sein. Der Wechsel von Dallas Toler-Wade zu Brian Kingsland ist gut geglückt und so darf man sich hier eine knappe Stunde von einer aufgefrischten Formation nach allen Regeln der brutalen Kunst gleichzeitig verprügeln und in Sachen ägyptischer Mythologie belehren lassen. Ernsthaft... "Vile Nilotic Rites" hat die Atmosphäre, die Wucht, die Produktion, um für dauerhaften Hörgenuss vorgesorgt zu haben. Man muss es nur wollen.

INSOMNIUM - Heart Like A Grave

Wenn INSOMNIUM einen Berater hätten, der sich um Belange à la Popularität und Massenkompatibilität kümmern würde, er hätte seinen Job vermutlich längst an den Nagel gehängt. Ich will ehrlich sein: Wenn man mich nach "Shadows Of The Dying Sun" gefragt hätte, was ich von den nächsten Alben der Finnen erwarten würde, dann hätte ich sicherlich kurz und prägnant mit dem Wort "Fanservice" geantwortet. Zu meiner positiven Überraschung allerdings haben sich INSOMNIUM in die entgegengesetzte Richtung orientiert und mit "Winter's Gate" ihre zuvor mühselig erbaute Wohlfühloase zurückgelassen, um sich durch einen gewaltigen Schneesturm zu quälen und die sich dahinter tummelnden Mysterien zu erforschen. Dafür gebührt nicht nur der Band, sondern auch dem Century Media Respekt, denn auf "Heart Like A Grave" darf man gereifte Künstler bestaunen, die ihren Sound nicht mehr ausschließlich unter einem vergleichsweise banalen Etikett wie "Melodic Death Metal" eingeordnet wissen wollen, sondern mittels hinzustoßenden Einflüssen aus Post-Metal/-Rock und Black Metal eine mal bedrohliche, mal melancholische, mal abgrundtief düstere Grundstimmung erzeugen, die zutiefst zu begeistern weiß. Vermutlich hängt das auch damit zusammen, dass Markus Vanhala mittlerweile beträchtlichen Einfluss auf das Songwriting hat, aber wenn ein Ville Friman, der INSOMNIUM seit Gründungstagen prägt, die Courage dazu besitzt, eine derartige Veränderung mitzutragen und alberne Egospielchen anderen Bands zu überlassen, dann kann man als Fan einfach nur dankbar und eventuell sogar ein bisschen stolz sein. Achja: die Aufnahme von Jani Liimatainen (Gitarre) ist mehr als jedes Gold dieser Erde wert, denn er bereichert nicht nur die Gesangsabteilung, sondern ermöglicht INSOMNIUM einen gewaltigen Spielraum bei den Gitarrenarrangements, den sie auf "Heart Like A Grave" wirklich formidabel zu nutzen wissen.

WOLCENSMEN - Fire In The White Stone

Schon das Debüt "Songs From The Fyrgen" war ein atmosphärischer Leckerbissen des Dark Folk, der fälschlicherweise gerne mit WARDRUNA verglichen wird, meiner Einschätzung nach aber näher an EMPYRIUM, ULVER oder NEST steht und dementsprechend auch Liebhaber dieser abholen dürfte. Selbstverständlich dürfen aber auch WARDRUNA-Fans ihr Gehör riskieren, denn grundsätzlich ist WOLCENSMEN ein facettenreiches Projekt, das eigentlich bei all denen, die sich nicht ausschließlich von Krach beschallen, sondern gerne auch mal von angenehmeren, entschleunigerenden Klängen umgarnen lassen möchten, bestens ankommen sollte. "Fire In The White Stone" setzt diese Tradition mit einem von Dan Capp (Gitarrist von WINTERFYLLETH) selbst erdachten lyrischen Konzept fort und bedient sich dabei auch an prominenten Gästen aus Dungeon Synth/Ambient sowie namhaften Dark Folk Künstlern (mehr dazu findet ihr auf der sehr informativen Facebook-Seite), um es musikalisch so immersiv wie möglich umzusetzen. Das Vorhaben ist gelungen, hier geschieht großartige Magie. Interessant: weil ihm die Musik alleine nicht ausgereicht hat, um seine Geschichte zu realisieren, hat er zusätzlich noch eine lohnende Kurzgeschichte verfasst, deren zweite Auflage man - Achtung: Schleichwerbung - nachwievor im Shop erstehen kann.

