KATAKLYSM - das 'Unconquered' Northern-Hyperbang-Review

Veröffentlicht am 22.09.2020

Und da sind wir wieder, mitten im gemeinschaftlichen Beischlafsritual, dieses Mal mit den kanadischen Rumpelexperten von KATAKLYSM. Seit jeher waren die Rabauken rund um Maurizio Iacono ein zweischneidiges Schwert, verehrten doch die einen die früheren Knüppelexzesse, während andere wiederum die neueren, deutlich melodischeren Ausprägungen der Kanadier schätzten. Doch die epische Schlagseite beackert Maurizio Iacono ohnehin seit geraumer Zeit mit seinem römischen Herzensprojekt EX DEO (vom Verfasser dieser Zeilen im Vergleich zur Stammformation deutlich bevorzugt), somit steht der Rückkehr von KATAKLYSM zur Brutalo-Sektion nichts mehr im Wege.

Ein gänzliches back to the roots ist es dann aber doch nicht, prügeln die Kanadier doch auf ihrem neuen Vollrund "Unconquered" noch immer deutlich mehr in der modernen Ecke, teils sogar mit einer schweren Schlagseite in Richtung g'schmackigem Deathcore herum. Das hat zwar alles Hand und Fuß, groovt prinzipiell wie Sau und stemmt dir gerne bei vollem Bewusstsein die Beißer aus der Kauleiste - alleine, es mag nicht so durchzünden, dass man seinen Kadaver zu den rüttelnden Klängen gegen die nächstbeste Wand schmettern möchte. Brecher wie "Underneath The Stars", rasende Blastbeat-Eruptionen wie in "Defiant" oder auch Midtempo-Stampfer ala "Stitches" sind für sich gesehen sehr starke Songs und kehren durch ihren Abwechslungsreichtum auch die Stärken von KATAKLYSM deutlich hervor - auf die gesamte Albenlänge gesehen, gibt es aber leider keinen wirklich zwingenden Höhepunkt.

Das mag vielleicht am ambivalenten Verhältnis des Rezensenten zu der kanadischen Formation generell liegen, vielleicht auch am fast ein wenig überzeichneten Dicke-Eier-Sound oder doch an einer zu geringen Halbwertszeit der Kompositionen - frustrierenderweise funktioniert "Unconquered" nicht so, wie es sollte. Nämlich, dass dir die Platte schlichtweg die Schädeldecke einknackt und dein Stammhirn um sämtliche Alltagslasten erleichtert. So bleibt ein zumindest starkes Stückchen extra gehärteten Stahls aus Übersee, das sich in der Diskografie von KATAKLYSM nicht zu verstecken braucht - aber eben auch nicht zu überbordenden Jubelorgien hinreißen lässt.

3,5/5,0 - Anthalerero


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Anthalerero
Seite 3: Ernst Lustig
Seite 4: Jörn Janssen
Seite 5: Lord Seriousface
Seite 6: Pascal Staub
Seite 7: Fazit


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