Underground von Unten - österreichische Musik gehört gehört! Vol. 49

Veröffentlicht am 31.05.2020


 

BC 76 (Nu Metal/Crossover, Tirol)
 

Mantra (Album, 06.04.2020)

  • 1. Finsteres Tal
  • 2. Wach Auf
  • 3. Zwischen meinen Träumen
  • 4. 4 Worte
  • 5. Ikarus
  • 6. The Secret
  • 7. Schaufel im Dreck
  • 8. Glaube Liebe Hoffnung
  • 9. Zu alt um jung zu sterben
  • 10. Seelenfänger
  • 11. Traumschatten
  • 12. Sonnensturm
  • 13. Der Tod reitet schneller


Es wird interessant, denn BC 76 aus Tirol öffnen die Crossover-Schublade mit deutlichen Nu Metal-Tendenzen. Die gleich sieben Mann starke Truppe beschallt schon seit 1996 die westliche Bergwelt, trat unter anderem schon beim Air&Style und anderen (Extrem-)Sportevents auf und zimmerte ihr vorliegendes Album „Mantra“ in zweijähriger Arbeit und kompletter Eigenregie zusammen. Gleich 13 Songs und fast eine glatte Stunde Spielzeit sorgen für eine musikalische Vollbedienung.

Produktionstechnisch ist „Mantra“ ziemlich ok geraten, zumal man bei einer Eigenproduktion nicht die Maßstäbe einer Großproduktion anlegen kann - der Sound ist vielleicht ein wenig trocken, doch der Mix soweit ausgewogen. Die Songs crossen sich gekonnt durch diverse Stilistiken, von fluffigen Indie-Gitarren über ansprechend sägende Riffs („Wach Auf“) bis hin zu fast ein wenig punkiger Attitüde im kurz-knackigen „Zwischen meinen Träumen“. Mal geht es langsamer und getragener zu Werke wie in „The Secret“, dann brechen wieder die Nu-Metallischen Anleihen durch und es wird kantiger und knarziger wie in „Schaufel im Dreck“, oder es wird überhaupt mit elektronischer Schlagseite geliebäugelt wie bei „Zu alt um jung zu sterben“. Manchmal schielt man ganz vorsichtig Richtung RAMMSTEIN („Seelenfänger“), dann gibt man wieder den smoothen fast ein wenig poppig orientierten Tendenzen nach („Traumschatten“). Am Stärksten sind BC 76 in den kurzen pointierten Songs, die längeren Titel (gerade „Sonnensturm“) ziehen sich bisweilen schon ein wenig. Die starken und durchwegs deutschsprachig gehaltenen Texte mögen allerdings bisweilen nicht so recht zünden, was vielleicht an der seltsam gestelzt und gekünstelt wirkenden Aussprache liegt.

BC 76 mäandern Crossover-typisch durch die Genres und bleiben musikalisch jederzeit spannend, doch können dabei leider keine großen Höhepunkte setzen. „The Mission“ ist coole Mucke für eine Party, aber recht viel mehr leider auch nicht. Doch die Herren haben nach wie vor großen Spaß an der Sache und haben sich für ihr neues Album sichtlich viel Mühe gegeben! Sympathisch!
2,5 / 5 - (Anthalerero)
 

BC 76 findet ihr bei Facebook – ein musikalisches Beispiel folgt auf dem Fuße:

 

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: BLACK CORONA (Melodic Death/Groove Metal, Tirol)
Seite 3: BC 76 (Crossover/Nu Metal, Tirol)
Seite 4: RIVERSIDE CROW (Rock, Wien)
Seite 5: NINE LIVES (Rock, Wien)
Seite 6: THE WICKED (Classic Rock, Steiermark)


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