WARKINGS - das 'Revenge' Gangbang-Review

Meine bescheidene, doch hohe Meinung über den zweiten Streich der WARKINGS, durfte ich ja bereits in meinem Review ausführlich darlegen. Für die persönlichere Sicht auf die Dinge, gibt es bekanntlich unser Gangbang-Format, welches ihr euch aktuell gerade zu Gemüte führt – in dem wir einfach einen feuchten Kehricht auf seriöse Objektivität geben können und frei von der Leber weg hassen oder lieben dürfen. Im Falle von WARKINGS' „Revenge“ kann ich nur eines sagen: harte Liebe! Einfach nur harte Liebe für die imagetechnische Totaleskalation, die die Burschen da ohne Rücksicht auf Verluste fahren!

Das beginnt schon bei den deutlich aufgemotzten Outfits, geht über abartig starke Grafik-Arbeit und bewusst schamlos überproduzierte Musikvideos und endet bei pointierten powermetallischen Hymnen, die zum hemmungslosen Mitgrölen und Fist raisen einladen, ja, zwingen. Das alles geht Hand in Hand und ist auf den Punkt umgesetzt – gerade abgedreht genug, um den Entertainmentfaktor durch die Decke zu jagen und musikalisch ernsthaft genug, um nicht im Sumpf der peinlichen Persiflage niederer Qualitätsregionen zu versinken. Kurzum: der Albtraum eines jeden hochseriösen True-Metallers mit stabförmiger Versteifung im Rektum. Genau für diesen koketten Stich in das stocksteife Schwermetaller-Herz, kann ich nicht aufhören die Truppe zu feiern.

Da wird nebst hochenergetischer Gitarrenarbeit (zB „Warriors“, „Mirror, Mirror“) und herrlich stampfenden und groovenden Songs („Maximus“, „Fight In The Shade“) schon mal schamlos bei nordischen Brachial-Axtschwingern zugegriffen („Odin's Sons“) oder einer verflossenen österreichischen Bandlegende gehuldigt („Azrael“), was nicht nur bei mir für ganz besondere Bonuspunkte sorgen dürfte. (Wer die Hinweise zu angesprochenem Song richtig zusammenzusetzen weiß, der bekommt einen Keks von mir.) Richtig großartig wird es aber immer, wenn die WARKINGS einfach jeglichen Funken an königlicher Seriosität über Bord werfen und sich ausgiebig in ihrer eigenen Geschichtsschreibung suhlen (wer, wenn nicht sie, wissen wie es wirklich war, damals, in den Schlachten, von denen die Geschichtsbücher wortreich berichten...) während die Lyrics dazu knietief im Pathos von fight & die und hail & kill waten. Addiert man sodann noch einen beherzten Griff in die Eier von RAMMSTEIN dazu, steht am Ende des Tages, respektive des Albums, noch ein glorifizierendes Manifest („Warking“), das gänzlich schambefreit die Stumpfheit zur Kunst erhebt und dem hehren Kreuzrittertum vollkommen neue Seiten andividiert.

Vier Gammelkönige haben es jetzt also geschafft, dass ich sogar von einem Song, den ich nicht ausstehen konnte, nämlich „Fight In The Shade“, einen Ohrwurm eingepflanzt bekam. Dass ich den Namen meines verstorbenen Haustiers („Maximus“) quer durch die Bude brülle, mich zu „Odin's Sons“ mit meinem Schaukampfschwert auf ungeliebte Mitmenschen stürzen möchte, zu „Banners High“ durch die Wälder meiner Heimat flaniere und des Nächtens geräuschvoll auf der Treppe aufstampfe, um meinem inzwischen zu Tode verschrecktem felligem Mitbewohner mitzuteilen: I AM A WARKING!

Und da hätten wir es also, mein höchstpersönliches Album des Jahres, in dem wirklich alles zusammenfließt, was meinen sämtlichen bevorzugten Baustellen des Schwermetalls entspricht. Fraglos wird das abgedrehte Spektakel, das die WARKINGS auf ihrem zweiten Album veranstalten, genauso viele Hater wie schwer Verliebte finden, doch hier und jetzt und in dieser Besprechung gilt gerade nur meine Meinung, und die ist unumstößlich: WARKINGS sind für mich einfach der geilste Scheiß, seitdem eine gewisse finnische Monstertruppe zum Schrecken aller ein Mainstream-Event zerfickt hat! Da geht jetzt und in Zukunft so schnell nichts drüber, weswegen ich an dieser Stelle meine „seriöse“ Meinung (wann war ich eigentlich je seriös? Ach, lassen wir das...) im „normalen“ Review hochkant über Bord stoßen möchte, die Punkteanzahl kurzerhand verdopple (ach, das geht nicht? Egal! Höchstnote! Höchstnote!!!) und damit fortfahre, ungeniert Runde um Runde zu feiern!

(Hat jemand meine Tabletten gesehen...?)

5 / 5 - Anthalerero

 


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Lisi Ruetz
Seite 3: Lord Seriousface
Seite 4: Ernst Lustig
Seite 5: Marc Folivora
Seite 6: Anthalerero
Seite 7: Fazit


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