LEPROUS - Pitfalls

Es soll ja Prog-Magazine auf diesem Fleckchen Erde geben, die sich und ihre vermeintliche Expertise überschätzen und genau dann, wenn eine Band wie LEPROUS ihre bisherigen Erfolge ignoriert und eine höchst experimentelle Zäsur wagt, in fast schon peinlich banale Verhaltensmuster verfällt, um dem Kollektiv die Zugehörigkeit zum Genre abzusprechen. Das Namedropping sowie die Nachfrage, woher man diese unumstößliche Deutungshoheit überhaupt erlangt haben möchte, spare ich mir an dieser Stelle, und stelle stattdessen die Frage, warum "Pitfalls" nicht mehr dem Progressive-Genre zuzuordnen sein sollte? Weil es ruhiger, zerbrechlicher und manchmal poppiger als seine Vorgänger ist und damit sozusagen Risiken wagt, die vorher kaum abschätzbar waren? Nunja, für mich ist genau das der Inbegriff von Progressivität, aber ähnlich kennt man das bereits von OPETH und deren eigenem stilistischen Wandel. Egal, zum Thema Musik- bzw. Kunstverständnis, -kompetenz und -wertschätzung habe ich mir schon oft genug die Finger verbrannt, also mach ich's kurz: Das Laientheater um fehlende "Härte", Growls und andere oberflächliche Aspekte ist einem Opus wie "Pitfalls", das einen auf einer viel subtileren Ebene berührt und begeistert, unwürdig.

GARDSGHASTR - Slit Throat Requiem

Ich kann mich nicht genau entsinnen, ob ich auf dem Stormbringer-Portal schonmal meine Bewunderung für die Blackburn-Brüder sowie Alex Poole ausgedrückt habe, also möchte ich das hiermit sicherheitshalber nachgeholt haben. Diese drei Herrschaften sind momentan nämlich an etlichen der spannendsten Black Metal-Gruppierungen (wer sich informieren möchte, bittesehr: hier, hier und hier) beteiligt und haben dieses Jahr zusammen mit dem Schweden Swartadauþuz (u.A. BEKËTH NEXËHMÜ) ein phänomenales Projekt namens GARDSGHASTR erschaffen, das mit "Slit Throat Requiem" wohl DAS Symphonic Black Metal-Album Jahres veröffentlicht hat. Was darf man erwarten? Ganz viel EMPEROR gepaart mit der mystischen, einzigartigen Atmosphäre von CHAOS MOON (eine ebenfalls empfehlenswerte Band der Blackburn-Brüder und Poole). Mehr möchte ich dazu nicht spoilern.

NOCTURNUS AD - Paradox

Für mich persönlich war es ein erstaunlich ertragreiches Death Metal-Jahr, auch weil ich mittlerweile ein stilistisches Zuhause gefunden habe, das mich heimischer als die vielen überproduzierten Alben aus dem vermeintlich höheren Regal aufnimmt. Kennt jemand z.B. noch NOCTURNUS und ihr Kultalbum "The Key" aus dem Jahre 1990? Nein? Ich auch nicht, denn das war vor meiner Zeit. Zumindest zunächst noch nicht, doch wie ich mir später dankenswerterweise sagen liess, würde sich dieser Geheimtipp von ex-MORBID ANGEL Gründungsmitglied Mike Browning hervorragend genießen lassen. Und es stimmt: "The Key" war wohl seiner Zeit voraus, weil es erfolgreich symphonische, abgefahrene Keyboards mit vertracktem Südstaaten Death Metal kombinierte und als Eigenbrötler kaum mit dem Rest der Szene zu vereinen war. Äh, ja, lange Rede, kurzer Sinn... ebenjener Mike Browning hat nach Jahrzehnten NOCTURNUS AD in's Leben gerufen, um diese Legacy mit "Paradox" fortzuführen. Normalerweise denkt man sich, dass ein solches Unterfangen nach stolzen 29 (!) Jahren nur schiefgehen könne, aber "Paradox" ist vom Artwork über die Produktion bis hin zum eigentlichen Songmaterial einfach nur ein faszinierend starker Nostalgie-Trip, der kaum weiter von Attributen à la "angestaubt" oder "eingerostet" entfernt sein könnte. 

