Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 48

Veröffentlicht am 11.05.2020


 

TRISTWOOD (Industrial Metal, Oberösterreich)
 

„Blackcrowned Majesty“ (Album, 29.05.2020)

  • 1. Re-Enthronement Of The Damned
  • 2. The Who Traversed A Greater Oblivion
  • 3. A Blackcrowned Majesty
  • 4. Her Wraith Through Stygonian Lands
  • 5. The Hall Of Rauthra'a Fate
  • 6. Acherontic Deathcult
  • 7. Bone Cathedral
  • 8. Nightshade Eternal
     

Muss ich wirklich...? Ja, ich muss. Wann habt ihr euch eigentlich zuletzt die Gehirnwindungen gepflegt auf links gedreht? Ist schon ein wenig her, oder? Die oberösterreichische Hyperblast-Cyberforce TRISTWOOD, die bereits 2019 „Nyx“ veröffentlichte (der Kalauer konnte einfach nicht ausgelassen werden!), steht kaum ein Jahr nach dem letzten Zerstörungswerk schon wieder mit einer brandneuen Schlachtplatte bereit. Schön kann bekanntlich jeder, TRISTWOOD gehen aber seit jeher den gegenteiligen Weg und begraben schöngeistiges Gehabe unter abartigen Blastbeat-Eruptionen, wahnwitzigem Riff-Geshredder und garstigem, nur noch entfernt menschlichen Quellen zuordenbaren Tönen. Und es ist trotzdem wunderschön.

Die erneute Inthronisation der Verdammten („Re-Enthronement Of The Damned“) startet gar sphärisch und wiegt den (noch) nichtsahnenden Konsumenten in trügerischer Sicherheit, ehe abgrundtiefes Gegurgel und eine rasende musikalische Walze irgendwo zwischen Black, Death und hämmerndem Industrial die Gedanken unter tonalem Wahnwitz begräbt. Der Titeltrack „A Blackcrowned Majesty“ verspricht einem einen wohligen Gänsehautschauer, nagelt den Hörer dann aber gnadenlos ans Kreuz und zerrt ihm die Eingeweide aus dem gepeinigten Leibe. „The Hall Of Rauthra's Fate“ kotzt dir die Überbleibsel der letzten Coronaparty vor die Füße und zwingt dich dann dazu, die dergestalt dargereichten Speisen noch einmal zu fressen, während dir die Saiten der Gitarren das Fleisch von den Knochen schälen und dir der Blastbeat die letzten Tropfen Blut aus dem Kadaver prügelt. Von innen an den Knochen kratzt „Bone Cathedral“, das erneut den tiefen Weltenhass zu schüren vermag und deine Seele auf den nachtschwarzen Grund des Universums hinab zieht, wo „Nightshade Eternal“ noch einmal genüsslich drauftritt und den letzten Rest deines Selbst unter nagelnden Klängen zu feinem Staub zerreibt.

Nichts bleibt mehr, wenn TRISTWOOD mit dir fertig sind. Und das ist auch gut so.
3,5 / 5 - Anthalerero
 

Dem Wahnsinn ins Auge blicken könnt ihr bei Facebook, sofern ihr die auf dem Fuße folgende Erstbegegnung überlebt:

 

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: DESOLAT (Sludge Metal, Wien)
Seite 3: TRISTWOOD (Industrial Metal, Oberösterreich)
Seite 4: DAETH DEMON (Death Metal, Salzburg)
Seite 5: IRDORATH (Black/Thrash Metal, Kärnten)
Seite 6: HILLS LIKE WHITE LIONS (Progressive Metal, Niederösterreich)


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