PRIMAL FEAR - das 'Metal Commando' Gangbang-Review

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bislang von PRIMAL FEAR eher wenig Notiz genommen habe. Zwar kennt man den einen oder anderen Song, aber auf volle Albumlänge gab es Mat Sinner und Kollegen bei mir bis jetzt noch nicht.
Aber so ein Gangbang-Review ist ja ein guter Anlass, dass man sich dem Kapitel PRIMAL FEAR einmal mit voller Konzentration als Rookie widmet, was mit dem mittlerweile dreizehnten (!)Album „Metal Commando“ nunmehr geschehen wird.
Die Einstiegsnummer „I Am Alive“ legt schon mal gut vor, eine klasse Hymne in der Schnittmenge von HELLOWEEN und PRIEST, bei denen Vocal-Akrobat Ralf Scheepers ja fast gelandet wäre, ehe ihm „Ripper“ Owens den Job noch kurz vor der Ziellinie weggeschnappt hat.

Die Produktion ist druckvoll und klar, Mat Sinner hat hier persönlich Hand angelegt und für den Mix war Jacob Hansen der Verantwortliche. Bereits in der Vorab-(Download-) Version ist der Klang hier über alle Zweifel erhaben und dürfte beim endgültigen physischen Produkt sogar noch besser sein.

„Along Came The Devil“ ist bereits seit längerem bekannt, hierzu gab es seit Mitte Mai bereits ein offizielles Lyric-Video. Ebenfalls eine gelungene Mitgrölnummer, die überzeugen kann.

Speedig wird es dann wieder auf „Halo“, was einmal mehr an HELLOWEEN zu ihren besten Zeiten erinnert. Hier begibt sich Ralf Scheepers in schwindelerregende Kiske-Höhen und macht dabei wiederum eine äußerst gute Figur. Brillanter Song!
Die Verschnaufpause nach diesem Speed-Kracher kommt in Form von „Hear Me Calling“, hier wechseln sich leicht balladeske Töne in den Versen mit einem einprägsamen Chorus ab. Auch alles andere als ein Skip-Song.

„The Lost & The Forgotten“ ist geprägt von einem sehr brutalem Mainriff, welches zum Chorus hin wieder mehr in melodischere Gefilde abdriftet. Von den ersten fünf Songs allerdings der schwächste, sofern man bei dem doch recht hohen Niveau überhaupt diesen Begriff verwenden kann.

Die Double-Bassdrum-Attacken auf dem Quasi selbstzitierenden „My Name is Fear“ spalten den Schädel, da ist wohl eine gute Kondition erforderlich. Die drei (!) Gitarreros Magnus Karlsson, Alex Beyroth und Tom Naumann ziehen hier alle Register ihres Könnens.

„I Will Be Gone“ ist genau richtig platziert, der akustisch gehaltene Song hat Ohrwurmcharakter und ist Meilen von einer Klischee-Auftrags-Ballade entfernt. Sehr schönes Stück. Die Chorgesänge sind hier besonders zu erwähnen.
„Raise Your Fists“ wird zwar seinem Motto gerecht, ist aber ein Song, den man vorher schon einmal in besser gehört hat. Eher Durchschnitts-Banger-Ware.

„Howl Of The Banshee“ erinnert mich etwas an härtere AVANTASIA, würde dort sicher auch nicht negativ auffallen.
Das mit pfeifenden Pinch-Harmonics durchtränkte „Afterlife“ ist neben „Raise Your Fists“ der zweite Song, der mich nicht ganz hundertprozentig abholen kann.

Mit dem über 13-minütigen Longtrack „Infinity“ wird dieses kleine Manko aber bei Weitem wieder wettgemacht. Der Song hat alles, was einen modernen Metal-Song ausmacht: Melodie, Spannungsbogen, hervorragende Soli und genialer Gesang. Mit Abstand der beste Song des Albums. Das Stück beginnt getragen akustisch und steigert sich langsam aber stetig, bis man auch wieder im flotten Doublebass-Bereich ankommt, ehe der majestätische Chorus dem Song die Krone aufsetzt. Die dreizehn Minuten und zwölf Sekunden vergehen wie im Flug. Der Song ist einer der besten Stücke des laufenden Jahres für mich. Ein wahres Epos, welches instrumental fast schon QUEEN-bombastisch ausklingt. Da können die Jungs in der Tat stolz darauf sein.

Meine erste PRIMAL FEAR ist mir aufgrund dieses Ausnahmesongs (und nicht nur deswegen!)  vier Punkte locker wert. Einen Blick in die Vorgängeralben ist wohl unumgänglich.

4,0/5,0 - Martin Weckwerth


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
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Seite 3: Ernst Lustig
Seite 4: Lord Seriousface
Seite 5: Martin Weckwerth
Seite 6: Pascal Staub
Seite 7: Sonata
Seite 8: Fazit


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