Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 45

Veröffentlicht am 23.03.2020


 

CANDLES AND WRAITHS (Symphonic Black Metal, Wien)
 

Candelabia (Album, 20.12.2019)

  • 1. The Coming Of Candelabia
  • 2. After Midnight
  • 3. Nightmares On Forsaken Soil
  • 4. Fire Amidst The Crashing Waves
  • 5. All Hallows Eve
  • 6. Melpomene
  • 7. The Stranger
  • 8. Wartorn Lovelorn
  • 9. Beneath Cathedral Walls
  • 10. Ad Astra
  • 11. A Grate On A Grave


Das nächste Debütalbum dieser UvU-Ausgabe biegt dann sogleich mit „Candelabia“ von CANDLES AND WRAITHS um die Ecke. Hier wird wieder etwas für die Anhänger des Symphonischen Krawalls geboten, mit einem Bombast-Bastard aus Black und Death Metal. Zwar werken bei den Wienern augenscheinlich nur drei Musiker, doch dafür ist der Output ausnehmend breitwandig und fett geraten.

Die klangliche Tiefe von Großproduktionen, die einem mit einem 80-köpfigen Orchester die Gehirnwindungen glattstreichen, kann man naturgemäß nicht ganz erreichen, doch die düster-dramatischen Arrangements die CANDLES AND WRAITHS gekonnt in ihre auf dem schmalen Grat zwischen Melodie und Arschtritt tanzenden Songs weben, haben es auch so in sich. Besonders das wie einer verstörenden Oper entsprungene „Nightmares On Forsaken Soil“ walzt die Flimmerhärchen gekonnt platt. Gemächlichkeit ist jedenfalls nicht die Stärke der drei Wiener, vielmehr shreddet und blastbeatet man sich mit Wonne durch die elf spannend arrangierten Titel. Bisweilen lehnt man sich dabei strukturell ein wenig an CRADLE OF FILTH an (no na), schielt in den Vocals jedoch deutlich mehr in den deathigen denn schwarzwurzeligen Bereich, was dem Album streckenweise ordentlichen Druck spendiert und die Burschen näher in die wütenden Gefilde von FLESHGOD APOCALYPSE rückt, was auch einige kurze Sopran-Spitzen unterstreichen. Breitwandige Brecher wie „All Hallows Eve“ oder „Wartorn Lovelorn“ mögen zu gefallen, speziell wenn elegisch-schwarzmetallisches Riffing sich mit der opulenten Orchestrierung duelliert. Eine kurze Verschnaufpause verspricht lediglich das Instrumental „Ad Astra“ kurz vor Schluss, ehe mit „A Grate on A Grave“ noch einmal eine volle Breitseite abgefeuert wird, wenngleich auch hier die etwas dissonanten Gesangslinien nicht so ganz ins Gesamtbild passen wollen.

Im Großen und Ganzen ist „Candelabia“ ein durchgängig hochwertiges, verdammt starkes Debütalbum geworden, zu dem man nur gratulieren kann. Wenn die Songs jetzt noch ein bißchen mehr Dynamik erhalten würden, um die Ähnlichkeiten untereinander abzuschwächen, dann kickt das richtig heftig in die Eier, versprochen!
3,5 / 5 (Anthalerero)
 

CANDLES AND WRAITHS sind bei Facebook vertreten und haben ein cooles Lyricvideo für euch am Start:

 

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: INSTANT KARMA (Alternative Rock, Salzburg)
Seite 3: EDICIUS' DREAM (Melodic Death Metal, Steiermark)
Seite 4: EARTHSPLITTER (Thrash Metal, Oberösterreich)
Seite 5: CANDLES AND WRAITHS (Symphonic Black Metal, Wien)
Seite 6: ESCAPE FROM IO (Heavy Rock, Niederösterreich)


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