Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 44

Veröffentlicht am 07.02.2020


 

BBPB (Punk Rock, Kärnten)
 

That’s How You Do A Double-Handjob (Album, 31.10.2019)

  • 1. Vienna
  • 2. These Days
  • 3. That’s How You Do A Double-Handjob
  • 4. Weed
  • 5. Interstellar Spacemission
  • 6. Pippilotta Viktualia Rullgardina Krusmynta Efraimsdotter Långstrump
  • 7. Obsession
  • 8. Timeout
     

Alter, die habe ein kotzendes Einhorn am Cover! Ein. Kotzendes. EINHORN! Und sie finden Pippi Langstrumpf toll! Das ist eigentlich schon alles, das man über die Kärntner Punker BBPB wissen muss, um sich mit Freude kopfüber in deren Album „That's How To Do A Double-Handjob“ zu stürzen. Geboten wird entsprechend das was erwartet und von der Band sehr anschaulich beschrieben wurde: „A bunch of useless people driven by obsession of producing noise and self-destruction“

Ganz so schlimm wie beschrieben ist dann doch nicht - etwas schrammelige, eingängige Riffs, sympathisch schräger Gesang, Gangshouts und die gute alte Cowbell verquicken sich zu unbeschwertem lässigem Punkrock, bei dem man gerne mitmacht und der sich mit ungebrochener Begeisterung durch die klassischen Genremuster arbeitet. Vielleicht etwas dumpf produziert und ab und an ist das Timing auch nicht ganz astrein, aber Songs wie „These Days“ oder „Interstellar Spacemission“ versprühen eine sympathische Atmosphäre, die gehörig Laune macht. Absurde Lyrics wie im Titeltrack „That's How To Do A Double-Handjob“ trösten über die bisweilen etwas heftiger in Schräglage geratenden Vocals hinweg und machen es leicht, die Buben zu mögen – vor allem auch dann, wenn sie ein Loblied auf „Weed“ singen. Dass mit „Pippilotta Viktualia Rullgardina Krusmynta Efraimsdotter Långstrump“ dann auch noch tatsächlich das aus Kindertagen wohlbekannte Pippi Langstrumpf-Intro gecovert wird, setzt dem Ganzen noch das Krönchen auf. Das folgende, etwas hakende „Obsession“ und die, sagen wir mal, etwas unglücklich geratene Ballade „Timeout“ können mit dem Partymodus der restlichen Songs nicht mehr so ganz mithalten und das im Outro beherzt und ehrlich tönende „Alter, das ist mehr als genug!“ sagt sodann auch schon alles.

Abgesehen vom großartig-schrägen Pippi Langstrumpf-Cover (Burschen, mal ehrlich, wieviel habt ihr dafür geraucht?!) ist der musikalische Part vielleicht etwas dürftig, doch der sympathische Chaos-Faktor wiegt so einige durchaus diskutable Ausritte wieder auf. Ein spaßiges Scheibchen für laue Festival-Sommernächte!
2 / 5 – (Anthalerero)
 

BBPB haben eine Homepage und eine Facebook-Präsenz, die ihr besuchen könnt, nachdem ihr von der „Interstellar Spacemission“ zurückgekehrt seid:

 

 


Inhaltsverzeichnis:

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