ONE DESIRE - das 'Midnight Empire' Gangbang-Review

Veröffentlicht am 18.05.2020

Nachdem ONE DESIRE mit ihrem selbstbetitelten Debüt direkt zu meinen AOR-Lieblingen des Jahres 2017 avancierten, waren die Erwartungen an den Nachfolger natürlich entsprechend hoch. Zudem haben die Genrekollegen von H.E.A.T und die schwedischen Labelmates FIND ME mit ihren aktuellen Scheiben ordentlich vorgelegt. Werden ONE DESIRE den Parcours also fehlerfrei meistern, oder doch an der ein oder anderen Hürde hängen bleiben?
 


 

Der Opener „Shadowman“ beginnt mit einem knisternden Spoken Words Intro. Gleich darauf wird man direkt in die 80er katapultiert. In den ersten Minuten, in denen der Song sich ohrwurmmäßig in die Gehörgänge schmeichelt, ziehen vor meinem geistigen Auge Bilder von Golf 2 Cabrio fahrenden Mädchen in fluffigen Angorapullis und weißen Turnschuhen vorbei, während pubertierende Karatekids in Okinawa ihre erste Teezeremonie erleben. Geiler Start!
 


 

Mit „After You’re Gone“ schließt sich nahtlos das nächste Highlight an. Hier (und auch im weiteren Verlauf des Albums) schaffen es ONE DESIRE, Tradition und Moderne gekonnt miteinander zu verbinden, was den Stücken den Staub nimmt und ihnen eine angenehme Frische verleiht. Dabei schreckt man auch nicht vor (absolut gelungenen) Ausflügen in die ultimative Seichtigkeit des Pop(Rock) zurück („Down And Dirty“). Und mit „Through The Fire“ (schwächster Track) und „Rio“ haben die Finnen auch die obligatorischen (Power)Balladen an Bord, wobei „Through The Fire“ allerdings „Midnight Empire“ die 5,0 Wertung kostet. Bis auf diesen Ausrutscher enthält der aktuelle Longplayer aber nur noch Hits! Ob die schmissige Stadion-Hymne „Godsent Extasy“, das sich schon nach dem ersten Hören als Evergreen entpuppende „Heroes“, der Grower „Battlefield Of Love“ oder gesangliche Höhepunkt des Albums, „Killer Queen“, ONE DESIRE schütteln Hooks, Melodien und Harmonien zuhauf aus dem Ärmel, die bei anderen Bands für mehrere Veröffentlichungen ausgereicht hätten.



 

Und dann der Schlusstrack! Zwischen dem „Jeanny Part One“ Gedächtnis-In- und Outro erwarten den Hörer gut fünf Minuten lang große Gefühle und Gänsehaut pur! Ein absolut grandioser Abschluss für eine knappe Stunde exzellente Musik!

Fazit: Ja, „Midnight Empire“ ist absolut ungeeignet für Diabetiker! Süße, einschmeichelnde Melodien, Zuckerguss-Keyboards bis zum Abwinken und jede Menge Schmachtfetzen für eine Taschentuchorgie werden jeden Metal- und Hardrock Fan und Stromgitarren-Puristen mal wieder aufs Übelste verschrecken. Aber AOR- und Melodic Rock Fans dürfen ungeniert zugreifen, denn ist es nicht genau DAS, was wir wollen: Süße, einschmeichelnde Melodien, Zuckerguss-Keyboards bis zum Abwinken, und jede Menge Schmachtfetzen für eine Taschentuchorgie? Wenn diese Zutaten noch mit songwriterischer Klasse, technischem Können und vor allem mit viel Seele und Hingabe gepaart sind, dann lässt zumindest der Schreiber-Knecht dieser Rezension sich nicht zweimal bitten!

4,5 / 5 – Ernst Lustig

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Jazz Styx
Seite 3: Ernst Lustig
Seite 4: Anthalerero
Seite 5: Lord Seriousface
Seite 6: Hans Unteregger
Seite 7: ADL
Seite 8: Fazit


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