NIGHTWISH - das "Human. :||: Nature." Gangbang-Review

Nun hat das Warten ein Ende! Endlich ist die neue NIGHTWISH Scheibe erschienen. Es dauerte ja eine halbe Ewigkeit, denn angekündigt wurde „Human. :II: Nature.“ schon vor geraumer Zeit. Die längere Pause hat der Band dennoch nicht geschadet. Ganz im Gegenteil, es hat fast den Anschein, als wären diese sagenhaften Kompositionen in extrem relaxter Atmosphäre entstanden. Schon nach dem ersten Track „Music“ waren alle meine Zweifel weg. Die Finnen verstehen es hier meisterhaft, die Emotionen und Gedanken mit passenden musikalischen Mitteln zum Ausdruck zu bringen. Dieser Song greift die Thematik über die Evolution der Musik auf, beginnend mit Klopfen und Stampfen der ersten Hominiden in der Höhle, über die Jahrtausende der Menschheitsgeschichte über die Klassik bis hin zum 21. Jahrhundert zu Blues, Rock und Heavy Metal. Ein monumentales, über siebenminütiges Epos, das von einer engelhaften, sehr tiefgründigen Stimme getragen wird und dessen Refrain dich nicht mehr loslässt. Gleich der Opener legt die Messlatte sehr hoch, denn „Music“ ist einer der besten Songs, den NIGHTWISH je veröffentlicht haben.

Die Themenfelder „Mensch“, „Natur“ und „Technik“, „Kunst“ und „Musik“ ziehen sich wie ein roter Faden durch das neue Album, dennoch haben wir es mit keinem Konzeptalbum zu tun. Die Gesangsleistung von Floor Jansen bei „Procession“ ist einfach nur unglaublich, so verträumt-melancholisch aber auch sehr emotional, dass einem fast die Tränen  kommen. Die hübsche Niederländerin demonstriert hier auf beeindruckende Weise, wie sie technisch höchst anspruchsvolle Passagen mit scheinbarer Leichtigkeit meistert. Einfach von vorne bis hinten überwältigend und verpackt in großartige Melodiebögen von Emotionen und Traurigkeit, dass einem Hören und Sehen vergeht. Einzelne weitere Songs heraus zu picken ist einfach sehr schwer, denn alle passen sehr gut ins lyrische und musikalische Konzept [Anm. d. Lekt: Ja wie jetzt, Konzept oder kein Konzept?], und es bedarf schon einiger Durchläufe, um dieses sehr ausgereifte, vielseitige und mitreißende Werk zu verstehen. „Tribal“ hält die Messlatte weiter hoch und weiß vor allem durch eine starke Hookline und tolle Vocal-Arbeit zu überzeugen, während „Endlessness“ wieder aufzeigt, wie gut die Stimme von Marko Hietala in das Gesamtschaffen dieser Band passt.

Selten hat mir ein Album so viel abverlangt, aber mein Durchhaltevermögen wurde belohnt. Auch wenn die Band ein paar neue musikalische Wege einschlägt, sie bleibt sich aber treu und man kann noch immer mit Gewissheit 100 Prozent NIGHTWISH raushören. Wer sich aber intensiv mit dem neuen Album beschäftigt, wird mit einigen magischen Gänsehautmomenten belohnt, hier könnt ihr in eine phantastische Klangwelt eintauchen und ihr werdet dem tristen Alltag ein wenig entfliehen. Weiters möchte ich festhalten, dass es sich die Band mit dem neuen Epos nicht nur auf einer ganz neuen Entwicklungsstufe gemütlich gemacht hat, sondern mit dieser Veröffentlichung endgültig ihre eigene Klangwelt erschaffen konnten, in der sie sich nun austobt. Durch die Vielseitigkeit der Musik findet sich für beinahe jede Metal-Zielgruppe den einen oder anderen Song und für den Käufer ist das Hörerlebnis ein ganz Besonderes: Das Album entwickelt sich nämlich von Durchgang zu Durchgang zu einer Perle, die ihresgleichen sucht. Zeitlose schöne Musik - perfekt!

Ohne Bewertung - Manfred

[Anm. d. Red.: Nachtrag! Der Kollege hätte gerne 4,5 gegeben, die Bewertung wurde allerdings erst nach Onlineschaltung dieses Artikels übermittelt, daher können wir sie in der Gesamtnote leider nicht berücksichtigen.]


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
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Seite 6: Lisi Ruetz
Seite 7: Anthalerero
Seite 8: Marc F. Folivora
Seite 9: Sonata
Seite 10: Fazit


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