YELLOW EYES - Rare Field Ceiling

Für nicht gerade wenige Fans und Musikjournalisten gilt "Rare Field Ceiling" als eines der wichtigsten USBM-Alben des Jahres - und vielleicht sogar der letzten Jahre. Die Gründe dafür sind vielschichtig, denn YELLOW EYES schaffen es trotz (oder gerade wegen) ihrer dissonanten Gitarrenharmonien, eine eigenwillige, fesselnde Atmosphäre aufzubauen, zu der es keine wirklichen Vergleichsobjekte oder -werte gibt. Hinzu kommt auf "Rare Field Ceiling" die interessante Herangehensweise bei den Field Recordings bzw. Samples, die ganz leicht an WOLVES IN THE THRONE ROOM zu "Celestial Lineage"-Zeiten erinnern, aber trotzdem ihrer eigenen Philosophie folgen - in "Warmth Trance Reversal" und "Maritime Flare" beispielsweise könnte man gar den Eindruck bekommen, einem altertümlich-slawischen Ritual beizuwohnen. Einem einfachen Album steht man hier gewiss nicht gegenüber, aber genau das macht den Reiz daran aus; dass man eben nicht zum abertausendsten Mal demselben lauen Black Metal-Aufguss horcht.

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Dass es in all diesen Subgenres auch noch weitere Highlights steht außer Frage, weswegen ich nun pro genanntem Subgenre noch bis zu fünfzehn Alben aufzählen werde, die eine Nennung ebenfalls verdient haben.

Black Metal:

  • Midnight Odyssey - Biolume Part 1 - In Tartarean Chains
  • Ancient Moon - Benedictus Diabolica, Gloria Patri
  • Thanatonaut - Interstellar
  • Voidsphere - To Exist | To Breathe
  • Sun Worship - Emanations Of Desolation
  • Vukari - Aevium
  • Impavida - Antipode
  • Mgła - Age Of Excuse
  • Sanguine Eagle - Storm Mysticism / Shores Of Avarice
  • Funereal Presence - Achatius
  • Rotting Christ - The Heretics
  • Dreams Of The Drowned - Dreams Of The Drowned I
  • Teitanblood - The Baneful Choir
  • Vargrav - Reign In Supreme Darkness
  • Dawn Ray'd - Behold Sedition Plainsong
  •  

Death Metal / Deathcore:

  • Cerebral Rot - Odious Descent Into Decay
  • Fetid - Steeping Corporeal Mess
  • Krypts - Cadaver Circulation
  • Blood Incantation - Hidden History Of The Human Race
  • Strigoi - Abandon All Faith
  • Despised Icon - Purgatory
  • Witch Vomit - Buried Deep In A Bottomless Grave
  • Humanity's Last Breath - Abyssal
  • Epitaphe - I
  • Mortiferum - Disgorged From Psychotic Depths
  • Shadow Of Intent - Melancholy
  • Fleshgod Apocalypse - Veleno
  • Venom Prison - Samsara
  • Gatecreeper - Deserted
  • Ossuarium - Living Tomb
  •  

Progressive Metal / Post Metal / Doom Metal / Drone / Math:

  • Tool - Fear Inoculum
  • Cult Of Luna - A Dawn To Fear
  • Swallow The Sun - When A Shadow Is Forced Into The Light
  • Fit For An Autopsy - The Sea Of Tragic Beats
  • Car Bomb - Mordial
  • Sunn O))) - Life Metal / Pyroclasts
  • Une Misère - Sermon
  • Voyager - Colours In The Sun
  • Zaum - Divination
  • ISON - INNER - SPACE

Pagan Black Metal / Viking Black Metal / Folk Metal / Neofolk / Dark Folk:

  • Eluveitie - Ategnatos
  • Osi And The Jupiter - Nordlige Rúnaskog
  • Månegarm - Fornaldorsagor
  • Helheim - Rignir
  • Finsterforst - Zerfall
  • Týr - Hel
  • Heilung - Futha
  • Saxorior - Land aus Stein
  • Sur Austru - Meteahna timpurilor

Thrash Metal / Speed Metal:

  • Vulture - Ghastly Waves & Battered Graves
  • Overkill - The Wings Of War
  • Warsenal - Feast Your Eyes
  • Critical Defiance - Misconception
  • Bewitcher - Under The Witching Cross
  • Inculter - Fatal Visions
  • Sadistic Ritual - Visionaire Of Death
  • Exhorder - Mourn The Southern Skies

Melodic Death Metal / Metalcore: 

  • In Mourning - Garden Of Storms
  • Aether - In Embers
  • Crepuscle - Heavenly Skies
  • Nyktophobia - Fate Of Atlantis
  • As I Lay Dying - Shaped By Fire
  • Renounced - Beauty Is A Destructive Angel

