EMERGENCY GATE - "The Nemesis Construct" Pre-Listening

Text: Reini
Veröffentlicht am 16.03.2010

Beim dritten Album wurde nichts dem Zufall überlassen. EMERGENCY GATE begannen bereits im November 2009 mit der Vorproduktion zu „The Nemesis Construct“, im Dezember ging es dann ins Studio und die finalen Arbeiten wurden dann per 23. Februar 2010 erledigt; die Listening Session in den Münchener Dreamscpae Studios fand dann genau drei Tage später am 26. Februar 2010 statt.

Mehr als 500 Stunden reine Produktionsarbeit floss in die insgesamt dreizehn Songs, ebensoviel Schweiß und Substanz wurde investiert, das große Ziel war es gerade im Bereich der Produktion noch einen, wenn nicht sogar mehrere Schritte vorwärts zu machen, unterstützt durch Top Equipment von Ibanez bzw. Audix Mikrofonen.

Hilfreich war sicher auch, dass man bei diesem Unterfangen neben einem Top Equipment auch auf ein Topteam vertrauen konnte. Jan Vacik (u.a. VISIONS OF ATLANTIS, SERENITY) zeichnete für den Mix verantwortlich, sowie Christoph Stickel, welcher n der Vergangenheit u.a. mit DIE ÄRZTE, SHAKRA und GOTTHARD gearbeitet hat, beaufsichtigte das Mastering von „The Nemesis Construct“.

Wie sieht es aber jetzt mit den Songs aus?

Im Vergleich zu „Rewake“ wurde man experimenteller, spielte gerne und öfters mit doch etwas Metal a-konformen Musikstilen, aber lest selbst die gehörten Eindrücke von „The Nemesis Construct“:

01. Alternative Dead End
In diesem modernen Gewand fällt sofort der hypereingängige Refrain auf, idealer Kontrapart zu dem ansonsten wirklich fett dahin stampfenden Gitarren Brett. Auch die elektronischen Spielereien bleiben nicht außen vor. Immer wieder kleine Überraschungen eingebaut. Ein ungemein variabler Matthias Kupka!

02. Nothing To Lose
Der Beginn ist eher verhalten, stampfend, dominantes Keyboard, welches als tragendes Element konsequent mitgenommen wird. Wieder ein Klargesang Refrain, oft werden verschiedene Stimmen übereinander gelegt, wo gerade das Wechselspiel, klar/harsch heraus sticht.

03. Dark Side Of The Sun (feat. Tom Englund [EVERGREY])
Tom Englund wertet diesen Track natürlich noch einmal auf, weiß gekonnt Akzente zu setzen, generell ein Midtempo Track, mit viel, sehr viel Elektronik intus und auch auf Grund des EVERGREY Fronters ein Ohrwurm par Excellence. Bester Track bis jetzt! Wohl der beste EMERGENCY GATE Song ever…

04. Story Of A Psychopath
Der Sprechgesang, welcher optimal das Songthema (Psychopath!) aufgreift, hervorragend, hat überhaupt leicht psychotische Tendenz der Track, weniger melodiös als das bisher Gehörte, dadurch aber auch immens interessant.

05. An End To The Age Of Man
Wieder dieser permanente Wechsel zwischen den Gesangsstilen, Kupka sowieso der heimliche Star auf dem Album (bis jetzt), sonst eher ein leicht verhaltener Stampfer, der hauptsächlich von den melodiösen Chorus lebt. Etwas überraschend dann der doch rein elektronische Zwischenpart, der von Stakkato Riffs aufgefangen wird, bevor erneut der Chrous das Kommando übernimmt.

06. Point Zero
Der wohl beste und eingängigste Refrain bis jetzt, welcher den ansonsten eher „normalen“ Track auch über die Runden rettet. In manchen Phasen extrem weich und harmonisch, dann aber wieder Härte zeigend. Faded mit Gefühlsspielereien aus..

07. Excite!
EMERGENCY GATE goes minimal in Richtung Blastbeats. Ziemliches Donnerwetter, was da zeitweise aufgefahren wird, als Kontrapart natürlich die stringent durchgezogenen eingängigen Passagen samt Klargesang. Trotzdem hat die zeitweise Schnelligkeit dann doch einigermaßen überrascht, wird aber gegen Ende komplett raus genommen.

08. As My Bride Cries Blood
Skurriler Beginn mit weiblichem Geheule samt Hochzeitsorgel unterlegt, bevor das Donnerwetter losbricht. Wieder hypereingängig, aber doch anders als die restlichen Tracks, weniger modern, mehr basisch, mit fast schon Flüstergesang, welcher wohl die Hoffnungslosigkeit transportieren soll. Gefällt, eben weil sich der Track ein wenig vom Rest abhebt.

09. This Time
Endzeit Synthie Beginn, dem Marschtrommeln und Stampfrhythmus untergeschoben werden, bevor eine schon Industrial artiger Beginn in einen wieder EMERGENCY GATE typischen, aber doch abwechslungsreichen Track übergeht. Gerade dieser Mittelteil mit einem erneut auf Weltklasse Niveau agierenden M. Kupka ist herausragend!

10. The Green Mile
Verspielter, fast schon reinrassig im Metal daher kommender Beginn, bevor ein gefühlvoller Gesang die Oberhand übernimmt. Modern, aber mit Schmackes, beschwingt aber nie banal. Gerade das immer wieder kehrende Grund Riff des Songs bleibt sofort haften. Das erste Mal, dass ich ein richtig ausgiebiges Gitarrensolo wahrgenommen habe! Faded mit Piano Klängen aus der Track…

11. Diary Of Nightmares...
Nach leicht gebremsten Beginn eine Speedorgie sondergleichen, neben „Excite!“ stellenweise der härteste Track, der aber von einem ziemlichen Melo-Refrain dominiert wird, wo dann auch komplett vom Gas gegangen wird. Wechselt in diesen zwei Extremen hin und her.

12. Invain
Extrem tiefe Stimme in diversen Teilen des Songs, die weil gefühlvoll vorgetragen einen leicht morbiden Zug in diesen Song mit einbringt, sonst eher einer der EG Tracks die man eh so kennt.

13. World Escape
Als Abschluss servieren uns EG wieder von ihnen erwartetes und auch von den bereits gehörten Tracks bekanntes, das Stimmwechselspiel ist ebenso enthalten wie die Eingängigkeit, die elektronischen Spielereien, die notwendige Härte und die Abwechslung. Doch ganz zum Schluss überraschen sie dann mit einem Akustikgitarrenteil, superb ohne Ende und auch die darüber gelegten Vocallines überzeugen vollends. Klasse Rauskicker!

Fazit: EMERGENCY GATE haben es geschafft nach dem in meinen Augen (bzw. Ohren) doch eine Spur zu eindimensionalen "Rewake" Album eine gehörige Schippe draufzulegen. „The Nemesis Construct“ sprüht gerade zu über vor Ideen und versteckten Details und ist auch glasklar und druckvoll produziert – was man da so auf einer höchst professionellen Studioanlage mit immens drückendem Sub-Woofer halt raus hören konnte :-)

Professionelle Anlage hin oder her, dieses Album ist gerade für mich eine richtig große Überraschung geworden.

„The Nemesis Construct“ gibt es ab 30. April 2010 beim Händler Eures Vertrauens und EMERGENCY GATE live gibt es dann im Juli 2010 auf dem HELL OVER VELLACH Festival!


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