KATAKLYSM - das 'Unconquered' Northern-Hyperbang-Review

Veröffentlicht am 22.09.2020

2021 feiern die ehemaligen Kings Of „Northern Hyper Blast“ 30-jähriges Jubiläum. Drei Dekaden im gnadenlosen Musikbusiness zu bestehen, ist schon eine beachtliche Leistung! In dieser Zeit haben es die Kanadier bis heute auf satte vierzehn Studioalben gebracht, und nun soll ich etwas zum aktuellen Longplayer „Unconquered“ schreiben…

Ich persönlich konnte mit KATAKLYSM während ihrer nordischen Knüppelorgien-Phase überhaupt nichts anfangen. Interessant wurde die Band für mich frühestens mit den Alben „Shadows And Dust“ / „Serenity In Fire“, so richtig allerdings erst mit meinen bis heute favorisierten Scheiben „In The Arms Of Devastation“ und „Prevail“, auf denen der Knüppel mehr und mehr in den Sack gesteckt und dafür die Melodic Death Keule ausgepackt wurde. Songs wie „Taking The World By Storm“ oder „Crippled & Broken“ sind Hymnen für die Ewigkeit.

Um so schmerzlicher war es für mich, bereits beim ersten Durchlauf von „Unconquered“ festzustellen, dass man in Montreal wohl entschieden hat, sich vom melodiebetonten Sound der letzten fünfzehn Jahre zu verabschieden. Dass im Gegenzug eine ordentliche Schippe an Härte und Brutalität in die neuen Stücke gepackt wurde, ist dabei keinesfalls negativ zu bewerten. Wohl aber die neue Sperrigkeit, die den Zugang zu Tracks wie „The Killshot“, „Defiant“ oder „Stitches“ doch um einiges erschweren. Natürlich wird zwischendurch immer mal wieder ordentlich gegroovt („Cut Me Down“, „Underneath The Scars“, „The Way Back Home“) und auch die ein oder andere kleine Melodie blitzt hier und da einmal dezent auf („Icarus Falling“). Aber echte Hits oder Ohrwürmer sucht man auf „Unconquered“ leider vergebens. Das haben KATAKLYSM in der Vergangenheit schon wesentlich besser hin bekommen.

Fazit:

Mit Album Nummer vierzehn können die Kanadier leider nicht an Glanztaten vergangener KATAKLYSM-Jahre anknüpfen. Der Sound ist fett (aber zuweilen auch ein wenig steril), Maurizios Stimme hat nichts von ihrer Kraft verloren, und auch die Instrumentalfraktion macht ihre Sache alles andere als schlecht. Aber das Album will zumindest bei mir auch nach dem zehnten oder zwölften Durchgang nicht so recht zünden. Mir fehlen die Eingängigkeit, das Mitreißende, die Melodien im Songwriting. Drei sehr gute von neun Tracks, das ist für KATAKLYSM-Verhältnisse einfach zu wenig. Hoffen wir, daß der Albumcloser „When It’s Over“ kein Abgesang auf das sympathische Klee(oder besser Ahorn?)blatt ist…

3,0/5,0 - Ernst Lustig


Inhaltsverzeichnis:

Seite 1: Einleitung
Seite 2: Anthalerero
Seite 3: Ernst Lustig
Seite 4: Jörn Janssen
Seite 5: Lord Seriousface
Seite 6: Pascal Staub
Seite 7: Fazit


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