ONE DESIRE - das 'Midnight Empire' Gangbang-Review

Veröffentlicht am 18.05.2020

Hmmm, ein Gangbang mit einem Quartett aus Finnland - oder so ähnlich. Für diesen Satz allein hat es sich schon gelohnt, bei STORMBRINGER anzuheuern.

ONE DESIRE aus Finnland legen also nach 2017 ihren zweiten Longplayer vor und wollen den Hörern zeigen, wo im Melodic/AOR-Genre der Hammer hängt. Dieses Album stellt meinen Erstkontakt mit dem Jungs rund um Vocalist Jimmy Westerlund dar. Ich bin also unbefangen und nicht vorbelastet. Eröffnet wird der melodische Reigen mit "Shadowman" und beim Einsatz der Gitarren beginnen die Beine gleich mitzuwippen. Sehr schöne, getragene Melodien, die die nicht minder butterweichen Vocals unterstützen. Sehr catchy und verdammt klebrig in den Gehörgängen. "After You're Gone" schlägt in die gleiche Kerbe. Der Track erinnert an THE NIGHT FLIGHT ORCHESTRA, die es ja auch verstehen, unglaublich eingängige Melodien im Retro-Gewand zu erschaffen. Das ist natürlich schon alles sehr glatt gebügelt und nichts, womit man einen gestandenen Banger hinter dem Ofen hervorlocken kann. Aber es hat Hand und Fuß, tut nicht weh und verbreitet gute Stimmung. Manchmal braucht man ja genau das.

Hier soll nicht der Eindruck entstehen, dass das alles nach 08/15 klingt. Es ist nur eine Band am Werk, die genau weiß, wohin sie mit ihrem Sound will und dies auch perfekt umzusetzen vermag. Glasklare Produktion, sehr fähiges Personal an den Instrumenten und ein Sänger, der es versteht, um dieses Paket noch die passende Schleife zu machen.

Mit fast sieben Minuten findet sich in der Mitte des Albums mit "Through The Fire" der längste Song des Albums. Er beginnt wie eine Ballade und wandelt sich ab dem Mittelteil in eine Rock-Oper mit toller Gitarrenarbeit. ONE DESIRE verstehen es auch, nie in den Kitsch abzudriften und allzu zuckersüß zu werden. Die Veröffentlichung zum Beginn der warmen Jahreszeit passt auch wie die Faust aufs Auge, da es sich eher um den Soundtrack für laue Grillabende am See, als für verregnete Herbsttage mit einer schönen Tasse Tee am Fensterbrett handelt.

Der Rest des Albums bewegt sich auf ähnlichem Niveau. Eingängiger Melodic-Rock mit leichtem Retro-Charme, der einem im Gedächtnis bleibt. Sicher, das Rad wird nicht neu erfunden und Bahnbrechendes sucht man auch vergebens, aber unterm Strich liefern die vier Finnen hier ein starkes Album ab und Genre-Fans können bedenkenlos zugreifen.

3,5 / 5 – Hans Unteregger

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Jazz Styx
Seite 3: Ernst Lustig
Seite 4: Anthalerero
Seite 5: Lord Seriousface
Seite 6: Hans Unteregger
Seite 7: ADL
Seite 8: Fazit


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