ENSIFERUM - das 'Thalassic' Gangbang-Review

Der nächste Stormbringer-Gangbang also - ENSIFERUM. Ein weiterer weißer Fleck auf meiner Metal-Landkarte. Es gibt einfach zu viele Bands, um sie alle zu kennen. Selbst wenn es sich um solche Szene-Kapazunder wie die Finnen handelt. Manche Kapellen lässt man einfach links liegen. Oft auch ohne besonderen Grund. So wie hier - es hat sich für mich bisher einfach nicht ergeben. Also schnell ein wenig recherchieren. "Thalassic" ist wohl das achte Studioalbum und zählt man die aktuellen, die ehemaligen und die Guest-Band-Member (laut Wiki-Artikel) kommt man auf sage und schreibe 24 Personen. Das nennt man wohl eine hohe Fluktuation.

Folk-, Viking- und eine Prise Death-Metal scheint mich zu erwarten. Es geht schon mal sehr episch los. "Seafarer's Dream" kreiert in drei Minuten eine sehr erhabene Stimmung und man glaubt, an der Schwelle von Valhalla zu stehen. Das wird wohl eine Bank für das zukünftige Intro bei Live-Auftritten. "Rum, Women, Victory" - was für ein Titel. Hier werden von Beginn an keine Gefangenen gemacht. Double-Bass-Gewitter und der raue Gesang von Petri Lindroos packen einen von Anfang an. Der Track marschiert vollgas nach vorn, holt vor dem letzten Teil mal kurz Luft und fetzt in Richtung "Andromeda". Das geht folkiger los - die grundsätzlichen Zutaten sind aber ähnlich. Eingängige Melodien, sehr große Bandbreite im Gesang und tolle Gitarrenarbeit. Alles in höchstem Maße catchy und mit hohem Ohrwurmpotential. Die folgenden Nummern sind ähnlich gestrickt. Was mich aber überrascht ist, dass ENSIFERUM es trotzdem schaffen, nicht jede Nummer gleich klingen zu lassen. Es gibt immer kleine Licks, Hooks oder Gesangsparts, die die Spannung hoch halten und den Hörer überraschen. Man merkt, dass hier keine Anfänger am Werk sind und man genau weiß, wie man episches Material abliefert.

Nachdem fast die ganze erste Hälfte durch Highspeed geprägt war geht man mit "One With The Sea" eine ganze Ecke ruhiger und grooviger in die zweite Albumhälfte. Eine klassische Metal-Ballade mit einem sehr melodiösen Unterbau über dem der Klargesang schwebt. Die schweren Riffs dazwischen passen wunderbar dazu. Ganz großes Kino. "Midsummer Magic" ist dann wohl das, was man als gemeinhin in die klassische Folk-Metal-Schublade stecken würde. Hier wird viel mittelalterliches Flair versprüht. "Cold Northland (Väinämöinen Part III)" ist wohl das Opus Magnum dieses Albums. Über acht Minuten lang und eine orchestrale Instrumentierung, die den Bogen zum epischen Intro spannt. In der Mitte wird wieder ordentlich Fahrt aufgenommen und Janne Parviainen prügelt sich die Seele aus dem Leib. Den Abschluss bilden zwei Bonus-Tracks, die nochmal die große Bandbreite der Band untermauern.

Das war er also, mein ENSIFERUM Erstkontakt. Was soll ich sagen, hat definitiv Spaß gemacht. Ein wirklich sehr gut produziertes Album aus einem Guss, mit sehr eingängigen Melodien, dass trotz dem gleichbleibenden Grund-Thema auch über die gesamte Laufzeit nicht langweilig wird. Wie sich dieses Album im Kontext der bisherigen Diskographie schlägt, kann ich nicht beurteilen. Ich werde mich aber gleich selbst durch den ENSIFERUM-Katalog wühlen und denke, dass Fans des Genres bedenkenlos zugreifen können.

4,0/5,0 - Hans Unteregger


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Anthalerero
Seite 3: Christian Wiederwald
Seite 4: Ernst Lustig
Seite 5: Hans Unteregger
Seite 6: Lord Seriousface
Seite 7: Pascal Staub
Seite 8: Sonata
Seite 9: Fazit


WERBUNG: Hard
ANZEIGE
WERBUNG: ROCK SHOCK THEATRE 2020
ANZEIGE