PRIMAL FEAR - das 'Metal Commando' Gangbang-Review

Es ist wieder Gangbang-Zeit und als zotiger Stormbringer-Redakteur schließt man sich doch nur zu gerne dem lüsternen Rudel an, um ein neues Opfer so richtig heftig durchzurammeln. Dieses Mal sprüht das Testosteron nur so durch den Raum, denn niemand geringere als PRIMAL FEAR mit dem Vorzeige-Workout-Fetischisten Ralf Scheepers am Mikro stellen sich mit ihrer neuen Platte „Metal Commando“ bereitwillig zur Verfügung.

Und wieder ist ein kleines Schreiberlein bei einer Truppe gelandet, die in der Vergangenheit immer im persönlichen musikalischen Graubereich herumschwirrte. Einerseits fand man die Musik seit jeher gut, aber eben nicht so überragend, um die Truppe häufigeren und eingehenderen Prüfungen zu unterziehen. Wohl gab es immer wieder Berührungspunkte auf Festivals und Konzerten, doch im großen und Ganzen blieben PRIMAL FEAR immer als wohlwollend zur Kenntnis genommen in Erinnerung, ohne den großen Whow-Effekt zu entzünden. Das wird, nach eingehender und sehr häufiger Konsumierung von „Metal Commando“, wohl auch so bleiben, dass dieser Rezensent nicht gleich zum Ultra-Fan mutiert, doch die Hörfrequenz wird wohl mit dem neuen Dreher dennoch signifikant steigen.

Dafür sorgen vor allem einige gnadenlose Uptempo-Ohrwürmer, die „Metal Commando“ sehr nachhaltig aufwerten. Allen voran das schmissige „Halo“, welches schon an dritter Stelle des Albums dazu animiert die Fist zu raisen und das Haupt hingebungsvoll zu beuteln und das mit einem wahrhaft brechenden Refrain ausgestattete „Howl Of The Banshee“, das überdies noch mit einer Mörder-Hookline überzeugen kann. Daneben tummeln sich auf dem Album auch noch so manche kernige und einnehmende Titel, wie schon der Opener „I Am Alive“ beweist, das in hymnisch groovende ACCEPT-Bereiche schielende „The Lost & The Forgotten“, oder auch die lässigen, aber ein wenig vorhersehbaren „My Name Is Fear“ und „Raise Your Fists“.

Scheepers kraftvolle Stimme sorgt dafür, dass auch die sanfter instrumentierten Titel nicht untergehen – sowohl das balladeske „Hear Me Calling“ weiß zu gefallen, als auch überraschenderweise die gefühlvolle Stadionrock-Ballade „I Will Be Gone“, obwohl hier zugegebermaßen schon ein wenig das Schunkelschmalz aus den Lautsprechern tropft. Ganz anders dann der Schlusspunkt „Infinity“, der anhand der Spielzeit von über 13 Minuten zunächst für sich selbsttätig verdrehende Augen sorgt – sich dann aber zu einem einnehmenden Monster von Song auswächst, das mit wiederkehrendem, extrem eingängigem Thema den Hörer noch einmal zu packen weiß.

Mit „Metal Commando“ haben sich PRIMAL FEAR hörbar richtig Mühe gegeben, ein mitreißendes und dennoch ansprechend abwechslungsreiches Album zusammenzuklöppeln. Ein oder zwei Durchhänger mit allzu standardisierter Kost stehen einer Packung an extrem starken Songs gegenüber, von denen der ein oder andere die Voraussetzungen für einen Langzeit-Ohrwurm mitbringt. Unterm Strich also ein verdammt starkes Album von PRIMAL FEAR, dem man eine hohe Halbwertszeit attestieren kann und das auch bei diesem Schreiberling wohl häufiger im Player rotieren wird...

4,0/5,0 - Anthalerero


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Anthalerero
Seite 3: Ernst Lustig
Seite 4: Lord Seriousface
Seite 5: Martin Weckwerth
Seite 6: Pascal Staub
Seite 7: Sonata
Seite 8: Fazit


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