Heavy Metal / Power Metal / Symphonic Metal:

  • Rhapsody Of Fire - The Eighth Mountain
  • Within Temptation - Resist
  • DragonForce - Extreme Power Metal
  • Avantasia - Moonglow
  • Twilight Force - Dawn Of The Dragonstar
  • RAM - The Throne Within
  • Sabaton - The Great War
  • HammerFall - Dominion
  • Grand Magus - Wolf God
  • Gloryhammer - Legends From Beyond The Galactic Terrorvortex
  • Sonata Arctica - Talviyö

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Zum krönenden Abschluss würde ich gerne noch ein paar Worte zu meiner Überraschung des Jahres, nämlich EQUILIBRIUMs "Renegades", entrichten. Komische Wahl, nicht wahr? Ich find' das Artwork sowie das neue Logo (hätte es das trotz des runderneuerten Sounds wirklich gebraucht?) auch irgendwie suboptimal, aber dass mich René und Co. einmal derart positiv überraschen und schlussendlich auch aus den Latschen kippen lassen würden, hätte ich nie nie nie geglaubt, wenn man mir das vorher prophezeit hätte. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, wie mir Kollege Sonata, seines Zeichens ebenfalls großer Equi-Fan, das erste Mal davon berichtete und überhaupt nicht wusste, wie er es einordnen sollte. Unzählige Hördurchläufe (das Album hat immenses Suchtpotenzial!) später waren wir uns sicher: "Renegades" ist mindestens das beste Album seit "Sagas". Ja, es ist sehr modern, aber die unvergleichlichen Melodien finden immer noch ihren Platz, wurden quasi in das aktuelle Zeitalter übersetzt. In anderen Worten: "Renegades" klingt frisch und anders, dennoch aber irgendwie auch total vertraut. Nebst vielen positiven Vibes, die es ausstrahlt, äußert es sich, wie schon auf den Vorgängern immer wieder mal durchklang, auch zu aktuellen Themen wie dem Klimawandel und übt Gesellschaftskritik. Ein mutiger Schritt, der sich - meiner Meinung nach - ausgezahlt hat.

Eigentlich wollte ich auch noch etwas zur Gurke des Jahres, also ASPs "Kosmonautilus", beisteuern, aber dass sich die Band (oder das nurmehr kritikunfähige Soloprojekt von Alex Spreng?) gemeinsam mit ihrem Social Media-Team dazu entschließt, kritische Rezensionen zum Album auf ihrem Facebook-Kanal zu teilen, spöttisch-herablassend zu kommentieren und sich dafür von ihren - sorry! - treudoofen, unreflektierten Fanscharen applaudieren zu lassen, sagt alles über die kümmerliche Verfassung der einst einflussreichen Gothic-Kapelle, die in Sachen Konzeptalben Maßstäbe im populäreren Spektrum des Genres setzen konnte, aus, was es dazu auszusagen gibt. Viel mehr Filterblase geht nicht. Hochnotpeinlich und unwürdig das.

Um meinen Jahresbericht mit einer positiveren Note ausklingen zu lassen, möchte ich mich abschließend noch bei unserer treuen Leser- und Supporterschaft für das Jahr 2019 bedanken. Ein großes Dankeschön gilt selbstredend auch dem gesamten Stormbringer.at-Team selbst, das mal wieder unermüdlich ackerte, um eine möglichst große Bandbreite an wertigem Content anzubieten.

Wünsche für 2020? Eigentlich nur ein neues KATATONIA Album.

Man sieht sich 2020, würde ich sagen, also rutscht gut rein!


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Leser-Auswertung
Seite 3: Beitrag von Angelika Oberhofer
Seite 4: Beitrag von Anthalerero
Seite 5: Beitrag von bender
Seite 6: Beitrag von Brigitte Simon
Seite 7: Beitrag von Daniel Hadrovic
Seite 8: Beitrag von Hans Unteregger
Seite 9: Beitrag von Jazz Styx
Seite 10: Beitrag von Jörn Janssen
Seite 11: Beitrag von Lord Seriousface
Seite 12: Beitrag von Luka
Seite 13: Beitrag von manfred
Seite 14: Beitrag von Martin Weckwerth
Seite 15: Beitrag von Pascal Staub
Seite 16: Beitrag von Sandy
Seite 17: Beitrag von Sonata
Seite 18: Beitrag von Tobias
Seite 19: Beitrag von Werner Nowak


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